Versbach

Würzburger reden beim Flächennutzungsplan mit

Auf dem Weg zur Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans sind die Bürger gefragt: 80 von ihnen nannten nun ihre Wünsche, Ideen und Prioritäten.
Intensiver Austausch über Perspektiven und Prioritäten: Rund 80 Bürger beteiligten sich in der Gustav-Walle-Schule an der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans.
Foto: Patrick Wötzel | Intensiver Austausch über Perspektiven und Prioritäten: Rund 80 Bürger beteiligten sich in der Gustav-Walle-Schule an der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans.

Auf dem Weg zur Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans (FNP) für die Stadt sind die Bürger gefragt: An vier Abenden sollen Sie ihre Wünsche, Ideen und vor allem auch ihre Prioritäten nennen, bevor die Planer an die eigentliche Arbeit gehen. Unter dem Titel "Raum.Perspektive.Würzburg" werden dabei alle Stadtteile einzeln unter die Lupe genommen. Los ging es am Mittwoch in der Aula der Gustav-Walle-Schule.

Nach einer ersten Bürgerwerkstatt Anfang Juli hat das Planungsteam erste Ansätze entwickelt, die jetzt in vier lokalen Prüfrunden mit Bürgern zur Diskussion gestellt werden. Dazu wurde das Stadtgebiet in vier "Lupen" aufgeteilt - zum Auftakt waren Grombühl, Versbach, Lengfeld und die Lindleinsmühle dran.

Indirekte Auswirkungen auf die Bürger

Auch wenn ein Flächennutzungsplan in erster Linie für die Entscheidungen der Verwaltung bindend ist und auf die Bürger eher indirekte Auswirkungen hat: "Sie sollen in ihrem Umfeld mitbestimmen", sagte Stadtbaurat Benjamin Schneider zur Begrüßung. Knapp 80 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen und machten sich als Experten für ihre Stadtteile drei Stunden lang intensiv Gedanken über mögliche Entwicklungen und Zusammenhänge.

Eine der wichtigsten Fragen bei der Erarbeitung des neuen FNP ist die Festlegung von Prioritäten: "Wer bekommt wie viel Raum in dieser Stadt?" fragte Simone Neddermann vom Büro PLANKOM, die das Projekt "Raum.Perspektive.Würzburg" zusammen mit Stadtplaner Oliver Seidel (cityförster Architekten), Landschaftsarchitekt Börries Von Detten (freiwurf LA) und Simone Wolter aus dem städtischen Baureferat durchführt.

Sie hatten viele Fragen, die die Anwesenden in mehreren Arbeitsgruppen zu diskutieren hatten. Dabei sollten nicht nur Stärken und Schwächen der einzelnen Stadtteile herausgearbeitet werden, auch zu einzelnen Gebietstypen und zur Art der Bebauung war die Meinung der Anwesenden gefragt. Vor allem bei zwei Punkten herrschte große Einigkeit: Versbach fehlt ein Ortszentrum und die Bürger im Würzburger Nordosten wollen auf keinen Fall ein Fußballstadion in ihrer Nachbarschaft.

Zentraler ÖPNV-Knotenpunkt in der Nürnberger Straße

Ganz konkrete Gedanken haben sich die Planer schon zu einer Umstrukturierung der Gewerbegebiete in der Nürnberger Straße gemacht. "Dieses Gebiet ist eigentlich gar kein richtiger Bestandteil der Stadt. Als Fußgänger und Radfahrer kommt man dort nur sehr schlecht hin", sagte Börries Von Detten. Wichtig wäre aus Sicht der Planer ein zentraler ÖPNV-Knotenpunkt, um die Erreichbarkeit des Gebietes zu verbessern. Konkret schwebt ihnen ein neuer Haltepunkt an der dort verlaufenden Bahnstrecke vor. Eine Renaturierung von Kürnach und Pleichach und der Bau eines Radwegs am Wasser entlang könnte außerdem "eine sehr attraktive Freiraumverbindung Richtung Innenstadt entstehen lassen", so Von Detten.

Die Talsohle und die angrenzenden Stadtteile sollten auch ingesamt durch ein gut ausgebautes Radwegesystem erschlossen werden - diesen Vorschlag fanden alle Bürger gut. Ein neuer Bahnhaltepunkt in der Nürnberger Straße macht für die Mehrheit aber nur in Verbindung mit einem Park-and-Ride-Platz wirklich Sinn. Gefragt war auch die Meinung zur künftigen Nutzung der ehemaligen Faulenberg-Kaserne - unter anderem wurde ein Wohngebiet mit sozialem Wohnungsbau und einem Studentenwohnheim vorgeschlagen.

Einig waren sich die Anwesenden auch, dass eine Nachverdichtung im Stadtgebiet - sei es für Gewerbe oder Wohnungsbau - klaren Vorrang vor der Ausweisung neuer Gebiete auf der grünen Wiese im Außenbereich haben sollte.

Eine weitere lokale Prüfrunde für Heidingsfeld, Heuchelhof und Rottenbauer fand am Donnerstagabend statt. Am 10. Dezember (17.30 Uhr, Franz-Oberthür-Schule) und 11. Dezember (17.30 Uhr, Friedrich-König-Gymnasium) geht es mit den übrigen Stadtteilen weiter. Wer es nicht zu den Veranstaltungen schafft, kann seine Meinung zum FNP-Planungsprozess online unter www.raum-perspektive-wuerzburg.de loswerden.

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