Estenfeld

Zahlreiche Neuerungen im Gemeinderat Estenfeld

Die elf neuen Räte Estenfelds auf einen Blick (von links): Julia Klafke-Fernholz (Grüne), Jochen Jörg (EinS), Tobi Grimm (SPD), Christian Albert (EinS), Thomas Herr (Grüne), Benedikt Koch (EinS), Albin Glück (SPD), Bernd Galm (UWG), Peter Pospiech (CSU), Ersoy Karakoc (CSU) und Joachim Iwanowitsch (EinS).
Foto: Guido Chuleck | Die elf neuen Räte Estenfelds auf einen Blick (von links): Julia Klafke-Fernholz (Grüne), Jochen Jörg (EinS), Tobi Grimm (SPD), Christian Albert (EinS), Thomas Herr (Grüne), Benedikt Koch (EinS), Albin Glück (SPD), ...

Dass es im neu gewählten Gemeinderat Estenfeld zu großen Veränderungen kommen würde, ja sogar müsste, war schon beim Wahlergebnis deutlich geworden: Eine neue Partei und eine neue Gruppierung sowie elf neue Ratsmitglieder bei gleichzeitigem Aufstocken des Gremiums von 16 auf 20 Räte – "da kann es bei uns gar kein 'Weiter so' geben", hatte Bürgermeisterin Rosi Schraud in einem früheren Gespräch gesagt.

In der konstituierenden Sitzung in der Mehrzweckhalle Weiße Mühle freute sie sich, wie sie in der Begrüßung der neuen Räte sagte, auf "sachbezogene, professionelle und parteiübergreifende Zusammenarbeit der Räte". Die vielen Neuerungen beginnen beim zweiten und dritten Bürgermeister (Tobi Grimm, SPD, beziehungsweise Christian Albert, EinS) und reichen über das Forcieren des Ratsinformationssystems (RIS) mitsamt Bürgerinformationssystem (BIS) bis hin zu einer Bürgerfragerunde pro Quartal.

Protokolle veröffentlichen

Neu ist auch der Zusammenschluss von "SPD/Bürgerforum Estenfeld/Mühlhausen" mit der UWG und dessen einzigem Vertreter Bernd Galm, der dadurch einen Sitz im Haupt- und Finanzausschuss bekommt. Der übrigens wird im Katastrophenfall zum Notausschuss. Die Niederschriften der öffentlichen Sitzungen sollen auf der Homepage zur Einsicht für alle Bürger bereitgestellt werden.

Die Wahl des zweiten Bürgermeisters war Formsache: Einziger Kandidat war Tobi Grimm (SPD). CSU-Fraktionssprecher Ersoy Karakoc erklärte den Verzicht seiner Partei auf das Vorschlagsrecht eines Kandidaten und versteht es "als Signal, dass wir auf eine vertrauensvolle interfraktionelle Zusammenarbeit Wert legen".  Auch die Grünen und EinS (Estenfeld in Schwung) stellten keine Kandidaten, Galm verzichtete ebenfalls. Tobi Grimm wurde mit 14 Stimmen zum zweiten Bürgermeister gewählt, vier Stimmen entfielen auf Johannes Pietschmann, eine auf Gerhard Knorz (beide SPD), ein Stimmzettel war leer.

Spannende Stichwahl

Mehr Spannung versprach die Wahl zum dritten Bürgermeister, weil sich Christian Albert (EinS) und Julia Klafke-Fernholz (Grüne) um dieses Amt bewarben. Für Albert, ein "Kind des Ortes", standen der Wille und die Lust, sich für Estenfeld einzusetzen, im Mittelpunkt. Er sieht angesichts des Wahlergebnisses von mehr als 18 Prozent für die Gruppierung einen "Wählerwillen, der uns Verantwortung überträgt, der wir uns stellen". Klafke-Fernholz fühlt sich "dem Wähler verpflichtet" und wünscht sich mehr Gleichberechtigung, da "vier Frauen im Rat nicht die Bevölkerung widerspiegeln". Auch habe sie von allen neuen Räten die meisten Stimmen erhalten.

Das wollte Jochen Jörg, Sprecher der Einser, so nicht stehen lassen, er sprach von einem "Zerrbild". Wer bei der Kommunalwahl ein Listenkreuz gesetzt habe, habe den Grünen pro Person drei Stimmen gebracht, "uns nur eine, wir sollten das schon im Verhältnis sehen". Die geheime Wahl des Gremiums erbrachte für Albert 13 und für Klafke-Fernholz fünf Stimmen, drei Stimmzettel blieben leer.

Die drei Bürgermeister Estenfelds: Die alte und neue erste Bürgermeisterin Rosi Schraud wird unterstützt vom zweiten Bürgermeister Tobi Grimm (links) und dem dritten Bürgermeister Christian Albert.
Foto: Guido Chuleck | Die drei Bürgermeister Estenfelds: Die alte und neue erste Bürgermeisterin Rosi Schraud wird unterstützt vom zweiten Bürgermeister Tobi Grimm (links) und dem dritten Bürgermeister Christian Albert.

Bürger stellen Fragen

Zweimal hatten vor der ersten Sitzung die Räte in interfraktionellen Besprechungen Details abgeklopft und auch die neue Geschäftsordnung festgezurrt. Einer der zentralen Punkte ist die neu geschaffene Bürgerfragerunde einmal im Quartal vor einer Sitzung. Sie dauert 15 Minuten, und es dürfen nur Fragen zu Sachthemen gestellt werden, die im Rat behandelt wurden oder werden. Die Fragen werden entweder sofort oder zu Beginn der nächsten Sitzung beantwortet. Das Ratsinformationssystem, ein Antrag der Grünen, stieß bei VG-Geschäftsleiter Julian Dürrlauf auf weit geöffnete Türen. "Dieses System wollen wir ohnehin einsetzen", sagte er.

Salär im Gemeinderat

Bürgermeisterin Rosi Schraud erhält als Wahlbeamtin eine Vergütung der Gehaltsstufe A 16 Endstufe. Der zweite Bürgermeister bekommt eine Entschädigung von 400 Euro pro Monat, der dritte Bürgermeister 250 Euro, beide erhalten pro Vertretungstag der Bürgermeisterin 1/30 von der Gehaltsstufe A 16. Jedes Ratsmitglied bekommt ein Sitzungsgeld von 40 Euro plus Verdienstausfall. Alle Fraktionen erhalten einmal jährlich ein Fraktionsgeld von sieben Euro pro Monat und Mitglied.

In eigener Sache: Unabhängige Berichterstattung: In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats von Estenfeld, Landkreis Würzburg, wurde neben anderen auch Jochen Jörg als neuer Gemeinderat vereidigt. Aus Transparenzgründen weisen wir darauf hin, dass Jochen Jörg Mitglied der Redaktion der Mediengruppe Main-Post ist. Als Redakteur am Printdesk lokal wirkt er mit bei der Erstellung von Lokalseiten. Um die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Lokalberichterstattung zu gewährleisten und mit Verweis auf die Journalistischen Leitlinien der Mediengruppe, hat die Chefredaktion der Main-Post entschieden, dass Jochen Jörg während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Estenfelder Gemeinderat nicht für die Produktion von Inhalten aus dem Landkreis Würzburg, speziell aus Estenfeld, eingesetzt werden darf. Er wird ausschließlich andere Lokalausgaben betreuen.

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