Veitshöchheim

Zwischen Landschaftsgenuss und Muskelschmerz

Tägliches Training bei der Benediktushöhe in Retzbach: Thomas Gumpert aus Güntersleben, hat den ersten Maintal-Ultratrail in Veitshöchheim initiiert.
Foto: Theresa Müller | Tägliches Training bei der Benediktushöhe in Retzbach: Thomas Gumpert aus Güntersleben, hat den ersten Maintal-Ultratrail in Veitshöchheim initiiert.

Für Läufer, die sich beim Würzburg-Marathon auf 42 Kilometern noch nicht genügend austoben konnten, steht jetzt das ultimative Ereignis bevor: Der erste Maintal-Ultratrail am 27. September 2014. Die hart gesottenen Sportlerinnen und Sportler haben dabei eine Laufstrecke von 61,4 Kilometern bei 1 696 Höhenmetern vor sich. Wer es erst einmal vorsichtiger angehen will, wählt die Rundstrecke des Maintal-Trails mit 27,8 Kilometern und 610 Höhenmetern. Und das mit garantiert herrlichen Ausblicken in der Main- und Weinlandschaft zwischen Würzburg und Karstadt.

Laufspaß statt Spaßlauf

Der Traum von einem Lauf durch die Weinbergslandschaft rund um Würzburg geisterte schon seit vielen Jahren durch die Köpfe potenzieller Lauf-Veranstalter. Da ging man meist von einem Spaßlauf nach dem Vorbild des berühmten französischen Medoc-Laufs aus, der als die längste Weinprobe der Welt gilt. Jetzt ist ein Ultra-Lauf daraus geworden, der einem Trend aus Frankreich und Spanien aufgreift. Laufveranstaltungen, die durch schönes Gelände führen, boomen, sagt Thomas Gumpert aus Güntersleben. Er ist beim Veranstalter, dem iWelt-Marathon-Verein Würzburg, der Initiator des ersten Maintal-Ultratrails.

Wenn Gumpert in Gedanken die neue Strecke abläuft, gerät er förmlich ins Schwärmen. Er spricht allerdings nur vom Genuss, nicht von den Schmerzen, die da mancher Ausdauersportler auf dieser langen Strecke bewusst in Kauf nimmt.

Start und Ziel ist für beide Läufe an der Sportanlage des SV Veitshöchheim an der Günterslebener Straße. Von dort verläuft die Strecke oberhalb des Maintals teils auf Weinbergswegen und Wanderwegen in Richtung Thüngersheim und Karstadt. Weiter geht es in Richtung Retzstadt durch den Ochsengrund und den Gadheimer Wald wieder zurück zum Startpunkt. Die Strecke ist gekrönt mit herrlichen Aussichten, anspruchsvollen Steigungen wie dem Etzburg-Trail an der Schranne zwischen Güntersleben und Thüngersheim. Das besonders reizvolle der Strecke: Nur zehn Prozent Asphalt, viele „Singel-Trails“, also ganz schmale Wanderwege und viele Waldwege.

Bis Anfang August hatten sich für beide Strecken 200 Läufer angemeldet. 116 der bislang angemeldeten Läufer, haben sich für die Ultra-Strecke eintragen lassen, 84 für den Maintal-Trail. Auf die lange Strecke gehen auch 27 Frauen, 17 Läuferinnen sind bislang für den Maintal-Trail gemeldet. Die hohe Zahl der Anmeldungen für die Ultra-Strecke spricht für eine gute überregionale und internationale Beteiligung.

Gumpert rechnet damit, dass noch rund 150 Anmeldungen hinzukommen. Das würde seine Erwartungen erfüllen. Schließlich gehe man hier nicht von einem Massenlauf aus. Er spricht von „starken“ Läufern, die am Start sein werden. Beispielsweise Matthias Graf aus Bad Brückenau, der den 8. Platz beim Zugspitz-Ultratrails mit 101 Kilometern und 5600 Höhenmetern belegte.

Höchste Anforderungen

Anmeldeschluss für den Lauf ist der 31. August. Auch am Vortag des Laufs und am Lauftag kann noch mit Zuschlag bei der Startgebühr nachgemeldet werden. Für diese anspruchsvollen Strecken jetzt erst mit dem Training zu beginnen, wäre natürlich viel zu spät. Läufer, die hier teilnehmen, sind im Grund ganzjährig fit.

Höchste Anforderungen stellt die Strecke nicht nur in sportlicher Hinsicht. Auch für die Sicherheit der Läufer muss einiges getan werden nötig. Sechs Verpflegungsstände, wo es nicht nur Getränke, sondern auch feste Nahrung zur Stärkung werden aufgebaut. Für die Sportler ist zudem ein kleiner Rucksack mit Wasserbehälter und eine Notfallausrüstung mit Erste-Hilfe-Set und Rettungsdecke Vorschrift. Außerdem ein Mobiltelefon mit eingespeicherter Notfall-Nummer und der Nummer des des Organisators damit im Notfall schnell geholfen werden kann.

Eine große Herausforderung wird laut Thomas Gumpert noch sein, die Strecke ausreichend zu kennzeichnen, damit sich keiner verläuft. Denn ein ständiger Blickkontakt zwischen den Läufern wird bei dem relativ kleinen Läuferfeld auf dieser lange Distanz nicht möglich sein. Das Feld wird sich weit auseinanderziehen. Es werden sich erfahrungsgemäß automatisch Leistungsgruppen bilden, die den Kontakt nicht abreißen lassen, aber die Veranstalter rechnen auch mit viele Einzelläufer, die sich über die Strecke verteilen. Gestartet wird der Ultra-Lauf um 7 Uhr, der Maintrail um 9 Uhr. Bei den Spitzenläufern geht Gumpert davon aus, dass sie die 60 Kilometer zwischen fünf und sechs Stunden bewältigen. Zielschluss ist für beide Läufe um 18 Uhr.

Ein Problem für den Veranstalter ist die Absicherung der langen Strecke. Organisationsleiter Günter Herrmann sucht noch Helfer, die sich als Streckenposten oder für die Verpflegungsstationen zur Verfügung stellen. Für ihre Verpflegung wird gesorgt. Vereine, die Helfer ab 16 Jahren abstellen, erhalten gegen Spendenquittung zehn Euro pro Helfer für die Vereinskasse.

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