Fußball: 2. Bundesliga

Club macht Gewinn trotz Corona

1,8 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftete der Zweitligist in der abgelaufenen Saison vor allem dank seiner Spielerverkäufe. Finanzvorstand Rossow bezeichnet die Bilanz als "sehr gesund".
Zufrieden mit den Zahlen, die er bei der Bilanzpressekonferenz vorlegen konnte:  Niels Rossow (rechts), Finanzvorstand des 1. FC Nürnberg, hier mit dem bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Grethlein. 
Foto: Heiko Becker/HMB Media via Sportfoto Zink/Daniel Marr | Zufrieden mit den Zahlen, die er bei der Bilanzpressekonferenz vorlegen konnte:  Niels Rossow (rechts), Finanzvorstand des 1. FC Nürnberg, hier mit dem bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Grethlein. 

Niels Rossow war erkennbar zufrieden mit den Zahlen, die er bei der Bilanz-Pressekonferenz des 1. FC Nürnberg im Vorfeld der virtuellen Mitgliederversammlung am Dienstagabend vorstellte. „Stattlich positiv“ nannte der kaufmännische Vorstand den Jahresüberschuss von 1,8 Millionen Euro nach Steuern (Vorjahr 8,2), den der FCN in der Saison 2019/20 trotz der Ausfälle durch die Corona-Pandemie erzielte. Die Ablösesummen für die Profis Löwen, Leibold und Ewerton hätten zum positiven Jahresergebnis „sehr stark geholfen“. Auch künftig werde es für den Verein wichtig sein, Profis zu entwickeln und gut zu verkaufen.

Mit dem Überschuss steigerte der Club sein Eigenkapital auf 10,4 Millionen Euro. „Eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent ist eine sehr gute Zahl für ein Unternehmen und im Fußball sehr selten“, meinte Rossow, der seit zwei Jahren Nürnberger Finanzvorstand ist.

Nach dem Abstieg aus der Bundesliga und durch vier Geisterspiele im Max-Morlock-Stadion verringerten sich die Erträge zur Vorsaison um 17,7 Millionen Euro auf 55,2 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um 1,8 Millionen Euro auf 9,8 Millionen Euro. Rossow erklärte das damit, dass Transfersummen von Neuverpflichtungen über Ratenzahlungen abgewickelt wurden, um Liquidität zu sichern. Er bezeichnete die Bilanz „als sehr gesund“. Der FCN sei während des Lockdowns nicht wie andere Vereine von der Pleite bedroht gewesen. Das sei auch dem Portfolio an zuverlässigen Sponsoren zu verdanken. Das laufende Geschäftsjahr werde aufgrund anhaltender Corona-Effekte und weniger Fernsehgeld nach Rang 16 in der letzten Zweitliga-Saison jedoch „wirtschaftlich äußerst anspruchsvoll“.

Fans zum gesellschaftlichen Engagement animieren 

Die Mission, den Club regional stärker wahrnehmbar zu machen, Vertrauen bei der Wirtschaft zu säen und gesellschaftlich Haltung zu zeigen, gehe weiter. In diesen Bereichen sieht Rossow bereits viele Erfolge. Wer über den Club zynisch spreche, bekomme immer seine Lacher, sagte er. Doch man könne selbstbewusst auftreten. Auf einer eigenen Webseite (www.unserclub.de) will der Verein Fans mit verschiedenen Anreizen verstärkt zu gesellschaftlichem Engagement animieren.

Kein Platz für Rechtsextremismus beim Club

Auf Nachfrage distanzierte sich Rossow in der Pressekonferenz "mit allem, was ich habe" von der Trauergeste von Fans gegenüber einem gestorbenen Neonazi.  Anfang Oktober war ein Banner vor dem Max-Morlock-Stadion für einen im September gestorbenen Club-Fan und Neonazi angebracht worden. Signiert war der Schriftzug mit „Nordkurve Nürnberg“, einem Ultra-Dachverband. Der Verein hatte sich schon nach Bekanntwerden des Vorfalls von den Verantwortlichen der Aktion distanziert. Man habe eine Reaktion eingefordert, bestätigte Rossow, die "teilweise auch stattgefunden" habe. „Der 1. FC Nürnberg ist kein Platz für den Rechtsextremismus. Wir werden mit allem, was wir haben, gegen jeden Keim der menschenverachtenden Gesinnungen kämpfen, die der Rechtsextremismus von sich gibt“, sagte Rossow.

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