Marktbreit

Warum ein Bayernliga-Torjäger zurück in die Kreisliga geht

Fußballer Daniel Endres kehrt im Sommer zu seinem Heimatverein nach Marktbreit zurück. Warum der 28-Jährige der Bayernliga den Rücken kehrt und nun in der Kreisliga stürmt.
Daniel Endres (Archivfoto) wechselt im Sommer zurück zur FG Marktbreit-Martinsheim. Auf Fußball möchte der 28-Jährige noch nicht ganz verzichten, doch kann wegen seines Berufs nicht mehr so viel Zeit und Aufwand wie bislang für sein sportliches Hobby aufbringen.
Foto: Hans Will | Daniel Endres (Archivfoto) wechselt im Sommer zurück zur FG Marktbreit-Martinsheim. Auf Fußball möchte der 28-Jährige noch nicht ganz verzichten, doch kann wegen seines Berufs nicht mehr so viel Zeit und Aufwand wie ...

Mehr als 100 Spiele bestritt Daniel Endres in der Fußball-Landesliga und schoss über 40 Tore. Aktuell steht er im Kader des Bayernligisten TSV Abtswind. Zur Saison 2021/22 kehrt der 28-Jährige aber zu seinem Heimatverein, der FG Marktbreit-Martinsheim, zurück.

Mit seiner "sportlichen Qualität und höherklassigen Erfahrung" könne Daniel Endres der jungen Marktbreiter Mannschaft nach deren Abstieg aus der Bezirksliga beim Neuaufbau in der Kreisliga helfen, sagt Sportleiter Joachim Hupp. "Wenn ich nicht in der Marktbreiter Jugend gewesen wäre, hätte ich später wohl nicht so hoch gespielt", meint Endres. Vielleicht könne er nun manchem talentierten Kicker helfen, einen ähnlichen Weg zu gehen.

Vereine vorzeitig verlassen

Der Mittelstürmer räumt ein, dass es bei seinen vorherigen Vereinen "nicht so gelaufen" sei, wie er sich das gewünscht hätte. Das habe in den vergangenen zwei Jahren dazu geführt, dass er einige Vereine nach kurzer Zeit wieder verlassen habe.

Nach dem Ende seiner Ausbildung bei der Polizei schloss sich Endres dem Landesligisten Höchberg an. Der Wechsel stand schon fest, ehe er Landesliga-Meister mit Abtswind wurde. "Ich war wohl nicht der Stürmertyp, den sie erwartet hatten. Ich laufe keine zwölf Kilometer in einem Spiel, sondern versuche, dort zu stehen, wo es gefährlich werden kann", erklärt er. Er spielte durchgehend, aber verließ die Turngemeinde trotzdem nach einem halben Jahr.

Einen erneuten Anlauf in dieser Liga, in der er als 21-Jähriger für Bayern Kitzingen debütiert hatte, wagte Endres in Lengfeld. Nach einer Auseinandersetzung mit einem Mitspieler zog er für sich aber Konsequenzen und ging: "Was dort vorgefallen war, konnte ich nicht akzeptieren." Er wechselte deshalb vor einem Jahr ein zweites Mal nach Abtswind.

Über Beruf und Hobby nachgedacht

Dass er seitdem nur auf zwei Kurzeinsätze in der Bayernliga kam, war den Saisonunterbrechungen aufgrund der Corona-Pandemie geschuldet, denn mehr Spiele bestritten die Abtswinder im vergangenen Jahr auch nicht. Für Endres blieb genügend Zeit, darüber nachzudenken, wie er seinen Beruf und sein Hobby künftig unter einen Hut bringen könnte.

Als Polizist gehört er zum Unterstützungskommando, der Einheit für Sonderaufgaben bei der bayerischen Polizei. Er sichert zum Beispiel Großveranstaltungen wie Fußballspiele mit erhöhtem Sicherheitsrisiko oder Demonstrationen ab. Diese finden oft an Wochenenden statt, so dass er bisweilen im Mannschaftsbus nicht zum Sportplatz, sondern zum Einsatzort fährt.

Mehrmals in der Woche zu trainieren, sei für ihn aber nicht mehr möglich, und bei einigen Spielen würde er wohl auch fehlen. Ohne regelmäßiges Training könne er im hochklassigen Amateurfußball freilich nicht einfordern, berücksichtigt zu werden: "Und ich setze mich ungern auf die Bank, dafür stehe ich zu gerne auf dem Platz."

In der Kreisliga gut aufgehoben

In der Kreisliga sei er deshalb gut aufgehoben, findet er, und das gelte auch für die Marktbreiter Fußballer: "Der Abstieg hat dem Verein trotz der langen Zeit in der Bezirksliga gut getan." Acht Jahre hielt sich die Fußballgemeinschaft – 2006 schlossen sich die Fußballer vom SC Marktbreit und vom TSV Martinsheim zusammen – in jener Liga, doch wurden die Gegner in der näheren Umgebung Jahr für Jahr weniger und die Fahrten umso länger.

"Vor fünf Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich den Fußball einmal nach hinten stelle, der stand bei mir immer ganz vorne", sagt Endres. "Ein paar Jahre noch" möchte er, der bislang von schweren Verletzungen verschont blieb, spielen. Auf die Liga komme es dabei nicht mehr an, nur auf den Spaß, den ihm das Hobby bringt, möchte er nicht verzichten.

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