Schweinfurt

FC 05 in der Krise: Droht eine Saison ohne sportlichen Wert?

Das 2:2 in Pipinsried offenbart einmal mehr die Schweinfurter Schwäche, sich nicht resolut genug wehren zu können. Warum nun das interne Gefüge auf dem Prüfstand steht.
Symbolträchtig: Mit Pablo Pigl gewinnt ein hoch motivierter Ex-Schweinfurter den Zweikampf gegen FC-05-Kapitän Lukas Billick. Der war nach dem 2:2 der Schweinfurter in Pipinsried mächtig angefressen.
Foto: Bruno Haelke | Symbolträchtig: Mit Pablo Pigl gewinnt ein hoch motivierter Ex-Schweinfurter den Zweikampf gegen FC-05-Kapitän Lukas Billick. Der war nach dem 2:2 der Schweinfurter in Pipinsried mächtig angefressen.

Drei Minuten haben dem FC 05 Schweinfurt gefehlt zum ersten dreckigen Sieg. Stattdessen: 2:2 bei Aufsteiger FC Pipinsried, den parallelen Ausrutscher des FC Bayern II nicht genutzt, auf die SpVgg Bayreuth, die bereits zum dritten Mal in den Schlussminuten einen Sieg erzwungen hat, weitere zwei Punkte verloren. "Wir müssen uns fragen, ob wir den nötigen Willen haben", rückte Kapitän Lukas Billick die Momentaufnahme in den Zwölf-Spiele-Kontext und folgerte: "Jetzt dürfen wir bis zu Weihnachten eigentlich keinen Punkt mehr liegen lassen." 

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Und sogar noch ein Stückchen weiter ließ der 33-jährige Verteidiger seinen düsteren Blick schweifen: "Wird der Abstand auf die Spitze größer, müssen wir uns überlegen, was wir mit unseren Zielen im neuen Kalenderjahr machen." Droht dem FC 05 trotz seiner zwischenzeitlichen Glanzleistungen frühzeitig eine Restrunde ohne Wert? In einer um das Nachholspiel der Bayreuther gegen Augsburg bereinigten Tabelle könnten die Schweinfurter bereits acht Punkte Rückstand auf die Oberfranken haben.

Düstere Prognose für die Direktvergleiche mit den Top-Teams

Und wären gezwungen, sämtliche ausstehenden Direktvergleiche mit München, Bayreuth und Burghausen, gegen das man den ersten ja mit 2:5 verloren hatte, zu gewinnen. "Das ist genau das, was wir nicht wollten. Unser Ziel war es, selbst einen Vorsprung aufzubauen." Billick will sich gar nicht ausmalen, wie die Nullfünfer mit der gegenteiligen Situation umgehen werden: "Mal ehrlich: Wenn wir in Pipinsried nicht mit allen Mitteln noch fünf Minuten Stand halten können,  wie wollen wir dann in Bayreuth bestehen?" Der klassische 05er Krisenmonat Oktober kommt übrigens noch.

Was fehlt der qualitativ grundsätzlich starken Mannschaft? Dreckigkeit? Wille? Konzentration? Cleverness? Kraft? Schwer auszumachen angesichts der oft vorhandenen Überlegenheit. Die Coolness vor dem Tor war es in Pipinsried nicht. David Grözinger (3.) und Meris Skenderovic (48.) hatten die jeweils erste Aktion der beiden Halbzeiten zu Traumtoren genutzt. Und zwei Treffer sollten reichen, wenn ein 0,7-Millionen- auf einen 2,1-Millionen-Kader trifft - Punkt. Auch wenn der Gast nach der Gelb-Roten gegen Tim Kraus eine Viertelstunde zu zehnt auskommen musste. "Da müssen Profis abgezockter sein", so Billick selbstkritisch, da mit beteiligt, daran, dass der Ausgleich durch den zweifachen Torschützen Lucas Schraufstetter (23., 87.) nach einer wenig druckvollen Flanke unzureichend verteidigt wurde. 

Nur eine lange Positiv-Serie kann dem FC 05 jetzt helfen 

Auch Trainer Tobias Strobl sprach nicht mehr von einer noch langen Saison, versuchte sich nicht in Schönfärberei: "Unsere Leichtigkeit ist weg, wir machen zu viele einfache Fehler. Unsere Lage ist alles andere als komfortabel." Sechs Siege in zwölf Spielen sind eine schwache Ausbeute. Eine Serie wollte der Coach darob nicht gleich herbeireden, auch wenn nur eine solche den nach einem Saison-Drittel angerichteten Schaden reparieren könnte. Es helfe jetzt erst einmal ein Sieg gegen Schalding-Heining am Samstag im Willy-Sachs-Stadion - kleine Brötchen für einen Titelverteidiger, der die erneute Meisterschaft selbstbewusst zur Pflicht postuliert hatte.  

Dass zuvor die erste nicht-englische Woche für den FC 05 ansteht, käme, so Strobl, gelegen: "Endlich können wir über die Fehler nicht nur reden, sondern sie auch bearbeiten." Dazu dürfte gehören, dass die Mannschaft wie beim 0:1 in Memmingen nicht begriffen hat, dass, wenn der feine Fuß nicht reicht, der lange Schlag auf Adam Jabiri und ein erkämpfter zweiter Ball probate Mittel sind, Dinge zu erzwingen. Lassen sich die Spieler dies, genau wie eine an physische Grenzen gehende Abwehrarbeit,  nicht mit erkennbarer Resonanz eintrichtern, ploppt freilich eine unbequeme Frage auf: Ist das interne Gefüge dann noch in Ordnung? 

Bayreuth-Spiel bleibt, Pokal-Derby gegen Kickers wird verlegt 

Über das Traum-Los für Verbandspokal-Viertelfinale - ein Heimspiel gegen die Würzburger Kickers - konnten sich Strobl und Co angesichts der sich aufbauenden Krise nur bedingt freuen. Immerhin: Wegen der Live-Übertragung des für den FC 05 in dieser Situation relevanteren Liga-Spiels zwischen Bayreuth und Schweinfurt bleibt dieses auf 9. Oktober terminiert; das für den gleichen Tag angedachte Pokal-Derby wird neu terminiert. 

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