Schweinfurt

IOC-Präsident in Schweinfurt: Bach gibt Kaidel die Ehre

Zum Abschied des Vorsitzenden des Deutschen Rudervereins reist der mächtigste Sportfunktionär der Welt auf der Maininsel an.
Der Herr der Ringe: IOC-Päsident Thomas Bach
Foto: PascalMuller | Der Herr der Ringe: IOC-Päsident Thomas Bach

Es muss schon ein besonderer Anlass sein, wenn der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nach Schweinfurt reist. Der ist für Thomas Bach am Freitag, 15. Oktober, gegeben. Der mächtigste Sportfunktionär der Welt erweist Siegfried Kaidel die Ehre. Der Schweinfurter wird beim Eröffnungsabend des Rudertages in seiner Heimatstadt nach 13 Jahren als Vorsitzender des Deutschen Ruderverbands (DRV) verabschiedet.

Den IOC-Chef als Gast und Redner bei seiner Verabschiedung dabei zu haben, so viel Wertschätzung wird durchaus nicht jedem deutschen Sportverbandschef zuteil. Aber Bach und der seit 2008 an der DFV-Spitze stehende Kaidel kennen sich schon aus der Zeit, als der Tauberbischofsheimer Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) war, bevor er 2013 zum IOC-Boss gewählt wurde. Zuletzt sahen sich beide bei den Finals der olympischen Ruderwettbewerbe in Tokio.

Kaidel: "Für mich war es eine Ehre"

Kaidel hat sich zudem in seiner langen Amtszeit mit seiner aktiven Amtsführung nicht nur Verdienste um das Rudern erworben, er war parallel auch vier Jahre lang Sprecher der Spitzensportverbände im DOSB (2016 bis 2020). Dabei vertrat er die Interessen des Leistungssports mit Umsicht und Augenmaß, lag aber dennoch häufig über Kreuz mit Alfons Hörmann, dem streitbaren und umstrittenen Bach-Nachfolger im Amt des DOSB-Präsidenten.

Ein öffentlicher Hilferuf der Mitarbeiter in der DOSB-Zentrale in Frankfurt leitete im Frühjahr Untersuchungen und Hörmanns Sturz ein; selbst Bach entzog seinem Nachfolger in einem Brief kurz vor den Sommerspielen das Vertrauen. Nun hoffen er und der scheidende Kaidel gleichermaßen, dass der deutsche Sport von Hörmanns Rückzug im Dezember und einer DOSB-Neuaufstellung profitieren wird.

Siegfried Kaidel, der scheidende Präsident des Deutschen Ruderverbands
Foto: Tomski-Media | Siegfried Kaidel, der scheidende Präsident des Deutschen Ruderverbands

Kaidel, der einer Rudererfamilie entstammt, äußert sich zu seinem Wirken bescheiden. „Ich habe immer das Ziel verfolgt, das aus meiner Sicht Beste für den Deutschen Ruderverband zu bewirken. Ob es immer das Beste war, müssen andere beurteilen. Ich persönlich bereue nicht einen Tag, an dem ich für den DRV tätig war. Für mich war es eine Ehre“, sagte er kürzlich in einem Interview auf der Verbandswebseite rudern.de.

Beim eigentlichen Verbandstag, der am Samstag ebenfalls im Konferenzzentrum auf der Maininsel folgt und vom Schweinfurter RC Franken mitorganisiert wird, kandidiert Moritz Petri als Kaidels Nachfolger. Der in Osnabrück aufgewachsene Jurist mit Wohnsitz in Schäftlarn bei München gehört bereits seit 2013 dem DRV-Vorstand an und war einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden.

Neuer Bundestrainer wird vorgestellt

Für Diskussionen seitens der Vereinsdelegierten könnte ein Konzept für eine professionellere Verbandsstruktur mit einem gestärkten Hauptamt und einem entlasteten Ehrenamt sorgen, das der bisherige Vorstand erarbeitet hat.

Das mäßige DRV-Abschneiden bei den Olympischen Spielen mit zwei Silbermedaillen und die künftige Ausrichtung im Leistungssport dürfte ebenfalls ein Thema werden. Der neue leitende Bundestrainer Christian Felkel, der die Nachfolge von Trainer-Legende Ralf Holtmeyer antritt, wird am Eröffnungsabend vorgestellt.

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