Würzburg

Fünf Fakten zu Baskets-Gegner Brose Bamberg

Am Freitagabend empfängt Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg die Bamberger zum Franken-Derby. Warum beim Gegner Trainer Roel Moors in der Kritik steht.
Für ihn könnte die Partie bei s.Oliver Würzburg zum Schlüsselspiel werden: Bambergs in die Kritik geratener Headcoach Roel Moers.
Foto: Heiko Becker | Für ihn könnte die Partie bei s.Oliver Würzburg zum Schlüsselspiel werden: Bambergs in die Kritik geratener Headcoach Roel Moers.

Der Klub

Quo vadis, Brose Bamberg? Nach goldenen Zeiten mit dem Gewinn neun deutscher Meisterschaften und vier Pokalsiegen zwischen 2005 bis 2017 befindet sich der Klub das zweite Jahr in Folge sportlich auf dem absteigenden Ast – und hat den Kontakt zur nationalen Spitze zumindest derzeit verloren. Zwar glückte vergangene Saison in der heimischen Arena noch der Pokal-Coup gegen Alba Berlin, in den Play-offs war aber bereits im Viertelfinale gegen den damaligen Aufsteiger Vechta Endstation. In der laufenden Saison stehen die Oberfranken als aktuell Achter (22:18 Punkte) gerade noch "über dem Strich" – zu wenig, denn noch immer sind die Ziele ambitioniert. Und trotz deutlich gekürztem Etat – Geschäftsführer Arne Dirks bezifferte den Rückgang auf 30 Prozent – verfügen die Bamberger mit dem namensgebenden Hauptsponsor über den größten Einzel-Geldgeber der Liga und dürften im Etat-Ranking nach dem FC Bayern in etwa auf einer Stufe mit Alba Berlin stehen: "Wir haben einen Zwei- bis Dreijahresplan und wollen in der kommenden Saison voll aufschlagen. Auf der anderen Seite sind wir Brose Bamberg – ich kann jetzt nicht sagen, wir wollen um die Play-offs mitspielen. Momentan ist München weg, aber wir wollen schon um die Plätze zwei bis vier spielen", machte Dirks in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" zu Saisonbeginn deutlich.

Der Trainer

Wird das Franken-Derby zum Schicksalsspiel für Trainer Roel Moors? Bereits Ende Januar, nach der Heimpleite gegen Vechta, sah sich Dirks genötigt, seinem bei Teilen der Anhängerschaft mächtig in die Kritik geratenen Headcoach öffentlich den Rücken zu stärken: "Es ist mir zu einfach zu sagen, dass es am Trainer liegt. Logisch wäre es die einfachste Lösung. Aber wir wollen innovativ sein und müssen andere Wege finden, wieder Spiele zu gewinnen." Nach dem blamablen Vorrunden-Aus in der "Fiba Champions League" wenige Tage später und der jüngsten 70:107-Klatsche am Sonntag bei dezimierten Berlinern ("Heute haben wir ein Team von Kindern und ein Team von Männern gesehen", O-Ton Moors) hat der Unmut gegenüber dem erst im Sommer für zwei Jahre verpflichteten, 41-jährigen Belgier wieder an Fahrt gewonnen. Eine Pleite in Würzburg könnte sein Aus besiegeln, denn auch Dirks betont, das "wir nicht Woche für Woche reden können, sondern Ergebnisse brauchen. Das ist völlig klar."

Der Schlüsselspieler

Mit 2,06-Meter-Center Assem Marei ist der erste und bislang einzige Ägypter der Basketball-Bundesliga bei den Bambergern der effektivste Korbjäger, Der 27-Jährige, der von 2016 bis 2018 für den oberfränkischen Nachbarn Bayreuth auf Korbjagd ging, bringt es durchschnittlich auf 11,3 Punkte (64 Prozent Trefferquote), 5,8 Rebounds und 1,8 Korbvorlagen pro Partie. Taktgeber ist US-Spielmacher Paris Lee (24), den Trainer Moors aus Antwerpen mit nach Bamberg lotste und der im Schnitt 9,3 Punkte und starke 6,2 Assists pro Begegnung erzielt.

Die Bilanz

Erst zwei Siege in bislang 18 Erstliga-Duellen konnte s.Oliver Würzburg feiern (siehe auch "Das Besondere"). Der 72:69-Erfolg am 26. November 2019 war dementsprechend historisch: Erstmals gewannen die Baskets eine Bundesliga-Partie in der als "Frankenhölle" berüchtigten Brose-Arena. Es war die letzte BBL-Bastion, die die Würzburger damit auch erobern konnten. Topscorer mit je 13 Punkten waren Junior Etou und Kapitän Cameron Wells. Den einzigen Heimsieg feierten die Würzburger am 29. September 2017, als sie am ersten Spieltag der Saison 2017/18 gegen den damaligen EuroLeague-Teilnehmer mit 76:73 die Oberhand behielten.

Das Besondere

Was mussten die Würzburger nicht schon alles für Niederlagen gegen den jahrelang schier übermächtigen fränkischen Nachbarn einstecken. Die ersten 13 (!) Duelle gingen allesamt verloren – mit durchschnittlich 23,2 Punkten Differenz. Die 54:95-Klatsche im ersten Play-off-Viertelfinalspiel 2015/16 ist die bis heute höchste in der Baskets-Geschichte. Vor dem Aufeinandertreffen an diesem Freitag (20.30 Uhr, s.Oliver Arena) ist Ausgangslage eine etwas andere: erstmals überhaupt gehen die Würzburger als die tabellarisch besser platzierte Mannschaft (7./22:18) in das Derby – und sollten sie es gewinnen, wären auch zwei Siege in einer Spielzeit ein Novum. 

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