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Großwallstadt gegen Rimpar: Kleine Duelle im großen Derby

Wenn aus Kumpels wieder Konkurrenten werden, dann heißt es in der Zweiten Handball-Bundesliga: Es ist Unterfrankenderby! Die Vorzeichen diesmal versprechen Spannung.
Zimperlich ging's im Unterfrankenderby der Zweiten Handball-Bundesliga zwischen der DJK Rimpar Wölfe (Benedikt Brielmeier, Mitte) und dem TV Großwallstadt (von links: Dino Corak, Lars Spieß und Tom Spieß) trotz freundschaftlicher Bande nie zu – wie hier vor zwei Jahren in Aschaffenburg.
Foto: Heiko Becker | Zimperlich ging's im Unterfrankenderby der Zweiten Handball-Bundesliga zwischen der DJK Rimpar Wölfe (Benedikt Brielmeier, Mitte) und dem TV Großwallstadt (von links: Dino Corak, Lars Spieß und Tom Spieß) trotz ...

TV Großwallstadt – DJK Rimpar Wölfe
(Samstag, 19.30 Uhr, Untermainhalle Elsenfeld)

Nach dem souveränen Sieg der DJK Rimpar Wölfe im ersten Heimspiel gegen den TV Hüttenberg am vergangenen Wochenende winkte Rimpars israelischer Spielmacher und siebenfacher Torschütze Yonatan Dayan mit einem breiten Grinsen im Gesicht einem kleinen Pulk auf der Tribüne. Dort mittendrin: sein Landsmann und Freund Snir Natsia.

Die beiden werden sich an diesem Samstag wiedersehen: Diesmal in der Untermainhalle in Elsenfeld, diesmal auf der Platte und diesmal zumindest 60 Minuten lang nicht als Kumpels, sondern als Konkurrenten. Denn Natsia ist Kreisläufer beim TV Großwallstadt. 

Zwischen wenigen Klubs in der Zweiten Handball-Bundesliga gibt es so viele Verbindungen wie zwischen den beiden unterfränkischen. Würde man sie aufzeichnen, sähe das Ergebnis vermutlich aus wie ein Streckennetzplan zwischen den gut 100 Kilometer entfernten Orten. Diese kleinen Duelle im großen Derby verleihen ihm einen zusätzlichen Reiz. 

Einige bekannte Gesichter fehlen beim TV Großwallstadt

Wieder einmal kommt es nach einem Jahr Pause zu einer Art Klassentreffen einiger Spieler mit ihren Freuden aus den früheren Vereinen: Auf Rimparer Seite wurden Kapitän Patrick Schmidt, Rückraumrechts Steffen Kaufmann und Torwart Andreas Wieser beim TVG ausgebildet, auf Großwallstädter Seite trug Lars Spieß früher das Trikot der DJK.

Sein Zwillingsbruder Tom steht seit dieser Saison beim TV Kirchzell unter Vertrag, Jan Winkler als ehemals dritter Ex-Wolf im Bunde ist zu Eintracht Hildesheim gewechselt, beide spielen nun in der dritten Liga. Leistungsträger Michael Spatz hat seine aktive Karriere nach dem Wiederaufstieg beendet und fungiert seitdem als Teammanager.

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"Die Jungs kennen sich alle fast in- und auswendig", sagt Wölfe-Trainer Ceven Klatt. "Trotzdem wird die Mannschaft gewinnen, die besser vorbereitet ist und der es besser gelingen wird, dem Gegner seine Stärken wegzunehmen und die eigenen durchzubringen." Der 37-Jährige geht davon aus, dass dies seine Mannschaft sein wird – "wenn wir an unser Leistungsmaximum gehen". Und er verrät: "Es ist ein Saisonziel der Jungs, vier Siege gegen die bayerischen Gegner einzufahren." Also je zwei gegen Großwallstadt und Fürstenfeldbruck.  

Klatt und Pallach sind seit vielen Jahren enge Freunde

Einer seiner engsten Freunde dürfte dagegen etwas haben: Maik Pallach, der Sportliche Leiter des TVG. "Wir kennen uns seit 20 Jahren, sind seit über zehn Jahren befreundet und telefonieren täglich", erzählt Klatt. Zuletzt arbeiteten die beiden zusammen bei den Rhein Vikings in Düsseldorf, früher in Ferndorf waren sie Kreisläufer-Kollegen. "Oft haben wir auch gegeneinander gespielt." Vor diesem Duell sind sich die Freunde zumindest einig darüber, "dass unsere Mannschaften in ähnlichen Situationen sind", sagt Klatt.

Nachdem Großwallstadt Rimpar in der Vorbereitung mit 25:20 bezwang, sind beide Teams mit 2:2 Punkten in die Saison gestartet: Verdienten Niederlagen zum Auftakt folgten ebenso verdiente Siege. Beide haben Verletzte. Klatt muss nach wie vor auf Lukas Siegler verzichten, hofft aber, dass Patrick Schmidt und Lukas Böhm "zumindest wieder kurz für Entlastung sorgen können".

Sein Großwallstädter Kollege Ralf Bader muss ohne Mittelmann Mario Stark und den neuen kroatischen Halblinken Goran Bogunovic auskommen. Unter diesen Vorzeichen spricht alles für ein spannendes Spiel vor bis zu 963 zugelassenen Zuschauern. "Heißes Herz und kühlen Kopf" wünscht sich der DJK-Coach von seinen Jungs um Yonatan Dayan.

Als Snir Natsia am Samstag die s.Oliver Arena verließ, schickte er seinem Kumpel noch eine Sprachnachricht. Ob es ein Lob, ein Abschiedsgruß oder eine Kampfansage war, hätte nur jemand wissen können, der Hebräisch versteht. Auf die Frage, ob er sich auf das Derby freue und wer es gewinnen werde, antwortete der bullige TVG-Kreisläufer mit dem dunklen Vollbart auf Englisch nur: "Of course!" Und mit breitem Grinsen: "We will see."

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