Würzburg

Was Fußballer bei einem Corona-Fall in der Mannschaft wissen müssen

Die neue Fußball-Saison beginnt, das Coronavirus ist aber weiterhin in Umlauf. Wie sich ein Verein richtig verhält, wenn ein oder mehrere Spieler positiv getestet wurden.
Die Fußball-Saison startet, aber die Corona-Lage ist nicht vorbei. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat festgelegt, wie Vereine mit einem positiven Corona-Fall in der Mannschaft umgehen sollen und wie sich das auf den Spielbetrieb auswirkt (Symbolbild).
Foto: Julien Becker, HMB Media | Die Fußball-Saison startet, aber die Corona-Lage ist nicht vorbei. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat festgelegt, wie Vereine mit einem positiven Corona-Fall in der Mannschaft umgehen sollen und wie sich das ...

Was tun, wenn eine Corona-Infektion einen oder mehrere Fußball-Spieler einer Mannschaft erwischt hat? Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat den Paragrafen 94 der Spielordnung, den sogenannten "Corona-Paragrafen", beziehungsweise den Paragrafen 54 in seiner Jugendordnung aktualisiert.

"Wir können Beeinträchtigungen etwa durch einzelne Corona-Infektionen, Quarantäne-Anordnungen oder lokale Lockdowns nicht gänzlich ausschließen", wird der für Rechtsfragen zuständige BFV-Vizepräsident Reinhold Baier in einer Mitteilung hinsichtlich der anstehenden Fußball-Saison 2021/22 zitiert.

Der Verband habe aber die Pflicht, solche Fälle vorab klar zu regeln und bestehende Regeln an die aktuellen Bedingungen anzupassen, zumal heute niemand mit Gewissheit sagen könne, wie es mit dem Infektionsgeschehen weitergehe. In dem Beschluss, den der Vorstand für die neue Saison getroffen hat, geht's vor allem um den Umgang mit Corona-Fällen in einer Mannschaft und dem nächsten Spiel.

Was passiert, wenn Spielerinnen und Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurden?

Entscheidend für die Absetzung des Spiels durch den Spielleiter ist, ob die betroffene Mannschaft trotz der Infektion und von den Behörden angeordneter Quarantäne-Maßnahmen noch spielfähig ist. Ist das der Fall, findet die Partie statt. Erreicht die Mannschaft die erforderliche Anzahl an Spielerinnen und Spielern aber nicht, wird die Partie auf den Status "Ausfall" gesetzt. Der Verein muss den Spielleiter darüber informieren, dass ihm Spielerinnen und Spieler ausfallen, und innerhalb von drei Werktagen Nachweise dafür vorlegen. Auf Nachfrage teilt der Verband mit, dass er nicht zwischen Getesteten, Genesenen und Geimpften unterscheiden könne. Dies berücksichtige die zuständige Behörde bei ihrer Kontaktnachverfolgung.

Wann ist eine Mannschaft spielfähig?

Spielfähig ist eine Mannschaft, wenn die – entsprechend der Altersklasse und des Wettbewerbs – vorgegebene Normzahl an Spielerinnen und Spielern zuzüglich zwei zum Wechseln erreicht wird. Der jeweils zur Verfügung stehende Spielerkader wird ermittelt, indem die in den vergangenen Spielen (maximal in den letzten vier Spielen) eingesetzten Spielerinnen und Spieler zusammengezählt werden.

Beispiel: Am fünften Spieltag der Meisterschaftsrunde fallen zwei Spielerinnen oder Spieler aufgrund eines positiven Corona-Tests und behördlicher Anordnungen aus. An den ersten vier Spieltagen setzte die Mannschaft insgesamt 16 Spielerinnen oder Spieler ein. Die Normzahl für die Meisterschaft liegt bei elf Spielerinnen oder Spielern plus zwei zum Wechseln – also 13. Wenn von den 16 also zwei ausfallen, bleiben noch 14 übrig. Die Mannschaft ist daher spielfähig, selbst wenn es noch einen weiteren Ausfall geben sollte.

Welche Nachweise muss ein Verein beim positiven Corona-Test einer Spielerin oder eines Spielers vorlegen?

Akzeptiert werden ein PCR-Test und ein bestätigter Antigen-Schnelltest, zum Beispiel in einem Testzentrum, beim Arzt oder in der Apotheke. Beide dürfen aber nicht älter als drei Tage sein. Findet das Spiel am Sonntag statt, muss der Test von Donnerstag oder danach sein. Bei einer behördlichen Anordnung sind dem Spielleiter die Testergebnisse vorzulegen.

Was macht der Spielleiter, wenn sich ein Verein meldet, dass seine Mannschaft wegen Corona nicht spielfähig sei?

Meldet ein Verein beim zuständigen Spielleiter, dass seine Mannschaft wegen Corona-Infektionen nicht spielfähig sei, setzt der Spielleiter das Spiel auf den Status "Ausfall". Erbringt der Verein die nun nötigen Nachweise fristgerecht, also innerhalb von drei Werktagen, wird das Spiel neu angesetzt. Geschieht das nicht, wird das Spiel als ein "Nichtantritt" ans Sportgericht gemeldet. Es entscheidet dann entweder über eine mögliche Wertung oder eine Neuansetzung.

Was passiert, wenn ein Spiel nicht mehr nachgeholt werden kann?

Für den Ausnahmefall, dass ein Spiel nicht mehr bis zum Spieljahresende nachgeholt werden kann, wird es mit drei Punkten und 2:0 Toren für den Gegner gewertet. Eine Anzeige aufgrund des Nichtantritts erfolgt in diesem Fall aber nicht.

Gibt es Ausnahmen zu dieser Regel?

Für die Regionalliga Bayern gilt Paragraf 43 der Regionalliga-Ordnung.

Ebenso hat der Vorstand eine Änderung des Paragrafen 58 der Spielordnung beschlossen: Spielerinnen und Spieler, die vom Sportgericht für mehr als vier Spiele oder Wochen gesperrt wurden, dürfen in diesem Zeitraum weder spielen noch sich in der Technischen Zone aufhalten und somit befristet keine Funktion oder Trainertätigkeit ausüben.

Mit dieser Änderung sei es beispielsweise möglich, bei kleineren Vergehen und einer geringen Sperre von weniger als vier Spielen oder Wochen weiterhin eine Jugendmannschaft zu coachen, erklärt Baier. Wer dagegen für ein Fehlverhalten in der Technischen Zone mit einem Innenraumverbot belegt worden sei, dürfe, nachdem er die Rote Karte erhalten habe, auch nicht mehr als Spielerin oder Spieler eingesetzt werden.

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