München

Bayern: Weitere Einschränkungen für Corona-Hotspots

In Regionen mit einer Inzidenz über 200 müssen Schulen in den Wechsel-Unterricht. Wo die aktuellen bayerischen Beschlüssen sonst noch über die Berliner Vorgaben hinausgehen.
Das bayerische Motto laute 'verlängern, vertiefen und helfen', sagte Markus Söder (CSU) am Donnerstag. Das Bild zeigt den Ministerpräsidenten nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts auf dem Weg zur Pressekonferenz.
Foto: Sven Hoppe, dpa | Das bayerische Motto laute "verlängern, vertiefen und helfen", sagte Markus Söder (CSU) am Donnerstag. Das Bild zeigt den Ministerpräsidenten nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts auf dem Weg zur Pressekonferenz.

Nach der Bund-Länder-Einigung zu den neuen Grundsatz-Regeln für die Corona-Beschränkungen im Dezember hat das Bayerische Kabinett am Donnerstag die konkrete Umsetzung für den Freistaat beschlossen. Neben der Verlängerung des Teil-Lockdowns für Gastronomie, Hotels und Kultur- und Freizeiteinrichtungen bis zunächst 20. Dezember, gibt es vor allem in "Hotspots" über einer Inzidenz 200 bayerische Beschlüsse, die über die Berliner Vorgaben hinausgehen. Das bayerische Motto laute "verlängern, vertiefen und helfen", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Schulen: In Regionen über Inzidenz 200 Wechsel-Unterricht

Schul-Klassen ab der 8. Jahrgangsstufe in Landkreisen oder Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Corona-Fällen auf 100 000 Einwohner sollen ab 1. Dezember geteilt und im Wechsel in den Klassenzimmern und per Fernunterricht Zuhause unterrichtet werden. In Unterfranken träfe dies aktuell die Landkreise Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Haßberge sowie die Stadt Schweinfurt. Abschluss-Klassen und Förderschulen bleiben von dieser Regel ausgenommen. Die Maskenpflicht im Unterricht gilt in Bayern in allen Klassen-Stufen weiter. Grundschulen und Kitas bleiben offen.

Hochschulen in Bayern nur noch digital, Bibliotheken zu

Der Unterricht an Hochschulen in Bayern soll ab 1. Dezember nur noch digital stattfinden. Gleiches gilt für Kurse an Volkshochschulen und die Erwachsenenbildung. Auch Bibliotheken mit Ausnahme von Uni-Bibliotheken müssen schließen. Dies sei zur weiteren Reduzierung von Kontakten notwendig, erklärte Söder.

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Quarantäne an den Schulen wird deutlich verkürzt

Nach den Vorgaben des Bund-Länder-Beschlusses wird bei Corona-Fällen in den Schulen die Quarantäne-Zeit für die betroffenen Mitschüler drastisch verkürzt. Künftig soll die jeweilige Klasse zunächst fünf Tage in häusliche Quarantäne. Dann soll ein Schnelltest mögliche Infektionen klären. Alle negativ getesteten Schüler können danach wieder zum Unterricht zugelassen werden. Damit soll die Anzahl ausgefallener Schultage gegenüber der bislang vorgeschriebenen 14-Tage-Quarantäne deutlich verkürzt werden. Lehrer sind von der Quarantäne komplett ausgenommen, sollen aber "niederschwellig" die Möglichkeit für freiwillige Tests bekommen.

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Weitere Einschränkungen an Hotsports über Inzidenz 200

In Regionen mit einer Inzidenz über 200 sollen künftig weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens stattfinden: Wochenmärkte außer Lebensmittelmärkte, Musikschulen und Fahrschulen sollen dort schließen. Zudem soll in diesen Regionen ein Alkoholkonsum-Verbot in den Innenstädten gelten. Laut Söder liegen derzeit 28 der 71 bayerischen Landkreise über der Marke 200. Ab Inzidenz 300 sollen gezielte weitere Einschränkungen etwa des Schulbetriebs, aber auch Ausgangsbeschränkungen sowie Reihentestungen etwa an Schulen und Altenheimen stattfinden.

Corona-Entscheidungen vor Foto-Tapete: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor Beginn der Sondersitzung des Kabinetts, die zum Schutz vor Infektionen per Video-Schalte stattfand.
Foto: Sven Hoppe | Corona-Entscheidungen vor Foto-Tapete: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor Beginn der Sondersitzung des Kabinetts, die zum Schutz vor Infektionen per Video-Schalte stattfand.

Gelockerte Weihnachts-Kontaktregeln gelten auch an Silvester

Nach den Berliner Vorgaben sollen sich auch in Bayern nur noch bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Kinder unter 14 Jahren sind von dieser Beschränkung ausgenommen. An Weihnachten gilt in Bayern entsprechend der Berliner Beschlüsse eine Beschränkung auf maximal zehn Personen, dazu gehörende Kinder ebenfalls ausgenommen. Bayern schreibt diese gelockerte Beschränkung nun auch für Silvester fest. Größere Gruppen sollen jedoch zum Jahreswechsel auch im Freien vermieden werden. Touristische Reisen etwa zum Skifahren ins Ausland führen automatisch zu einer Zehn-Tages-Quarantäne. Quarantänefreie Tagesausflüge werden auf triftige, nicht touristische Gründe beschränkt.

Ausfall-Entschädigung auch für Schausteller und Marktkaufleute

Die geltende Schließung von Gastronomie, Hotels, Kultur- und Freizeiteinrichtungen soll zunächst bis Anfang Januar bestehen bleiben. Die im November geltende Ausfall-Entschädigung von 75 Prozent des Umsatzes im Vorjahres-Monat soll auch im Dezember gelten. Darin ausdrücklich einbezogen werden wegen der Absage der Weihnachtsmärkte nun aber auch Schausteller und Marktkaufleute. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) verspricht zudem für die erst seit diesem Mittwoch mögliche Antragstellung schnelles Geld: "Unternehmen erhalten gleich bei Antragstellung umgehend eine erste Abschlagszahlung in Höhe von bis zu 10 000 Euro", sagte er. Schnelle Liquidität habe "höchste Priorität". Auch in Bayern ist künftig in Läden über 800 Quadratmeter nur noch ein Kunde pro zwanzig Quadratmeter erlaubt.

Mehr Schnelltests für Alten- und Pflegeheime

Wie bundesweit beschlossen, sollen auch in Bayern Alten- und Pflegeheime sowie Behinderten-Einrichtungen dreißig Schnelltests pro Monat und Bewohner bekommen, um Besuche durch Angehörige weiter zu ermöglichen. Auch an Weihnachten sollen die Bewohner "unter möglichst sicheren Bedingungen Familienbesuch erhalten können", heißt es im Berliner Papier.

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