Icon Menü
Icon Schließen schliessen
Startseite
Icon Pfeil nach unten
Baden-Württemberg
Icon Pfeil nach unten

Protest gegen SWR-Entscheidung: Petition: «Eisenbahn-Romantik» darf nicht eingestellt werden

Protest gegen SWR-Entscheidung

Petition: «Eisenbahn-Romantik» darf nicht eingestellt werden

    • |
    • |
    • |
    Die Sauschwänzlebahn im Schwarzwald war in der "Eisenbahn-Romantik" immer wieder Thema.
    Die Sauschwänzlebahn im Schwarzwald war in der "Eisenbahn-Romantik" immer wieder Thema. Foto: picture alliance / dpa

    Fans der TV-Sendung «Eisenbahn-Romantik» möchten nicht hinnehmen, dass der SWR die Produktion einstellt. In einer Petition fordern sie den öffentlich-rechtlichen Sender auf: Die beliebte Reportage-Reihe soll weiterbestehen. Rund 13.000 Unterschriften sind seit Ende Juni auf der Plattform Open Petition eingegangen - Tendenz steigend.

    Der SWR hatte angekündigt, die Sendung bald einzustellen. «Die Redaktion wird zum Jahresende aufgelöst und künftig werden keine neuen Folgen produziert», teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

    Eisenbahn-Freund will mit SWR-Intendant sprechen

    Hinter der Petition steht Eisenbahn-Liebhaber Ulrich Klumpp aus Speyer. Der 57 Jahre alte Unternehmer bedauert es sehr, dass das Format gestrichen werden soll. «Mir wird die Sendung einfach fehlen», sagte er. Er habe die erste Folge über die Sauschwänzlebahn im Schwarzwald zufälligerweise gesehen und habe dann die Reportage-Reihe schätzen gelernt. Allein die Sendung zur Sauschwänzlebahn habe er bestimmt 20 Mal angeguckt.

    Die «Eisenbahn-Romantik» habe Zugfans wie ihm Inspiration für Reisen zu speziellen Strecken, Bahnhöfen, Lokomotiven und Waggons im Südwesten - aber auch ganz Deutschland gegeben. Klumpp hofft nun auf ein Treffen mit dem SWR-Intendanten Kai Gniffke, um ihn zu überzeugen, die Sendung weiterzuproduzieren.

    SWR verweist auf niedrige Quoten im linearen Fernsehen

    Die Pressestelle des SWR gab sich auf Nachfrage eisern. «Wir respektieren, dass sich Menschen für das Format starkmachen (...)», teilte eine Sprecherin mit Blick auf die Quoten mit. "Eisenbahn-Romantik" habe in den vergangenen zehn Jahren zwischen 3,2 und 4,2 Prozent Marktanteil im SWR-Sendegebiet erreicht. «Das heißt, zwischen 15.000 und 67.000 Menschen haben jeweils zugesehen.» Im Bundesgebiet habe der Marktanteil zwischen 1,2 und 2,5 Prozent gelegen. Es hätten zwischen 60.000 und 270.000 Menschen eingeschaltet. «Im letzten Jahr lagen die Zahlen am unteren Ende der Skala.»

    Zahlreiche Einzelfolgen sind aber auch in der ARD-Mediathek sowie im Youtube-Kanal «SWR Eisenbahn Romantik» abrufbar. Einzelne Videos wurden bis zu 1,6 Millionen Mal angesehen, diverse andere kommen auf mehrere Hunderttausend Aufrufe. Der SWR produzierte über die Jahre 1082 halbstündige Folgen.

    Landtagsfraktion schaltet sich in Debatte ein

    Die geplante Einstellung der Sendung hat inzwischen das politische Stuttgart erreicht. Die dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ohnehin sehr kritisch gegenüberstehende AfD-Fraktion des Landtags warf dem SWR vor, die Sendung «lieblos abzuwürgen». Der SWR sei nicht Sprachrohr des Zeitgeistes, sondern dem ganzen Land verpflichtet – und damit auch jenen Menschen, die sich noch für Dampfloks und Geschichte begeistern. «Gerade im Südwesten, wo Eisenbahntradition tief verwurzelt ist, trifft diese Entscheidung viele Menschen ins Herz.»

    Ehemaliger Moderator appelliert an Sender

    Die Reportage-Reihe lief seit Anfang der 90er-Jahre im SWR, wurde aber auch in anderen dritten Programmen der ARD sowie bei Arte ausgestrahlt. Bis Ende 2015 präsentierte Hagen von Ortloff die Sendung - später moderierte er noch Sondersendungen. Er gilt als Erfinder der «Eisenbahn-Romantik» blieb auch als einziger Moderator das Gesicht der Serie. Er appellierte in einem kürzlich veröffentlichen Youtube-Video an den SWR: «Bitte lasst die Redaktion von "Eisenbahn-Romantik" bestehen.»

    Vom Pausenfüller zur Erfolgssendung

    Die Sendung war zunächst als Pausenfüller im SWR-Programm angedacht. Doch die Macher wurden vom Erfolg überrascht und so wurden die Filme über Züge und Bahnstrecken schnell zu einer Erfolgsserie. Vielen Zuschauerinnen und Zuschauern dürfte die einprägsame Titelmelodie im Kopf geblieben sein. Dabei handelte es sich um die Jazzklänge «Sentimental Journey» von Les Brown. Das Lied war zu Beginn der Folgen, aber auch im Abspann zu hören. Zum Start einer Folge waren in der Regel Bilder der betagten Schmalspurlok der Museumsbahn Ochsenhausen-Warthausen in Oberschwaben zu sehen.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Registrieren sie sich

    Sie haben ein Konto? Hier anmelden