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Verkehr und Tourismus: 244 Sightseeing-Tipps an Hessens Autobahnen

Verkehr und Tourismus

244 Sightseeing-Tipps an Hessens Autobahnen

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    Auf dem Weg in den Urlaub oder zurück können die Hinweisschilder dabei helfen, die Langeweile bei der Fahrt zu vertreiben und zu Unterhaltungen anregen. (Foto-Produktion)
    Auf dem Weg in den Urlaub oder zurück können die Hinweisschilder dabei helfen, die Langeweile bei der Fahrt zu vertreiben und zu Unterhaltungen anregen. (Foto-Produktion) Foto: Boris Roessler/dpa

    Wer in Hessen mit dem Auto unterwegs ist, kennt sie: die braun-weißen Schilder am Straßenrand der Autobahn, die plötzlich von der «Keltenwelt am Glauberg», dem «Deutschen Feuerwehrmuseum» oder dem «Weltnaturerbe Grube Messel» künden. Mal wecken sie Neugier, mal ein «Oh, da wollten wir doch schon immer mal hin!», manchmal aber auch nur ein kurzes Stirnrunzeln – denn wer hat eigentlich Zeit, spontan zu einer Sehenswürdigkeit abzubiegen?

    Dabei sind diese Sightseeing-Tipps weit mehr als bloßes Blech: Sie sind kleine Fenster in Hessens Geschichte, Kultur und Natur – und ein ständiger Kampf um Aufmerksamkeit zwischen Navigationssystem, Stauwarnung und der Frage, wo der nächste Rastplatz ist. Bei Fahrten in den Urlaub oder nach Hause können sie dabei helfen, die Langeweile der Fahrt zu vertreiben und zu Unterhaltungen anregen, was es denn nun mit dieser oder jener Sehenswürdigkeit auf sich haben mag. Gewissermaßen Heimatkunde to go.

    «Die Schilder sind eine willkommene Abwechslung», findet Oliver Reidegeld vom ADAC Hessen-Thüringen. Abwechslung, aber keine Ablenkung vom Verkehrsgeschehen, betont der Sprecher. Eine derartige Gefahr sehe er in den dezenten Schildern nicht. «Da gibt es ganz andere Dinge, die ablenken.»

    Wer bestellt, bezahlt

    «Touristische Unterrichtungstafeln» heißen die braunen Schilder offiziell, wie die zuständige Autobahn GmbH des Bundes mitteilte. Aktuell gibt es 244 davon im hessischen Autobahnnetz. Die 2018 gegründete Autobahn GmbH ist auch die Zulassungsbehörde, die über die Aufstellung eines Schildes an Autobahnen entscheidet.

    Nach Angaben des ADAC Hessen-Thüringen sind es häufig Städte und Landkreise, die den Antrag auf die Aufstellung eines Schildes stellen. Dabei gilt das Prinzip: Wer bestellt, bezahlt.

    Keine billige Werbung

    «Die Gesamtkosten für ein neues Schild liegen in der Regel zwischen 20.000 und 40.000 Euro», erklärte ein Sprecher der Autobahn GmbH. Darin enthalten sind alle Kosten für die Anschaffung, Montage, Wartung, Demontage und Entsorgung des Schildes, einschließlich der Aufstellvorrichtung. «Dieser Betrag wird einmalig erhoben und bildet die gesamten Kosten für die Aufstelldauer des Schildes ab», sagt der Sprecher.

    Schilder mit Wirkung

    Doch bringen die Schilder wirklich etwas? Erstaunlicherweise ja, wenn man einer Umfrage der Hochschule Harz folgt, auf die der ADAC verweist. Demnach ist jeder Sechste bereits mindestens einmal dem Hinweis auf ein besonderes Reiseziel spontan gefolgt. Zwei von drei Personen gaben laut der vor sechs Jahren durchgeführten Online-Umfrage an, dass sie sich an konkrete Schilder sowie die auf diesen abgebildeten Sehenswürdigkeiten, Städte oder Landschaften erinnern können. Nur vier Prozent sagten, sie hätten die Tafeln noch nie wahrgenommen.

    Zwei Drittel, die einem Hinweis kurzfristig folgten, sind nach eigenen Angaben bis zu 30 Minuten zusätzlich gefahren. Ein Teil derer, die der Hinweistafel nicht spontan gefolgt sind, haben sich das Ziel für spätere Ausflüge vorgemerkt.

    Sich inspirieren lassen

    «Es gibt Menschen, die das Reisen noch als Reisen verstehen», erklärt ADAC-Sprecher Reidegeld. Und sich dabei von den Hinweistafeln inspirieren zu lassen, macht seiner Ansicht nach durchaus Sinn. Wenn eine Autofahrerin oder ein Autofahrer sowieso eine Pause einlegen wolle, könne man statt zu irgendeinem Rasthof auch zu einer ausgeschilderten Burg fahren, sagt er. «Oder man ist ohnehin in der Region unterwegs und lernt dadurch eine Sehenswürdigkeit kennen.» Wer beispielsweise einen Termin in Kassel habe und den Bergpark dort noch nicht kenne, werde sich vielleicht von dem Schild zu einem spontanen Besuch anregen lassen.

    Die meisten Schilder sprechen für sich: Mal wird auf eine Burg hingewiesen, mal auf eine schöne Altstadt, auf einen Freizeit- oder einen Wildpark. Mitunter sorgen die Sightseeing-Tipps aber auch für Schmunzeln - etwa der Hinweis auf die «Wetterauer Seenplatte» an der A45. «Da wird mehr versprochen, als gehalten wird», findet eine Autofahrerin, die öfters auf der Strecke zwischen Hanau und dem Gambacher Kreuz unterwegs ist.

    Wo geht's zur nächsten Sehenswürdigkeit? Die «touristischen Unterrichtungstafeln», wie sie offiziell heißen, geben Autofahrern Tipps. (Foto-Produktion)
    Wo geht's zur nächsten Sehenswürdigkeit? Die «touristischen Unterrichtungstafeln», wie sie offiziell heißen, geben Autofahrern Tipps. (Foto-Produktion) Foto: Michael Bauer/DPA
    Weit mehr als 200 «touristische Unterrichtungstafeln», wie sie offiziell heißen, gibt es an hessischen Autobahnen. (Foto-Produktion)
    Weit mehr als 200 «touristische Unterrichtungstafeln», wie sie offiziell heißen, gibt es an hessischen Autobahnen. (Foto-Produktion) Foto: Boris Roessler/dpa
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