Bad Kissingen

Bad Kissingen: "Menschen mit Handicap Gehör verschaffen"

Im Interview: Peter Nietsch ist nebenamtlich Behindertenbeauftragter. Warum es ihm wichtig ist, für Menschen mit Einschränkungen etwas zu bewirken.
Der Behindertenbeauftragte des Landkreises Bad Kissingen Peter Nietsch.
Foto: Nathalie Bachmann | Der Behindertenbeauftragte des Landkreises Bad Kissingen Peter Nietsch.

Peter Nietsch ist seit 1. August 2005 der Kommunale Behindertenbeauftragte für den Landkreis Bad Kissingen. Der Sachgebietsleiter für Sozialwesen am Landratsamt übt diese Tätigkeit im Nebenamt aus. Der 53-Jährige ist nicht nur Ansprechpartner für Menschen mit Handicap und Verantwortliche von Selbsthilfegruppen, sondern begleitet zum Beispiel auch öffentliche Bauvorhaben mit. Im Kreisausschuss gab er jüngst Einblicke in seine Tätigkeit im Jahr 2019.

Frage: Sie sind nun schon seit 15 Jahren Behindertenbeauftragter des Landkreises und üben diese Funktion neben Ihrer tagesaktuellen Arbeit aus. Bleibt da Zeit genug, etwas zu bewirken?

Peter Nietsch: Anfangs war ich Leiter für Sozialwesen, später Leiter des Bauamts/Straßenverkehrsamts und seit Herbst 2018 bin ich wieder Sozialamtsleiter. Insofern musste ich mir von Anfang an, neben meiner intensiven Hauptarbeit, Freiräume schaffen, um dem wichtigen Amt des Behindertenbeauftragten gerecht zu werden. Nicht nur das: Auch in meiner Freizeit nehme ich mir Zeit für diese Zusatzaufgabe. Mir liegt es am Herzen, Menschen mit Behinderung Gehör zu verschaffen und in ihrem Sinne etwas zu bewirken. Wenn das gelingt, weiß ich, dass auch die Stunden in meiner Freizeit gut investiert waren.

Für welchen privaten Personenkreis sind Sie der direkte Ansprechpartner?

Nietsch: Es sind keine konkreten Personenkreise definiert. Grundsätzlich kann sich jeder Mensch an mich wenden, der eine Behinderung hat, sei es eine geistige oder eine körperliche Einschränkung. Meine Aufgabe ist es, zwischen den Menschen und den Behörden zu vermitteln.

Und dann gibt es ja noch die Anfragen, die sozusagen öffentlicher Natur sind, wenn es zum Beispiel um den Bau einer Schule oder eines Kindergartens geht. Inwieweit haben Sie da Mitspracherecht?

Nietsch: Für alle öffentlichen Bauvorhaben gilt, dass die gesetzlichen baurechtlichen Vorgaben bezüglich der Barrierefreiheit grundsätzlich eingehalten werden müssen. Bei bestimmten Baumaßnahmen der öffentlichen Hand muss explizit eine Stellungnahme von mir eingeholt werden. Außerdem werde ich bei Bauvorhaben als Träger öffentlicher Belange vom hiesigen Bauamt bei entsprechenden Vorhaben beteiligt. Die Bayerische Bauordnung sieht auch für private Baumaßnahmen in bestimmten Bereichen Vorgaben über die Barrierefreiheit vor. Sehr erfreulich finde ich, dass manche Kommunen im Vorfeld der Bauplanung entsprechende Anfragen an mich stellen oder auch um einen Ortstermin bitten.

Was waren 2019 Hauptansatzpunkte Ihrer Tätigkeit als Behindertenbeauftragter?

Nietsch: Ein wichtiges Projekt war zum Beispiel die flankierende Beratung beim Neubau des Berufsbildungszentrums (BBZ) in Münnerstadt. Auch die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkersplans (ÖPNV) fiel mit in meinen Aufgabenbereich. Auf Einzelheiten kann ich leider hier nicht eingehen.

Interessant hört sich das neue Projekt Pflegestützpunkt des Landkreises an. Nun denkt man da in erster Linie an ältere Menschen, die Unterstützung brauchen. Inwieweit sind Sie als Behindertenbeauftragter bei dieser Initiative involviert?

Nietsch: Die Kolleginnen aus dem Sachgebiet Regionalentwicklung/Regionalmanagement haben mich bei den vorbereitenden Besprechungen, Informationsveranstaltungen und Sitzungen jeweils mit eingeladen. Dabei konnte ich von meiner Seite aus Überlegungen zur Barrierefreiheit einbringen. Denn je älter die Menschen werden, desto eingeschränkter sind sie oft in ihrer Bewegungsfreiheit. Viele sind auf Rollatoren und Rollstühle angewiesen. Insofern spielt Barrierefreiheit im Alter eine wichtige Rolle.

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