Oberleichtersbach

CSU hält an umstrittenem Kandidaten in der Rhön fest

Der CSU-Kreisverband Bad Kissingen geht trotz aller Kritik nicht auf Distanz zum Bürgermeisterkandidaten in Oberleichtersbach.
Am Ortseingang von Oberleichtersbach (Lkr. Bad Kissingen) wirbt die CSU für ihre Kandidaten.
Foto: Ulrike Müller | Am Ortseingang von Oberleichtersbach (Lkr. Bad Kissingen) wirbt die CSU für ihre Kandidaten.

Der CSU-Kreisverband Bad Kissingen hält an Oliver Fell, dem umstrittenen Bürgermeisterkandidaten in Oberleichtersbach (Lkr. Bad Kissingen), fest. Nach einer Sitzung sagte Vorsitzender Sandro Kirchner, der Kreisvorstand habe die Haltung des CSU-Ortsverbands Oberleichtersbach "tolerieren müssen". Laut der Ortsvorsitzenden Michaela Fuß ist der Kandidat ein "ordentlicher Bürger", der für christlich-soziale Werte eintrete. Für seine früheren rechten und menschenfeindlichen Kommentare bei Facebook habe er sich entschuldigt. Seit Fell im September CSU-Mitglied wurde, habe es solche Äußerungen nicht mehr gegeben.

Kirchner betont, der Kreisvorstand distanziere sich von "jeder radikalen Sichtweise".  Rechtes und rassistisches Gedankengut habe keinen Platz in der CSU. Fell aber solle, nachdem er "Fehler" eingeräumt habe, eine "Chance" bekommen, sagt Steffen Hörtler, einer der stellvertretenden Kreisvorsitzenden. Alle demokratischen Parteien sollten "Leute, die dummes AfD-Zeug verbreiten, auffangen und nicht ausgrenzen".

Unverständnis bei Grünen und SPD 

Bei Grünen und SPD im Landkreis Bad Kissingen stößt der Kurs der CSU auf Unverständnis. Wenn die Partei an Fell festhalte, nehme sie billigend in Kauf, "einem erwiesenermaßen nicht geeigneten Kandidaten mit öffentlich bekundeten Sympathien für AfD-Positionen, ins Amt zu verhelfen", so  Petra Winter, die Sprecherin des Kreisvorstands der Grünen. Die Distanzierung von seinen Äußerungen "bei gleichzeitig fortdauernder Unterstützung mit CSU-Listenstimmen, Wahlmaterial und Werbung" sei unglaubwürdig. Zudem widerspreche sie dem Abgrenzungskurs gegenüber der AfD, den Markus Söder seiner Partei verordnet habe. Ähnlich äußert sich für die Landkreis-ÖDP der Kreisvorsitzende Waldemar Bug. Oliver Fell sei als Kandidat nicht tragbar, er habe "in der jüngeren Vergangenheit Gedankengut gehegt, dass in einer Demokratie nichts zu suchen hat“.

Die Münchner CSU-Spitze hatte sich trotz mehrfacher Nachfrage nicht zu den Vorgängen in Oberleichtersbach äußern wollen. Man überließ die Entscheidung allein den Parteigremien im Landkreis Bad Kissingen. Unterdessen hat sich aber mit Matthias Düchs ein erster Parteifunktionär aus Unterfranken öffentlich von Kirchners Kurs distanziert. Bei Facebook schreibt der Ortsverbandsvorsitzende von Gaukönigshofen (Lkr. Würzburg), der bei der Kommunalwahl für den Kreistag kandidiert, die Kandidatur Fells gehe für ihn als CSU-Mitglied nicht. Düchs: "Seine Gesinnung kann sich nicht in so kurzer Zeit geändert haben."  (Mitarbeit: J. Schlereth)

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