Hammelburg

Energie-Check, die Fünfte

Wie aktiv sind die Kommunen im Altlandkreis Hammelburg in Sachen Energiewende? Der Überblick zeigt, dass zum Beispiel Photovoltaik längst in allen Gemeinden eine Rolle spielt.
Wir haben in den Kommunen nachgfragt, wo sie in Sachen Energiewende stehen.       -  Wir haben in den Kommunen nachgfragt, wo sie in Sachen Energiewende stehen.
Foto: vegefox.com - stock.adobe.com | Wir haben in den Kommunen nachgfragt, wo sie in Sachen Energiewende stehen.

Photovoltaik, E-Mobilität , LED-Beleuchtung und Nahwärme - ausgehend von diesen vier Themenfeldern wollte die Redaktion wissen: Was tun die Kommunen im Altlandkreis Hammelburg für die Energiewende ? Wo produzieren sie selbst Energie, wo setzen sie auf erneuerbare Quellen und wo sparen sie Energie ein? Die Redaktion hat dazu bei Bürgermeistern und Geschäftsleitern der einzelnen Kommunen angefragt.

Hammelburg

1. Photovoltaikanlagen: Die Stadtwerke Hammelburg verfügen über vier Anlagen: 1,1 kWp und 0,8 kWp jeweils vor 2001 sowie 15 kWp ab 2007 und 9,8 kWp seit 2017, heißt es in einer Mitteilung aus dem Bürgermeisteramt. Außerdem gibt es drei Bürger-Solar-Kraftwerke mit Unterstützung der Stadtwerke/ Stadt Hammelburg : 36,96 kWp und 36,96 kWp seit 2009 und 13,2 kWp ab 2010.

2. E-Ladesäulen und E-Fahrzeuge : Es gibt eine öffentliche Gleichstrom-Schnellladestation auf dem Gelände des Autohauses Sell, öffentliche 22-kW-Stromtankstellen in der Bahnhofstraße 57 sowie am Parkdeck und eine private Wallbox auf dem Betriebsgelände. Die Stadtwerke verfügen über ein E-Fahrzeug , der Abwasserzweckverband über zwei und die Stadtverwaltung über drei (ab Sommer soll ein viertes dazu kommen), einen E-Roller und ein E-Bike. Demnächst soll ein Hybridfahrzeug bereitgestellt werden.

3. LED-Beleuchtung: Die Straßenbeleuchtung in Stadt und -teilen wurde 2018/2019 im Rahmen eines Förderprogrammes auf LED umgestellt.

4. Nahwärme: Folgende kommunalen Gebäude werden über ein Nahwärmenetz durch die Stadtwerke Hammelburg GmbH versorgt: Saaletalhalle, Verwaltungsgebäude, Alte Volksschule, Altes Kaufhaus, Rathaus, Schloss Saaleck, Gebäude der Stadtwerke und des Bauhofs sowie das Bürgerspital. Über ein Nahwärmenetz versorgt werden: Carl-von-Heß'sche Sozialstiftung, Saaletalbad, Gymnasium einschließlich Bewohner des Franz-Bindrum-Weges, Objekte von Wohnungsbaugesellschaften , Baugebiet Coburger Straße, und Wohnhäuser im Bereich Schafgasse, Bahnhof-, Kissinger und Seeshofer Straße.

In den Kindergärten Gauaschach und Diebach werden Pelletanlagen betrieben. In weiteren Kindergärten wird bei Austausch der alten Heizung die Installation einer Pelletheizung geprüft, so die Mitteilung weiter.

5. Sonstige Maßnahmen: Bei allen Umbaumaßnahmen werden die energetischen Belange berücksichtigt. In vielen Fällen werden Energiegutachten erstellt, um zu klären auf welche Weise die Energieeinsparverordnung umgesetzt werden kann. Damit hält sich die Stadt an gesetzliche Vorgaben. Bei dem Neubau des Bauhofes steht die Thematik Nachhaltigkeit ebenfalls im Vordergrund. Wo wirtschaftlich darstellbar, soll dies umgesetzt werden. Die Stadt bezieht für alle kommunalen Abnahmestellen 100 Prozent Ökostrom .

Fuchsstadt

1. Photovoltaikanlagen: Gibt es seit 2000 am Kindergarten (9 kWp) und auf der Mehrzweckhalle (10 kWp, 2017).

2. E-Ladesäulen und E-Fahrzeuge : Es gibt zwei E-Ladesäulen. Der Bauhof nutzt ein E-Bike und auch über die Anschaffung eines E-Fahrzeugs wird nachgedacht. "Schade ist hier, dass Kommunen bei der Förderung von E-Fahrzeugen ausgenommen sind", bedauert Bürgermeister René Gerner.

3. LED-Beleuchtung: Der Kindergarten wurde letztes Jahr auf LED umgerüstet. Schule, Mehrzweckhalle und Eulentreff sind seit 2018 umgerüstet. 70 von 277 Straßenlaternen sind umgerüstet, der Rest kommt heuer.

4. Nahwärme: Die Schule wird mit Pellets beheizt.

5. Sonstige Maßnahmen: Rathaus, Schule, Mehrzweckhalle wurden energetisch saniert. Die Neubaugebiete Hinterm Turm II/III werden mit einer Hackschnitzelanlage betrieben. Mit dem Ausbau der Straße "Am Kohlenberg" wird es eine weitere Hackschnitzelanlage geben, die den Kohlenberg mit Nebenstraßen, Obere Dorfstraße, Am Wiesenweg und den restlichen Teil des Baugebietes Hinterm Turm mit Nahwärme versorgen soll. Zudem werden derzeit drei Windräder mit einer Leistung von 13,5 MW gebaut. Bürgermeister Gerner ist es "ein ganz besonderes Anliegen unser Rathaus, bzw. den Ort zukunftsorientierter, ökologischer aufzustellen". Daher wurden auch die Freiflächen PV-Anlage eines privaten Betreibers mit 4 MW genehmigt, ein Solarpark mit 40 MW ist in Planung.

Elfershausen 1. Photovoltaikanlagen: Es gibt zwei Anlagen auf der Schule Langendorf: Die eine ist auf dem Drei-Geschosser Schule und Turnhalle Langendorf installiert. Sie hat eine Leistung von 50,4 kWp und wurde am 20.12.2016 in Betrieb genommen. Die andere ist auf dem Vier-Geschosser Schule Langendorf installiert, hat eine Leistung von 15,6 kWp und wird seit 13.07.2018 betrieben, teilt Bürgermeister Johannes Krumm auf die Anfrage mit.

2. E-Ladesäulen und E-Fahrzeuge : E-Ladesäulen gibt es im Markt Elfershausen keine, aber die Kommune hat ein E-Bike. Und auch wenn Bürgermeister Krumm privat kein E-Fahrzeug nutzt, betreibt er eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp.

3. LED-Beleuchtung: Unter anderem wurden sowohl verschiedene alte Leuchten in den Ortsteilen als auch einige Straßenzüge (Am Friedhof Elfershausen, Am Schwedenberg, Neuer Weg, Oberthulbaer Straße) bereits ausgetauscht. Der Gemeinderat hat außerdem aktuell beschlossen alle restlichen Leuchten (324 Stück) auf LED-Technik umzurüsten, informiert Krumm.

4. Nahwärme: In der Schule Langendorf wurde im Sommer 2009 eine Hackschnitzelheizung eingebaut. Der Kindergarten Langendorf verfügt bereits seit Herbst 2005 über eine Pelletsheizung. Und im Dorfgemeinschaftshaus Engenthal wird seit 2020 ein Pelletofen betrieben.

5. Sonstige Maßnahmen: Die Gemeinde Elfershausen hat letztes Jahr ein Windparkprojekt mit drei Windrädern auf den Weg gebracht. Hier wird in den derzeit deutschlandweit höchsten Windrädern mit einer Nabenhöhe von 161 Strom für ca. 8000 Haushalte produziert. Weiterhin haben wir auf dem Gemeindegebiet drei Wasserkraftwerke , eine Biogasanlage und viele private PV-Anlagen, so Krumm.

Wartmannsroth 1. Photovoltaikanlagen: Photovoltaik ist auf der Grundschule/Turnhalle in Dittlofsroda, dem Kindergarten in Wartmannsroth und dem Gemeinschaftshaus Waizenbach angebracht. Die Leistung beträgt insgesamt 82,89 kW in 2009 bzw. 2012, wie der Bürgermeister von Wartmannsroth, Florian Atzmüller auf Anfrage mitteilt.

2. E-Ladesäulen und E-Fahrzeuge : E-Ladesäulen gibt es in Wartmannsroth aktuell keine. Auch E-Fahrzeuge gibt es im Fuhrpark der Kommune und des Bürgermeisters nicht.

3. LED-Beleuchtung: Die Grundschule wurde 2018 auf LED-Technik umgestellt. Im gleichen Jahr wurde auch die Straßenbeleuchtung im gesamten Gemeindebereich auf LED umgestellt. Diese wird mit Ökostrom betrieben.

4. Nahwärme: In der Gemeinde gibt es keine Nahwärmenetze. Die Grundschule wurde 2018 von Öl auf Pellets umgestellt, der Kindergarten Wartmannsroth bereits 2012.

5. Sonstige Maßnahmen: Im Rahmen der anstehenden Generalsanierung des Schwärzelbacher Kindergartens soll energetisch eine deutliche Verbesserung herbeigeführt werden. Zudem sollen sukzessive geeignete gemeindliche Liegenschaften mit weiteren Photovoltaikanlagen ausgestattet werden, so Atzmüller. Auch gibt es Überlegungen über die Kommunalrichtlinie des Bundes Fokusberatung im Bereich des Klimaschutzes in Anspruch zu nehmen, um weitere Maßnahmen zu realisieren. Der Gemeinderat hat zudem am 10.12.2020 in einer Grundsatzentscheidung beschlossen, insgesamt 40 Hektar des Gemeindegebiets für Freiflächenphotovoltaikanlagen zur Verfügung zu stellen.

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