Hammelburg

Hammelburg: Seniorenbeirat fordert sofortige Sicherheit in der Kissinger Straße

Über ein Jahr hatte sich im Senioren- und Behindertenbeirat wegen der coronabedingten Sitzungausfälle Gesprächsbedarf angestaut. Ein Thema bewegte besonders. 
Entgegen der Einbahnstraße zu radeln, ist in der Kissinger Straße in Hammelburg erlaubt. Weil es wegen parkender Autos eng zugeht, weichen viele Radler auf den Gehsteig aus.   
Foto: Wolfgang Dünnebier | Entgegen der Einbahnstraße zu radeln, ist in der Kissinger Straße in Hammelburg erlaubt. Weil es wegen parkender Autos eng zugeht, weichen viele Radler auf den Gehsteig aus.   

Die Erleichterung stand den knapp 15 Mitgliedern des Seniorenbeirates bei der ersten Sitzung seit Langem ins Gesicht geschrieben. Wegen Corona hatte sich das 2020 neu formierte Gremium über ein Jahr nicht zusammenfinden können.        

Beim ersten Treffen stand gleich ein strittiges Thema auf der Tagesordnung: Die Verkehrsführung für Radfahrer in der Kissinger Straße.  Weil Radfahrer hier gegen die Einbahnstraße fahren dürfen, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Parkende Autos schränken die Fahrbahnbreite stark ein. Deswegen kommen sich Autos und entgegenkommende Radfahrer immer wieder ins Gehege. Radler weichen teils auf den Gehsteig aus und behindern dort bisweilen Fußgänger. An der schmalen  Gehsteigkante kommt es aber auch immer wieder zu Stürzen.

Radwegekonzept in Vorbereitung

Bürgermeister Armin Warmuth und Stadtbaumeister Detlef Mohr wollten die Vertreter des Seniorenbeirates zeitlich vertrösten. Es sei geplant, ein Radwegekonzept zu erstellen, bei dem in Workshops alle Betroffenen zur Sprache kommen sollen. Als Beispiele nannte Warmuth neben dem Seniorenbeirat auch  die Radsportabteilung des TV/DJK Hammelburg.

Diese Entscheidungsfindung ging den meisten Mitgliedern des Seniorenbeirates aber nicht schnell genug. "Die Stadt kann die Radfahrer nicht sehenden Auges solchen Gefahren  aussetzen", machte Beiratsvorsitzende Bianca Volkert geltend. Mit Hinweistafeln sollten Radfahrer angehalten werden, ihre Räder entgegen der Einbahnstraße zu schieben. Der Seniorenbeirat stimmte für dieses Provisorium. Bürgermeister Armin Warmuth will dies nun dem Stadtrat zur Abstimmung stellen.         

Vortrag abgelehnt 

Die Aussprache zeigte auch einen Disput auf, der sich in den vergangenen Monaten mit Beirats-Mitglied Jürgen Stein entwickelt hatte. Sein Vorschlag sieht im Kern vor, Lücken zwischen den parkenden Autos freizulassen, zwischen denen die fahrenden Autos vor entgegenkommenden Radlern ausweichen könnten. Stein sieht darin die einzige Möglichkeit, den gegenläufigen Verkehr regelkonform abzuwickeln.          

Seinen Wunsch, eine viertelstündige Abhandlung zu dem Thema vorzutragen, lehnte der Seniorenbeirat nach umfassendem vorherigen Mailverkehr ab. "Der Beirat ist nicht dafür da, Lösungen zu erarbeiten, sondern Anregungen zu geben", argumentierte Gerald Zehe.  Bürgermeister Warmuth hält die gegebenen Parkplätze im Sinne der Geschäftswelt für unverzichtbar. Mit Steins Ausarbeitung werde sich die Verwaltung an anderer Stelle befassen.      

Umleitung durch die Von-Heß-Straße?

Wolf-Dieter Bogner regte an, Radfahrer aus der Innenstadt in Richtung Osten sicherheitshalber über die Von-Heß-Straße umzuleiten. Doch dieser immer wieder zu hörende Vorschlag stieß nicht auf Gegenliebe, zumal die Kissinger Straße in vielen digitalen Karten als Radanbindung ausgewiesen sei.  

Kritik gab es an der Verkehrsdiziplin mancher Radfahrer, die ihr Durchkommen auf Kosten der Fußgänger durchsetzen würden. Kein Gehör fand der weitestgehende Vorschlag, Radfahrer in der gesamten Innenstadt zum Schieben ihrer Zweiräder zu verpflichten.      

Kritik gab es am aktuellen Mangel an Behindertentoiletten in der Altstadt. Aktuell sind die Toiletten im Rathaus nicht erreichbar, weil der Zugang wegen der Baustelle zum Bürgerhaus nebenan aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei, argumentierte Stadtbaumeister Detlef Mohr. Dieser Zustand werde voraussichtlich bis August anhalten. Viel besser werde die Situation nach Fertigstellung des Bürgerhauses, weil dort moderne Behinderten-WCs vorgesehen seien.                    

Schlossgarten für Rollstuhlfahrer zugänglich machen

Wünschenswert ist die Erreichbarkeit des Schlossgartens und des Irish Pub für Rollstuhlfahrer. Weil die Treppe von der Weihertorstraße zu viele Stufen hat, kam die Anregung auf, am zweiten Zugang von der Kirchgasse aus eine Rampe zur Verfügung zu stellen. Dies solle nun geprüft werden, sagte der Stadtbaumeister zu.       

Noch einmal verwies Bürgermeister Warmuth aus seiner Sicht auf rechtliche Gründe in der Frage, warum viele Vorberatungen zur Aufgabe des Bürgerspitals als Altenheim nichtöffentlich stattfanden. Diese Woche habe dort die Carl- von Heß'sche Sozialstiftung über ihre Möglichkeiten der Unterbringung von Bewohnern und Personal informiert. Eine Sanierung des Bürgerspitals als Altersheim hätte sich laut Warmuth nicht gelohnt, weil dies nach Berechnungen eine Erhöhung der monatlichen Beiträge um 600 Euro bedeutet hätte. Damit wäre das Bürgerspital nicht mehr konkurrenzfähig gewesen. Man werde alles daran setzen, um die das Spital für das Wohnen von Senioren zu erhalten.                    

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