Bad Kissingen

Neue Zielgruppen und zusätzliche Attraktionen für Bad Kissingen

In einer selbst erarbeiteten Unternehmensvision hat die Staatsbad GmbH erarbeitet, wie sie Bad Kissingen in den nächsten Jahren entwickeln und vermarkten will.
Neue Zielgruppen für Bad Kissingen hat die Staatsbad GmbH in ihrer Unternehmensvision definiert.
Foto: Siegfried Farkas | Neue Zielgruppen für Bad Kissingen hat die Staatsbad GmbH in ihrer Unternehmensvision definiert.

Man kann unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob es gut ist, Visionen zu haben. Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt war nicht so dafür. "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen", hat er einmal gesagt. Dabei lässt sich, eine Vision zu haben, auch durchaus sinnvoll so übersetzen: Wissen, wo man hin will. In diesem Sinne hat die Staatsbad GmbH sich in den vergangenen Monaten eine Unternehmensvision erarbeitet. "Wir schaffen unverwechselbare, generationsübergreifende Erlebnis(t)räume und entwickeln uns dadurch zum nationalen und internationalen Geheimtipp", lautet sie.

Die Staatsbad GmbH, deren Kernaufgabe es ist, den Gesundheits- und Tourismusstandort Bad Kissingen vor Ort mit zu gestalten und nach draußen zeitgemäß zu vermarkten, definiert die Vision für sich als Sammlung strategischer Ziele, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden sollen. Dabei hat sich das Unternehmen neue Zielgruppen definiert und will unter anderem im kulturellen Bereich und im Luitpoldpark neue Angebote schaffen. Details stellte Kurdirektorin Sylvie Thormann mit Holger Paff, dem Leiter der Kurgärtnerei, in einem digitalen Pressegespräch vor.

Neue Zielgruppen ansprechen

Was die Zielgruppen angeht, hat die Staatsbad GmbH als Ergänzung zur "traditionellen konservativen Gästeklientel" auf Basis einer verbreiteten Typologie des Sinus-Instituts zusätzliche soziale Milieus definiert, die Bad Kissingen ansprechen solle. Für das liberal-intellektuelle Milieu steht zum Beispiel die fiktive Figur Markus Beilig. Ansprechen will die Staatsbad GmbH aber auch Menschen, die nach der Sinus-Typologie dem sozialökologischen, dem adaptiv-pragmatischen oder dem expeditiven Milieu angehören.

Diesen Milieus ordnet die Staatsbad GmbH typische Interessen zu, für die der Standort Bad Kissingen Angebote haben solle. Den liberal-intellektuellen Familienvater Markus Beilig etwa interessieren vergangene Zeiten, kulinarische Erlebnisse, historische Gebäude, die Kultur des Kissinger Sommers, Wandern oder Golfen. 

Wo es im Park auch mal munterer werden darf

Was die angestrebten "unverwechselbaren Kulturerlebnisse" angeht, sei man noch stark im Bereich Konzeptionierung unterwegs, erklärte Kurdirektorin Sylvie Thormann. Ein Stückchen greifbarer sind die Vorstellungen bereits beim Blick auf Park und Grünanlagen. Für den Luitpoldpark berichtet Holger Paff von Gedanken, dessen Teilgebiete noch individueller auszurichten.

Im Kernbereich des Luitpoldparks soll es weiterhin ruhig zugehen.
Foto: Siegfried Farkas | Im Kernbereich des Luitpoldparks soll es weiterhin ruhig zugehen.

Im Kernbereich des Luitpoldparks soll es demnach ruhig zugehen. Auf der Ostseite des Parks, wo sich ohnehin bereits erlebnisorientierte Angebote finden, geht es um Sachen, "die auch mal ein bisschen lauter sein dürfen". Da solle etwa der Klanggarten weiterentwickelt werden. Gedacht ist auch an einer Ergänzung um Lichtwechselspiele. Drei Themenwege rund um den Luitpoldpark, Richtung Gradierbau und zum Altenberg sollen Erlebnisstationen bieten, wo es um Geschichte, historische Persönlichkeiten oder Heilmittel geht. Für den Kurgarten spricht Paff von einer Sinnesbepflanzung, einer gärtnerischen Gestaltung, die auch Geruchssinn oder Gehör anspricht.

Botschafter Bad Kissingens

Die Staatsbad Philharmonie soll künftig stärker als Botschafter Bad Kissingens auftreten. Zum Beispiel könnten einzelne Musiker des Ensembles, etwa in den offenen Arkaden oder bei der Gästebegrüßung außerhalb von Konzerten in Erscheinung treten. Eine Thema für Burghard Toelke und seine Musiker seien auch Aufnahmen. Die könne man zum Beispiel in der Wandelhalle abspielen und sei damit nicht auf fremdes Material angewiesen.

Botschafter Bad Kissingens sein soll die Staatsbad Philharmine. 
Foto: Ben Kiesel/Bee Digital | Botschafter Bad Kissingens sein soll die Staatsbad Philharmine. 

Auftritte des Ensembles außerhalb von Wandelhalle und Kurgarten seien ebenso denkbar. "Wir wollen aber die Balance nicht verlieren", ergänzt die Kurdirektorin. Die eigene angestammte Spielstätte habe schon Priorität. Der große Zuspruch bei den virtuellen Kurkonzerten macht diesen digitalen Ansatz, Gäste musikalisch zu unterhalten, zur realistischen Option für die Zeit nach Corona.

Die digitale Technik der modernen Welt soll im Übrigen auch in der unternehmensinternen Arbeitswelt an Bedeutung gewinnen. Das gelte nicht nur für die klassischen Büroarbeitsplätze, erklärt Sylvie Thormann. Auch in der Kurgärtnerei, bei der Baumkontrolle, berichtet Paff, gebe es dafür Einsatzmöglichkeiten. Die Nutzung von Drohnen für  das Gebäudemanagement, etwa bei der Kontrolle von Regenrinnen, sei ein anderes Beispiel.

Im Unternehmen selbst erarbeitet

Erarbeitet worden ist die Vision in der Abteilungsleiterrunde, berichtet die Kurdirektorin. Sie komme also aus dem Unternehmen selbst und nicht aus der Zusammenarbeit mit einer von außen eingekauften Beraterfirma. Begonnen habe die Arbeit daran im Grunde bereits, bevor Corona sich in den Vordergrund drängte. Aktuell werden in Projektgruppen noch viel an der Konkretisierung gearbeitet. 

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