Ramsthal

Ramsthal: Bürgermeister konzentriert sich voll auf sein Ehrenamt

Inzwischen geht Alfred Gündling in der Rolle als Bürgermeister auf. In der neuen Amtsperiode möchte er etliche begonnene Projekte fertigstellen.
Bürgermeister Alfred Gündling kandidiert erneut. 
Foto: Wolfgang Dünnebier | Bürgermeister Alfred Gündling kandidiert erneut. 

Auf ein weitgehend neues Arbeitsumfeld stellte sich Alfred Gündling vor sechs Jahren ein. Der gelernte Bauschlosser kandidierte für die CSU um das Bürgermeisteramt. "Weil es bis dahin nur einen Kandidaten gab", erinnert sich der heute 59-Jährige. Eine Auswahl sei ganz im Sinne der Demokratie. Lange habe es gedauert, um bei seinem Arbeitgeber grünes Licht für diese Nebentätigkeit zu bekommen. Deswegen kündigte er seinen Antritt vergleichsweise spät an.

Doch die Doppelbelastung von Beruf und Ehrenamt nach der Wahl Gündlings währte nicht lange. Sechs Monate nach der Wahl schloss sein Betrieb, weil es für den kranken Chef keinen Nachfolger mehr gab. Plötzlich war alles anders. "Ich habe keine Arbeit mehr angenommen, um mich mehr auf das Amt zu konzentrieren", sagt Gündling.

Bei vielen Terminen unterwegs

Neben den Aufgaben als Bürgermeister betreibt Gündling mit seiner Familie im Nebenerwerb einen Weinbaubetrieb. Er bewirtschaftet 0,6 Hektar Anbaufläche und baut den Wein im eigenen Keller aus. In der Heckenwirtschaft richten Gündlings Weinproben für angemeldete Gruppen, etwa von Kurgästen oder Bundespolizisten, aus. "Doch seit ich Bürgermeister bin, ist das weniger geworden", spielt der Amtsinhaber auf die vielen Abendtermine an, die mit dem Amt verbunden seien.

An der Arbeit des Bürgermeisters habe er zunehmend Spaß gefunden, sagt er. "Anfangs war es schon eine Umstellung", beschreibt er den Wechsel in die Verwaltungstätigkeit. Als Handwerker habe er Projekte von der Zeichnung zum Produkt auf kurzem Weg umgesetzt. In der Verwaltung brauche manches wegen der Beteiligung vieler an den Entscheidungen oft lange. Doch das Netzwerk mit einem guten Draht zu Bürgermeisterkollegen und dem Landratsamt sowie dem harmonischen Verhältnis in der Verwaltungsgemeinschaft mache die Aufgabe reizvoll.

Zurückhaltend äußert sich Gündling zur Beurteilung der Herausforderungen der vergangenen Amtsperiode im Ramsthaler Gemeinderat. Es hatte 2014 nur eine einzige Liste kandidiert. Darüber kamen zehn Kandidaten vom Bürgerblock in das Gremium, aber mit ihm nur drei von der CSU.

Wunsch nach mehr Frauen im Gemeinderat 

"Wir haben nicht alles erreicht, was wir hätten erreichen können", lässt er sich als einzigen Kommentar zu den Mehrheitsverhältnissen entlocken. Bedauerlich findet er, dass zum Beginn der Amtszeit nur Männer im Gemeinderat saßen. Inzwischen seien zwar zwei Frauen nachgerückt. Aber für eine neue Amtszeit wünscht er sich noch mehr Frauen im Rat, weil sie die Diskussion um andere Sichtweisen bereicherten.

Drei Fragen an Bürgermeister Alfred Gündling (CSU) 

Statt auf einer Einheitsliste wie 2014 treten dieses Mal Kandidaten auf gleich drei Listen an. Was heißt das für die kommende Zeit in Ramsthal?      

Alfred Gündling: Von allen Listen werden Vertreter in den Gemeinderat kommen, davon gehe ich aus.  Ob das bei der Meinungsbildung so gut funktioniert wie bisher und ob die Einwohner die Entscheidungen akzeptieren, wird eine andere Frage sein. Die Listen enthalten jedenfalls gestandene Frauen und Männer, die ihre Positionen vertreten werden. Es kommen auf Ramsthal in den kommenden Jahren viele Aufgaben zu, die zu bewältigen sind.

Wie geht es mit dem Kindergarten weiter? 

Gündling: Wir haben jetzt 15 Anmeldungen. Der Stundenbedarf wird in einem zweiten Anlauf aufgenommen. Wir halten aber weiterhin am Neubau fest. Noch nicht sicher ist der neue Standort. Aktuell haben wir drei Standorte in der engeren Wahl. Die Zeit bis zum Baubeginn könnten wir mit einer Containerlösung überbrücken, Hier wird eine Größe von rund 73 Quadratmetern vorgegeben, um 15 Regelkinder unterzubringen.  Aber das Landratsamt unterstützt das nur, wenn es mit den Planungen für den Neubau weiter vorangeht. Von der Auslagerung einer Gruppe in die alte Schule halte ich nichts. Da wären Umbauten auch für den Brandschutz erforderlich. Es macht auch keinen Sinn, Gruppen weiter entfernt und in verschiedenen Gebäuden  unterzubringen. Auch hier müssen geltende Vorgaben erfüllt werden. 

Was sehen Sie als größte Projekte für die kommende Legislaturperiode?

Gündling: Wir haben schon viel angestoßen, was in der neuen Periode umgesetzt werden kann. Auf jeden Fall muss das neue Baugebiet zügig fertiggestellt werden, damit niemand von den bisherigen Bauwerbern abspringt. 15 von den 18 Plätzen sind bereits reserviert. Das benötigte Regenrückhaltebecken ist vielleicht vor dem Kindergarten das nächste, hiervon ist die weitere Aufarbeitung unserer Abwassersituation abhängig. Die Anlage ist für die Mengensteuerung des Zulaufs in die Kläranlage erforderlich. So ab 2023 sollten wir die Sanierung der Straßen in der Siedlung und in der Leo-Günder-Straße angehen. Zur Feier des 900-jährigen Bestehens Ramsthals 2022 gab es bereits Vortreffen. Dieses Ereignis muss gut vorbereitet werden.

Alfred Gündling
Bürgermeister Alfred Gündling stammt aus Ramsthal. Nach einer Lehre als Stahlbauer in einem Stahl- und Aluminiumbau-Betrieb in Schweinfurt absolvierte er 1982 seine Wehrpflicht. Abschließend war er 33 Jahre in einem handwerklichen Metallbau-Unternehmen im Raum Schweinfurt tätig. Er engagiert sich ehrenamtlich im Roten Kreuz. So fährt er zwei bis drei Schichten im Monat in Maßbach im Rettungsdienst, ist zweiter Vorsitzender der BRK-Bereitschaft Ramsthal,  und als Mitglied im Kreisvorstand des BRK Bad Kissingen für die Bereitschaften tätig. Ebenfalls als zweiter Vorsitzender ist er im CSU-Ortsverband Ramsthal sowie im Gewerbeverein Ramsthal, der den alljährlichen Adventsmarkt organisiert.
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