WÜRZBURG

Blauschafe als Symbol Europas

Eine Herde blauer Plastikschafe bevölkerten am Freitag den Würzburger Marktplatz. Ihre Mission: Die europäische Idee unter die Leute bringen. Die Schäfer sind Bertamaria Reetz und Rainer Bonk, ein Künstlerpaar, das die Blauschafe auf einer Ausstellungstour quer durch Europa begleitet. Unweit der Herde diskutierten Europapolitiker auf einer Bühne über zentrale europäische Themen wie das geplante Freihandelsabkommen TTIP, europäische Flüchtlingspolitik und die Zukunft Europas. Diese Fragen konnten jedoch nur knapp 50 Zuhörer bannen.

Was Schafe – und speziell die blauen – mit Europa zu tun haben? Rainer Bonk fasste es in einen kurzen Satz: „Alle sind gleich – jeder ist wichtig.“ Das soll das friedliche Miteinander in Europa symbolisieren aber auch auffordern, am 25. Mai eine europäische Stimme abzugeben. „Bei der vergangenen Europawahl 2009 hatte Deutschland eine Wahlbeteiligung von 43,3 Prozent“, sagte Holger Morell, Vertreter des Würzburger Europe Direct Informationszentrums, das die Infoveranstaltung präsentierte. Diese Zahl gelte es in diesem Jahr zu überbieten, sagt er. Europa wachse schließlich immer mehr zusammen. Da sei es wichtig, dass die Bürger auch mitbestimmen.

Europe Direct ist ein europaweites Netzwerk von Informationsstellen, die von der EU-Kommission koordiniert werden. In Deutschland gibt es 55 solcher Zentren. In Würzburg hat das Büro seinen Sitz im Rathaus. Die Idee sei es, so Morell, die Bürger direkt vor Ort über Europa zu informieren. „Man kann nicht alle Bürger nach Straßburg bringen, also muss Straßburg zu den Bürgern.“ Vor Ort waren vier Wahlkandidaten: Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments Kerstin Westphal (SPD) und Kerstin Celina (Grüne) sowie Berthold Haustein (FDP) und Barbara Becker (CSU) standen für Fragen zur Verfügung. Unter ihnen schien über viele Themen Einigkeit zu herrschen: Europa müsse sich um die großen Themen kümmern und nicht mehr um Gurken, Duschköpfe und regionale Metzger. Die jungen Generationen müssten zudem mehr in den Fokus gerückt werden.

Holger Morell pflichtet dem bei: „Junge Leute interessieren sich sehr für Europa.“ Trotzdem seien vielen Leuten einige Vorzüge wie offene Grenzen und Zollunion vielleicht zu selbstverständlich. Vielleicht konnten die friedlichen Blauschafe einige Menschen an die Vorteile eines geeinten Europas erinnern – und damit zur Wahl bewegen.

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