WÜRZBURG

Fernkälte: Ein Markt mit Zukunft

(uso/ric) Als „Meilenstein“ bezeichnete der Vorstandsvorsitzende der Interessensgemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (iTAD) und Geschäftsführer des Zweckverbands Abfallwirtschaft, Ferdinand Kleppmann, die Klima- und Ressourcenschutzkonferenz, die am 15. und 16. September im Würzburger Congress Centrum stattfand. Das Hauptaugenmerk lag an beiden Tagen auf dem Thema Fernkälte beziehungsweise Kälte aus Wärme.

„Müllverbrennung hat früher ein Schmuddel-Image gehabt. Heute ist Müll eine lukrative Ressource und saubere Sache geworden“, sagte Staatssekretärin Dagmar Wöhrl. Immerhin würden durch Energie, die aus Abfällen produziert wird, nicht nur fossile Brennstoffe, sondern auch CO2 eingespart werden. Allein im Jahr 2007 sparte das Würzburger Müllheizkraftwerk (MHKW) im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk 50 000 Tonnen CO2.

Zusätzlich Ressourcen schonend ist die Nutzung von Fernwärme, ein Abfallprodukt bei der Energieerzeugung. Doch weil im Sommer die Heizungen abgestellt werden und die überschüssige Wärme nicht gebraucht wird, konzentriert sich das MHKW nun auf Fernkälte. Dabei wird in so genannten Absorptionskältemaschinen Abwärmeenergie in Kälte umgewandelt. Der Einsatz solcher Anlagen ist beispielsweise auf dem künftigen Uni-Gelände, den Würzburger Leighton Barracks, geplant. „Bei einer Raumtemperatur über 25 Grad lässt es sich nur schwer lernen, deshalb lohnt es sich, die Hörsäle mit Fernkälte zu versorgen“, so Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal. Verhandlungen werden derzeit geführt.

Bislang ist der Markt für die Anlagen noch sehr übersichtlich, sagte Kleppmann. „Die Nachfrage ist auf jeden Fall da, Fernkälte ist also ein Markt mit Zukunft.“

Stichwort

Fernkälte

Um Wärme in Kälte umzuwandeln, wird Wasser in einen Behälter mit Unterdruck eingesprüht. Durch den Druck verdampft das Wasser bei rund vier Grad und entzieht seiner Umgebung Wärme. Eine Lithium-Bromid-Lösung absorbiert den Dampf und wird in einen zweiten Behälter gepumpt. Dort wird das Wasser mit Hilfe der Kraftwerksabwärme wieder herausdestilliert.

Themen & Autoren
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!