WÜRZBURG/BAMBERG

Protest gegen Asylpraxis weitet sich aus

Flüchtlinge aus dem Iran und Afghanistan wollen in mehreren bayerischen Städten auf die ihrer Ansicht nach menschenunwürdigen Aufenthaltsbedingungen von Asylbewerbern aufmerksam machen. Sie kündigten weitere Protestkundgebungen und Demonstrationen an. Diese richten sich gegen die Unterbringung in Flüchtlingsheimen, gegen das Arbeitsverbot und gegen die Residenzpflicht für Asylbewerber.

In Nürnberg demonstrierten am Samstag afghanische Flüchtlinge für einen Abschiebestopp und ein Bleiberecht, teilte der Bayerische Flüchtlingsrat mit. In Regensburg informierten sechs iranische Flüchtlinge am Samstag über ihren Protest. Außerdem wollen sie dort am Mittwoch bei einer öffentlichen Kundgebung um Unterstützung und Solidarität bitten. Unter dem Motto „Flucht ist kein Verbrechen – Menschenrechte für alle!“ findet am Montag in Bamberg eine Protestveranstaltung statt.

„Wir bleiben so lange auf der Straße, bis unsere Forderungen erfüllt sind“, sagte Mohammad Hassanzadeh Kalali. Der 33-jährige Iraner hält sich im Regensburger Protestcamp auf, um nicht gegen die Residenzpflicht zu verstoßen. Er lebte zuvor in der Gemeinschaftsunterkunft Cham und gehörte zu den hungerstreikenden Flüchtlingen in Würzburg.

Unterdessen gehen die seit Mitte März in Würzburg dauernden Proteste weiter. Kleinere Aktionen sind nach Angaben von Unterstützerkreisen der Flüchtlinge zudem in Aub (Lkr. Würzburg) geplant, wo sich derzeit zwölf Flüchtlinge aufhalten.

In der Würzburger Innenstadt sollen es noch sechs iranische Flüchtlinge in einem Pavillon sein, vier von ihnen warten auf eine Anerkennung als Asylbewerber. Dort hielten sich mal zwölf Flüchtlinge auf. Einige waren in einen Hungerstreik getreten und hatten sich sogar später auch die Lippen zugenäht, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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