Ermershausen

Auszugsmarsch für den Fasching 2017

Prinzessinnen neben Feuerwehrmann – beim Wonfurter Faschingszug durfte jeder die Rolle spielen, die ihm liegt.
Foto: Michael Mößlein | Prinzessinnen neben Feuerwehrmann – beim Wonfurter Faschingszug durfte jeder die Rolle spielen, die ihm liegt.

Dass sie sich auf den Faschingszug freut, ist Kim I. anzumerken, obwohl am Ortseingang von Ermershausen die „Ermetztaler“ noch längst nicht ihr erstes „Rucki Zucki“ angestimmt haben. Die Kinder-Prinzessin der „Ermetzia“ strahlt über beide Ohren und – ein klein wenig cooler, stimmt auch ihr Kinder-Prinz-Gemahl Jannik mit ein, als die „Kinder-Ermetzia“ vom Faschingswagen aus ihr erstes lautes „Heeeelau“ ins närrische Volk schreit. Gut eine Stunde später gibt's an der Adolf-Höhn-Halle nicht nur ausgelassene Stimmung, sondern vor allem zufriedene Gesichter bei der närrischen Regentschaft: „Super gelaufen“, sagen Eva I. und Kai I. Ein strahlender Chef-Organisator des Faschingszugs, Stefan Lüdecke, fügt an: „Und heuer hat sogar das Wetter gehalten.“

Lüdecke sagt's – und schon fallen die ersten Tropfen vom Himmel. Sei's drum, der Stimmung tat das keinen Abbruch mehr. Denn der Zug war, im Gegensatz zum Vorjahr, planmäßig abgelaufen. Und es wäre auch schade gewesen, wenn Petrus der Ermetzia wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Wo sich doch die Akteure für ihre Zugnummern richtig ins Zeug gelegt hatten und gar Gäste für Stimmung sorgten. Zum Beispiel die Gemeinfelder mit ihrem herrlichen Wagen, oder aber die Chain-Gang aus Ibind.

Schaurig-schöne Kostüme

Einfallsreich wieder die Gruppen, die in jedem Jahr mit besonderen Themen auffallen. Der Ski-Club etwa und die Montagsturner: Sie zeigten sich in Lila mit Kuh von ihrer ganz süßen Seite. Diesmal gruselig, aber schön wie eh und je: die Gruppe „2 Z“. Die hatten, weil am 31. Oktober der Reformationstag ein Feiertag ist, Halloween vorverlegt und sorgten mit ihren schaurigen Kostümen für Stimmung. Immer im Takt und mit viel Helau: die Ermershäuser Garden.

Dass Fasching ein Gen ist, das in der Gemeinde bereits den Jüngsten anzumerken ist, das demonstrierten die Mädchen und Jungs vom Kindergarten mit ihren Erzieherinnen. Lauthals kam von ihrem Wagen das „Helau“. Und voll in närrischer Aktion natürlich auch die evangelische Landjugend. Dass Zugnummer manchmal ganz spontan geht, das demonstrierte die Dippacher Dorfjugend: Am Morgen um 1.30 Uhr hatte man den Entschluss gefasst, mitzulaufen. Um 11 Uhr wurde mit dem „Wagenbau“ begonnen und mit ihrem Kirchweih-Göger zogen die Jungs durch den Ort zum Faschingsfinale an und in der Adolf-Höhn-Halle.

Dort zog Organisator Lüdecke eine positive Bilanz: beste Stimmung, eine sehr gute Resonanz und die Sicherheitsvorgaben wurden bestens umgesetzt, dank Unterstützung der Feuerwehr und Ordner.

Ereignisse des vergangenen Jahres

Mit Helau und fliegenden Kamellen wälzte sich auch in Eichelsdorf der Gaudiwurm durch das Dorf. Mottowagen griffen Ereignisse der vergangenen zwölf Monate auf, wie den Erfolg des „Wirtsmobils“ beim Seifenkistenrennen in Altershausen oder den Klau der Werbebanner eines Eichelsdorfer Holzrücke-Unternehmers.

Mit lauter Party-Musik startete der Umzug „In der Türkei“ und machte einen Halt an der Ortsdurchfahrtsstraße, wo sich die Jecken mit Bratwürsten und Getränken stärkten, bevor es weiter durch?s Dorf ging.

Endstation war für die Erwachsenen an der Ex-Schneebar, die am Dienstag nur noch eine Bar war. Der extra aus Oberhof herbeigekarrte Schnee war schon geschmolzen. Die Kinder feierten im Gasthaus Kirchner Kinderfasching.

 

Wie's der Name schon sagt: die Gruppe der „Kurzentschlossenen“ hat nicht lange gefackelt, um am Dienstag am 19. Faschingsumzug der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) in Wonfurt teilzunehmen. Am Rosenmontag erst wurde in Wonfurt bekannt, dass die letzte Metzgerei im Ort tags darauf für immer schließt. Und schon haben die Kurzentschlossenen das Thema in Form eines Wagens umgesetzt. „Hey Metzger mach ken Scheiß!“ stand dort zu lesen.

Angeführt hat den Tross der Wagen der KJG, eine fahrende Sauna, die den Jungs und Mädels so einheizte, dass sie Bademäntel trugen. Für die Dorfjugend Steinsfeld war es nach Obertheres und Sand der dritte Faschingszug, an dem sie mit ihrem Weihnachts-Wagen teilnahmen. Dass in Wonfurt selbst der Käse Beine bekommt und durch die Straßen tingelt, bewies die Gruppe „Vete“, die 14 Mann und Frau hoch plus Mäuschen und zwei Trauben auf Tour waren.

Märchenhafter Touch

Während am Straßenrand ein kleiner Feuerwehrmann und ein Zebra sich die von herabregnenden Bonbons friedlich teilten und einige Meter weiter ein Polizist etwas bedröppelt zuschaute, wie ein Baby-Drache und ein Pinguin sich um eine Tüte Popcorn zankten, zogen die weiteren Motivwagen vorbei. Der Freundeskreis „4.8“ präsentierte sich ganz olympisch, während der Familienkreis der „Neuen Wilden“ als Prinzessin, Ritter und Feen dem Umzug einen märchenhaften Touch verlieh. „Bauer sucht Frau“ hatte sich die Wonfurter Feuerwehrjugend zum Thema ihres Wagens auserkoren.

Ein echter Hingucker waren die „Hellwecks“, die als Höllenbahn auftraten. Als Gondeln einer rasenden Achterbahn sausten sie auch mal zwischen den Zuschauern hindurch und hatten sogar extra Formationen einstudiert. Drei gestandene Männer und ein Knirps bildeten den „Alten-Stammtisch“ – unterwegs im ICE-Waggon.

„Tanzen, lachen, feiern“ lautete das Motto, den drei Mädels verkörperten, zwei weitere taten so, als seien sie auf Weltreise. Mühevoll gestaltet war der Aufbau von „Dampfach Tours“ in Form eines knallroten Omnibusses. Stationen auf ihrer Reise waren, „die Sehenswürdigkeiten der Gemeinde“: der Wonfurter Müll- und Schrottplatz, die Steinsfelder Hauptstraße und ein Zigarettenautomat. Welch ein Idyll!

 

Ironisch auch der Beitrag des Familienkreises Wonfurt: Als Bautrupp führten sie all die Baustellen vor Augen, wo es ihrer Meinung nach nicht vorangeht und hakt, wie die Dorfsanierung, Baumfällarbeiten und die Turnhalle. Unüberhörbar war die Kinder-Feuerwehr aus Untertheres: als kleine grüne Grisu-Drachen verkleidet, hatten sie eine Handsirene dabei, die mächtig Lärm machte.

Faschingszug in 55. Auflage

Während es in Wonfurt etwa nach der Hälfte des Faschingszuges zu regnen begann, gelang es dem 55. Althütter Faschingszug in Neuschleichach, dem Wetterbericht ein Schnippchen zu schlagen. 15 Gruppen und Wagen zogen durch den kleinen Ort, die Straßenränder waren in mehreren Reihen gesäumt von Zuschauern. Aus Trossenfurt kam die Minibar, aus Unterschleichach die FKK-Fußballer vom RSV, wunderschön anzusehen waren die „ABC-Schützen aus Althütten“ als laufende Schultüten.

Viel Arbeit steckte im Obstkorb „Tutti Fritti“ und die farbenfrohen „Trollinen“ hatten schon am späten Vormittag begonnen, ihre Haare zu den typischen Troll-Frisuren aufzutürmen. „Perücken wollten sie nicht, die Haare sind wie betoniert“, berichtete eine der der jungen Damen.

Die Gruppe „Merry Christmas“ ließ den Verdacht aufkeimen, dass der Weihnachtsmann womöglich doch nicht am Nordpol, sondern im Steigerwald wohnt. Die „Althütter Mäuse“ mahnten die Sanierung des Armin-Knab-Hauses an und außerdem erfuhren die Zuschauer, dass in Neuschleichach für die Dart-WM-trainiert wird. Mit dabei waren auch Lucky Luke und die Daltons mitsamt Saloon, die STeam-Airlines aus Oberschleichach, die Sander Raaser und für Musik sorgten „Die Fregger“ und „Albertos & The Blackbeats“.

Farbenprächtige und phantasievolle Kostüme waren in Eichelsdorf zu bewundern.
Foto: Martin Schweiger | Farbenprächtige und phantasievolle Kostüme waren in Eichelsdorf zu bewundern.
Bester Laune waren in Neuschleichach die Althütter „Trollinen“ – die Haare sind übrigens alle echt.
Foto: Sabine Weinbeer | Bester Laune waren in Neuschleichach die Althütter „Trollinen“ – die Haare sind übrigens alle echt.
Faschingshelden erkennt man an ihrer perfekten und liebevoll gestalteten Verkleidung, wie hier in Ermershausen.
Foto: Alois Wohlfahrt | Faschingshelden erkennt man an ihrer perfekten und liebevoll gestalteten Verkleidung, wie hier in Ermershausen.
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