Rügheim

Der Zauber von mehrstimmigen Jodlern

Aus der Seele in die Herzen: Mit zeitgenössischer Volksmusik begeisterte die österreichische Gruppe „Alma“ im Schüttbau in Rügheim.
Foto: Gudrun Klopf | Aus der Seele in die Herzen: Mit zeitgenössischer Volksmusik begeisterte die österreichische Gruppe „Alma“ im Schüttbau in Rügheim.

Alma – das bedeutet aus dem Spanischen übersetzt „die Seele, das Herz, das Gemüt“. Und trefflicher als mit diesen drei Worten lassen sich die fünf jungen Musiker aus Österreich und ihre Musik nicht beschreiben. Mit sprühendem österreichischen Charme und beseeltem Spiel traf die Gruppe „Alma“ die Zuhörer mitten ins Herz.

„Es gibt Musik, die macht glücklich – heute war das so“, bedankte sich die Vorsitzende des veranstaltenden Kulturvereins, Barbara Goschenhofer am Ende des Konzertes.

Was „Alma“ im Rügheimer Schüttbau präsentierte, lässt sich schwer beschreiben, am ehesten trifft es wohl der Begriff „alpenländische Weltmusik“. Bodenständige, österreichische Volksmusik, vermischt mit südlichen Klängen aus Marokko und Mazedonien und nordischen Tönen aus Finnland und Estland. Nationale Grenzen werden ebenso überwunden wie musikalische Kategorien. Die Arrangements von „Alma“ sind eine wunderbare Melange aus Tradition und Moderne, eine virtuos und mit viel Spielfreude dargebotene zeitgenössische Volksmusik.

Die Mitglieder des Quintetts, Julia Lacherstorfer (Geige, Gesang), Evely Mair (Geige, Gesang), Matteo Haitzmann (Geige, Gesang), Marie-Theres Stickler (Harmonika, Shruti Box, Gesang) und Marlene Lacherstorfer (Kontrabass, Harmonium, Gesang), wuchsen alle in musizierenden Familien auf. Volksmusik gehörte von Kindesbeinen an ebenso zum Leben dazu wie zur Schule gehen oder Radfahren. Die gemeinsamen Wurzeln in der Volksmusik, Ausbildungen an verschiedenen Instrumenten, Erfahrungen mit unterschiedlichen Musikrichtungen und eine tiefgehende Begeisterung für Kulturen und Bräuche führten sie im Jahr 2011 zusammen.

„Almas“ Musik zeichnet Bilder, lässt Landschaften und Orte erscheinen vor dem inneren Auge erscheinen. Von urwüchsiger Lebensfreude getrieben, feiern Elfen und Gnome in „Tam Tam“ eine wilde Party, leidenschaftlich tratschend, flaniert Londons feine Gesellschaft „Im Regent's Park um zwölf“. Fast schmerzlich zieht das Fernweh bei dem Stück „Bitola“, mit dem die Musiker die Schönheit der gleichnamigen Stadt in Mazedonien beschreiben. Und welch ein erhebendes Gefühl als man im schließlich nach mühevollem Aufstieg das Gipfelkreuz erreicht und mit den Musikern den Ausblick über eine grandiose Bergwelt bestaunt – „Ransom“ (Erlösung) lautet der treffende Titel dieser Komposition.

Im tiefsten Innern berührt „Alma“ mit ihren mehrstimmigen Jodlern „Mit einem Jodler kann man immer alles ausdrücken, was man gerne sagen möchte, sich aber nicht zu sagen traut“, beschreibt Harmonikaspielerin Marie-Theres Stickler. Dem ganz besonderen Zusammenklang und Bruch der Stimmen beim Jodeln würden sogar Zauberkräfte zugesprochen. Das Publikum jedenfalls lauschte wie gebannt den archaischen Klängen, um anschließend in begeisterten Beifall auszubrechen.

Ob Walzer, Polka oder andere traditionelle Melodien – stets gibt es Brüche und Überraschungen in den Stücken. Gerade hat man sich gedanklich in die flotte Polka eingehüpft, wird die Musik ruhig, fast melancholisch, um kurz darauf mit wildem Funkenregen zu explodieren. Das macht die Musik von „Alma“ ebenso quicklebendig, wie es die vier jungen Musikerinnen samt Musiker sind. Ihre Spielfreude steckt an und belebt die Zuhörer, die dem Ensemble mit stehenden Ovationen und Begeisterungsrufen danken.

„Das ist das Beste, was ich seit langem gehört habe“, schwärmt Gabriele Stern. „Das ist viel mehr als Virtuosität. Die Gruppe ist herzerfrischend und hat eine ungeheure Ausstrahlung.“

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