Stettfeld

Ein Bildstock aus weißem Sandstein thront nun über Stettfeld

Die Vorderseite zeigt den Gekreuzigten, der in Richtung des Betrachters blickt, wenn dieser auf ihn zugeht.
Foto: Christian Ziegler | Die Vorderseite zeigt den Gekreuzigten, der in Richtung des Betrachters blickt, wenn dieser auf ihn zugeht.

Wer derzeit in Stettfeld auf der Hauptstraße Richtung See unterwegs ist, dem fällt an der Ecke zur Seeringstraße ein frisch gesetzter Bildstock ins Auge. Der Stettfelder Bildhauer Andreas Klesse hat sich der alten Tradition angenommen und ihn der Gemeinde zum Geschenk gemacht. „Ich wollte für Stettfeld einen Bildstock schaffen, weil so etwas heutzutage nicht mehr gemacht wird“, erzählt er.

Für den Künstler, der sich im Mai dieses Jahres selbstständig gemacht hat, ist es wichtig, Traditionen zu bewahren. „Es soll für die Nachwelt erhalten bleiben. Bildstöcke prägen das Ortsbild in ganz Franken und ich bin mir sicher, dass es früher in Stettfeld mehr davon gegeben hat und sie im Laufe der Zeit verschwunden sind“, erklärt Klesse. Als Material hat der Bildhauer weißen Sandstein aus der Gegend verwendet, wobei er sich relativ sicher ist, dass ein Teil des Aufsatzes aus Stettfelder Sandstein besteht. Beim Abriss eines alten Hauses war dieser aus einer Fenstereinfassung angefallen. „Und so ist auch die Idee entstanden“, berichtet der Künstler.

Die Himmelfahrt Mariens, Patrozinium der Stettfelder Pfarrkirche, schmückt die linke Seite des Bildstocks.
Foto: Christian Ziegler | Die Himmelfahrt Mariens, Patrozinium der Stettfelder Pfarrkirche, schmückt die linke Seite des Bildstocks.

Traditionell und doch typisch für Stettfeld ist auch die Auswahl der Motive. Die Frontseite zeigt den Gekreuzigten, links sieht der Betrachter die Himmelfahrt Mariens, der auch die Pfarrkirche geweiht ist, rechts ist die Heilige Anna zu entdecken. Auch aus der Anordnung lässt sich tiefere Symbolik herauslesen. Die Stettfelder Ortspatronin Anna blickt in Richtung der Annakapelle, der Bildstock als Ganzes in Richtung der Kirche. Da die Hauptstraße an dieser Stelle eine leichte Kurve macht, bewegt sich der Betrachter durch die leicht schräge Stellung auf das Bildnis zu, statt nur daran vorbei.

Bürgermeister Alfons Hartlieb (rechts) bedankte sich im Namen der Gemeinde bei Bildhauer Andreas Klesse (links) für den Bildstock, den dieser der Gemeinde zum Geschenk gemacht hatte.
Foto: Christian Ziegler | Bürgermeister Alfons Hartlieb (rechts) bedankte sich im Namen der Gemeinde bei Bildhauer Andreas Klesse (links) für den Bildstock, den dieser der Gemeinde zum Geschenk gemacht hatte.

Wer sich die Zeit nimmt das Kunstwerk genauer zu betrachten, kann auch auf der Rückseite eine Weisheit des Dalai-Lama entdecken. „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Ein Sinnspruch, der vom Künstler bewusst gewählt wurde, ein Fingerzeig, der auch, oder gerade, in Zeiten von Corona zum Nachdenken anregen soll. Schließlich hat auch das Kunstwerk einen kompletten Kreisschluss hinter sich, wie Andreas Klesse berichtet: „Der Bildstock ist im ersten Lockdown entstanden und wurde im Lockdown-light aufgestellt.“

Stettfelds Bürgermeister Alfons Hartlieb bedankte sich im Namen der Gemeinde für dieses außergewöhnliche Geschenk. „Andreas hat in diesem schwierigen Corona-Jahr Eigeninitiative gezeigt und sein Werk wird über die Jahrhunderte in Stettfeld erhalten bleiben“, ist Hartlieb sich sicher.

Die heilige Anna, Stettfelds Ortspatronin, blickt in Richtung ihrer Kapelle in der Stettfelder Flur.
Foto: Christian Ziegler | Die heilige Anna, Stettfelds Ortspatronin, blickt in Richtung ihrer Kapelle in der Stettfelder Flur.
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