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Warum das Kanapee ein Sinnbild für Heimat ist

Groß war das Interesse am Gottesdienst zur Römerstädter Wallfahrt auf dem Zeiler Käppele.
Foto: Brigitte Hamm | Groß war das Interesse am Gottesdienst zur Römerstädter Wallfahrt auf dem Zeiler Käppele.

Seit 1947 treffen sich Heimatvertriebene aus dem Sudetenland am letzten Sonntag im Juli zur Römerstädter Wallfahrt. Da nach dem Krieg das Lindenkirchel nicht mehr zur Wallfahrt erreichbar war, suchten sich die Gläubigen, die aus der Gegend um Römerstadt am Altvatergebirge stammten, das Zeiler Käppele aus.

Kamen zu Beginn noch sehr viele, wurden es in den letzten Jahren immer weniger, die einen Bezug zur alten Heimat haben und den Weg auf sich nehmen. Trotz allem versammelten sich auch heuer wieder einige hundert Wallfahrer und Gläubige der Pfarreiengemeinschaft auf dem Kapellenberg, um gemeinsam mit Pfarrer Michael Erhart den Gottesdienst rund um den Freialtar zu feiern.

Der Seelsorger verglich in seiner Predigt das „gute alte Kanapee“ mit dem Glauben und der Liebe Gottes. Zu Beginn spielte er das Lied, das vielen älteren noch in guter Erinnerung ist, ein. Dabei machte er deutlich, dass dieses „Kanapee“ mehr war, als ein Sofa.

Ein Orts des Rückzugs

Für den Liedschreiber stand es für Heimat und Geborgenheit, mit dem er so verbunden war, dass er sogar darauf sterben wollte. „Bei all dem, was auf mein Leben einströmt, möchte ich einen Ort wissen, bei dem ich mich zurückziehen kann, bei dem ich ankommen kann, einfach ich sein kann, die Freuden und auch Leiden des Lebens tragen und ertragen kann. Und das ist immens wichtig, damals, in der guten alten Zeit, die keineswegs immer nur gut war und auch heute“, so der Seelsorger.

Pfarrer Michael Erhart machte deutlich, dass sich in den über 70 Jahren der Römerstädter Wallfahrt unendlich viel getan hat. Die menschlichen Bedürfnisse können heutzutage viel eher befriedigt werden als früher, die Bindung zu Gott in der Erkenntnis, dass der Mensch nicht Zentrum oder gar Herrscher der Schöpfung ist, ist allerdings stark rückläufig.

Es liege an uns, so Erhart, dass wir offen und einladend sind für andere, dass viele spüren können, so ein Glaube, der trägt, hat etwas von einem Kanapee, das in guten und schweren Zeiten einladend sein will.

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