Kitzingen

Autobahn-Ausbau bei Wiesentheid: Es wird eng auf der A3

baustelle A 3 2020 bei Abtswind wiesentheid (1) diana fuchs       -  Die Vorarbeiten für den sechsstreifigen Ausbau der A3 im Landkreis Kitzingen laufen, darunter die Erdarbeiten für den Parkplatz Obersambacher Wald bei Abtswind. Der eigentliche Ausbau beginnt im nächsten Jahr, Ende 2025 soll das gesamte Projekt fertig sein. Fotos: Diana Fuchs
| Die Vorarbeiten für den sechsstreifigen Ausbau der A3 im Landkreis Kitzingen laufen, darunter die Erdarbeiten für den Parkplatz Obersambacher Wald bei Abtswind.

An den Fahrzeugen und Baumaschinen ist es schon von weitem zu sehen: Da geht was neben der A3 bei Abtswind. Der Parkplatz wird ausgebaut. Während in diesem Jahr insbesondere vorbereitende Arbeiten durchgeführt werden, geht der sechsstreifige Ausbau der A3 im Bereich des Landkreises Kitzingen im nächsten Jahr in die Vollen.

„Wir bauen die bestehende Autobahn in Etappen komplett zurück und bauen sie sechsstreifig neu auf.“ Der Satz von Thomas Schwenzer von der mit dem Ausbau sowie dem Betrieb und der Erhaltung beauftragten Projektgesellschaft A3 Nordbayern GmbH & Co KG macht deutlich, welch gigantische Aufgabe der sechsstreifige Ausbau der viel befahrenen Autobahn ist.

90.000 Fahrzeuge am Tag

Geiselwind, Wiesentheid, Kitzingen-Schwarzach, Biebelried – wer oft Auto fährt, der kennt die Namen der Orte aus dem Verkehrsfunk. Ein Nadelöhr, das seit vielen Jahren Autofahrer und Anlieger stört, soll nun endlich beseitigt werden.

Der Ausbau der 76 Kilometer langen Autobahnstrecke zwischen den Kreuzen Fürth/Erlangen und Biebelried erfolgt in Form eines ÖPP-Projektes, einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Die Projektgesellschaft A3 Nordbayern GmbH & Co. KG übernimmt den Ausbau von 71 Kilometern. Den Rest, fünf Kilometer bei Geiselwind, hat die Autobahndirektion Nordbayern bereits ausgebaut.

Bis zu 90.000 Fahrzeuge sind täglich zwischen den beiden Autobahnkreuzen unterwegs. Diese Verkehrsmenge muss auch bewältigt werden, während Menschen und Maschinen die Strecke von vier auf sechs Fahrstreifen erweitern. Einfach ist das nicht, denn es wird ziemlich eng. Derzeit stehen in jede Fahrtrichtung zwei Fahrstreifen plus ein Standstreifen zur Verfügung. Während des Baus wird der gesamte Verkehr auf eine Richtungsfahrbahn geleitet, auf der anderen wird gebaut. „4 plus 0“ nennt Schwenzer die Lösung, ein Standstreifen steht nicht mehr zur Verfügung. Daher müssen Nothaltebuchten gebaut werden.

Vier Fahrspuren unterbringen, wo bislang zwei verliefen – um das zu bewältigen, wird die Autobahn in einigen kritischen Stellenabschnitten provisorisch verbreitert. „Mal bauen wir einen Meter an, mal mehrere Meter“, erklärt Schwenzer. Um den Verkehr möglichst gefahrlos auf eine Seite überleiten zu können, wurden und werden derzeit Mittelstreifenüberfahrungen eingerichtet, die Mittelleitplanken entfernt und der Übergang asphaltiert.

Zudem laufen jetzt, im Vorfeld des eigentlichen Ausbaus, auch Arbeiten neben der Autobahn, beispielsweise die Erdarbeiten für den Parkplatz Obersambacher Wald bei Abtswind. Dieser Parkplatz wird neu gebaut, künftig gibt es dort eine WC-Anlage.

Der gesamte Ausbau der A3 zwischen den Kreuzen Biebelried und Erlangen umfasst acht Bauabschnitte, die jeweils in zwei Teile unterteilt sind. Jedes Jahr werden vier Bauabschnitte gleichzeitig erneuert. Dazwischen gibt es so genannte Erholungsabschnitte, mindestens fünf Kilometern lang. Auch für die Baustellen gibt es eine Vorschrift: „Sie dürfen nicht länger als 15 Kilometer sein“, erklärt Thomas Schwenzer. Es gilt die Faustregel: Je enger die Fahrstreifen neben der Baustelle, desto kürzer muss die Verkehrsführung sein. Zu lange Fahrten auf zu engem Raum sind ist gefährlich. Autofahrer müssen schon sehr konzentriert sein, damit nichts passiert.

Die Bauabschnitte sind schachbrettartig aufgebaut. „Ein Jahr – eine Richtung. Im nächsten Jahr die andere“, so Schwenzer. Im Landkreis Kitzingen gibt es zwei große Bereiche – der erste umfasst etwa neun Kilometer von Geiselwind bis kurz nach Wiesentheid, der zweite etwa zwölf Kilometer bis zur Dettelbacher Autobahnbrücke. Dazu kommt ein 2,5 Kilometer langer Bauabschnitt von dieser Brücke bis kurz vor das Biebelrieder Kreuz.

Der Ausbau beginnt im nächsten Jahr zwischen Geiselwind und Wiesentheid, und zwar mit der Fahrbahn Richtung Frankfurt. 2022 folgt dann im gleichen Abschnitt die Fahrbahn Richtung Nürnberg. „Wenn wir den Verkehr nach einem Jahr auf die andere Seite verlegen, ist das kein Problem mehr“, erklärt Schwenzer. „Die ist ja dann schon breiter. Dann kriegen wir den 4-plus-0-Verkehr problemlos unter.“ Das kurze Stück zwischen der Autobahnbrücke bei Dettelbach und dem Biebelrieder Kreuz wird im gleichen Zeitraum gebaut.

Das Großprojekt in Stichpunkten

Sind diese beiden Bauabschnitte fertig, folgt 2023 der Streckenabschnitt von Wiesentheid bis zur Dettelbacher Autobahnbrücke. Auch hier geht es zunächst mit vorbereitenden Arbeiten los, dann ist der Ausbau Richtung Nürnberg an der Reihe, danach der Ausbau Richtung Frankfurt. Ende 2025 soll alles fertig sein.

Bislang laufen die Arbeiten laut Thomas Schwenzer problemlos. „Alles nach Plan“, sagt er. Große Probleme seien im Landkreis Kitzingen auch nicht zu erwarten, zumal die Autobahn sich von der Achse her nur moderat verschiebt. Bei Höchstadt/Pommersfelden sieht das ganz anders aus, da liegt eine Fahrbahn der neuen A3 teilweise vollständig neben der jetzt bestehenden Fahrbahn.

71 Kilometer Ausbaustrecke, 22 Überführungsbauwerke, acht Anschlussstellen, zwei Großbrücken, zwei neue Grünbrücken – eine davon zwischen Geiselwind und Wiesentheid –, drei neue beidseitig bewirtschaftete Rastanlagen mit WC-Gebäuden, Ausbau der Rastanlage Steigerwald mit mehr Lkw-Parkplätzen, 137.000 Quadratmeter Lärmschutzwände, die Anpassung der Anschlussstellen – die Daten und Fakten rund um den Autobahnausbau hören sich gigantisch an. „Rein Ingenieur-technisch ist die Herausforderung überschaubar“, sagt Thomas Schwenzer. Was bedeutet, dass keine baulichen Wunder vollbracht werden müssen. „Eine technische Herausforderung sind die Überführungsbauwerke über die Autobahn.“ Die Brücken also, die über die A3 führen. Sie werden, so hat es der Staat als Auftraggeber ausgeschrieben, ohne Mittelpfeiler erstellt. „Aber das ist beherrschbar.“

Auf Behinderungen einstellen

Drei so genannte Überführungsbauwerke zwischen Geiselwind und Wiesentheid wurden am 12./13. September abgerissen – eine Brücke ist Teil der Kreisstraße KT 24 zwischen Abtswind und Untersambach, die beiden anderen gehören zu Feldwegen beziehungsweise Flurbereinigungswegen. Alle drei Brücken werden im Zuge des Autobahnausbaus an den betreffenden Stellen neu errichtet.

Klar ist also: Wer auf der A3 unterwegs ist, muss sich in den nächsten Jahren auf einige Behinderungen einstellen. Die Projektgesellschaft bittet deshalb um Verständnis – schließlich geht es nicht anders, wenn das Nadelöhr auf der A3 beseitigt werden und damit auch die anliegenden Gemeinden entlastet werden sollen. Vor allem aber bittet Thomas Schwenzer die Autofahrer um Vorsicht: „Bitte beachten Sie die Schilder und halten Sie sich an die Begrenzungen.“ Vor allem jetzt, in der dunklen und nassen Jahreszeit, könne es sonst leicht zu Unfällen kommen, vor allem, wenn die Fahrzeuge sich den Baustellen nähern.

Kosten

Das Projekt umfasst neben dem sechsstreifigen Ausbau der A3 die Erweiterung der beidseitigen Tank- und Rastanlage Steigerwald sowie den Neubau von drei unbewirtschafteten, beidseitigen Rastanlagen mit WC-Gebäuden. Die Gesamtkosten für Ausbau, Betrieb und Instandhaltung für 30 Jahre liegen bei 2,8 Milliarden Euro, teilte das Verkehrsministerium anlässlich des Spatenstichs mit. Damit ist das Infrastrukturprojekt das deutschlandweit größte Ausbauvorhaben, das als öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) durchgeführt wird.
Im Zuge der Vorarbeiten für den Ausbau der A3 wurde unter anderem die Brücke der KT24 bei Abtswind abgerissen.
| Im Zuge der Vorarbeiten für den Ausbau der A3 wurde unter anderem die Brücke der KT24 bei Abtswind abgerissen.
baustelle A 3 2020 bei Abtswind wiesentheid (12) diana fuchs       -  Die Baumaschinen leisten schon ganze Arbeit.
| Die Baumaschinen leisten schon ganze Arbeit.
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