Dettelbach

Biebelrieder Pläne: Mainfrankenpark soll Anbau im Süden bekommen

Die Gemeinde will endlich auch ein großes Gewerbegebiet. Die Zufahrt müsste über den bestehenden Mainfrankenpark erfolgen. Der Dettelbacher Stadtrat kann sich das vorstellen.
Auf der Wiese hinter dem Cineworld im Mainfrankenpark soll auf 50 000 Quadratmetern ein neues Biebelrieder Industriegebiet entstehen. Dafür braucht es allerdings die Zustimmung des Dettelbacher Stadtrats, weil die Zufahrt am Kino vorbei über den Mainfrankenpark geplant ist. 
Foto: Frank Weichhan | Auf der Wiese hinter dem Cineworld im Mainfrankenpark soll auf 50 000 Quadratmetern ein neues Biebelrieder Industriegebiet entstehen.

Nachbarschaftsbesuch im Dettelbacher Stadtrat. Zu Gast: Roland Hoh, Bürgermeister der Nachbargemeinde Biebelried, sowie seine Stellvertreterin Gabi Brejschka. Ihr Anliegen: Sie brauchen den Nachbarn für ein neues Gewerbegebiet, das unmittelbar an den Mainfrankenpark anschließen soll. Das Problem: Die Zufahrt zu dem neuen Industriegebiet ist nur über den bestehenden Mainfrankenpark möglich.

Die neuen Gewerbeflächen umfassen um die 50 000 Quadratmeter und schließen sich direkt hinter dem Cineworld-Kino in Richtung B 8 am südlichen Teil des Mainfrankenparkes an. Eine eigene Zufahrt – etwa von der B 8 – ist nicht möglich und ließe das schon länger ins Auge gefasste Projekt zunächst stoppen. In den vergangenen Jahren waren beispielsweise schon die Firma Flyeralarm und auch die Würzburger Kickers mit einem Stadion-Neubau im Gespräch für Neuansiedlungen gewesen.

Letztlich scheiterten aber alle Pläne an dem Zufahrt-Problem – das jetzt gelöst werden könnte. Nach Aussage der Biebelrieder wurde mit dem Multiplex-Kino eine Einigung erzielt: Das Kino gibt einen Teil seiner Parkplätze ab, so dass eine Zufahrt zum neuen Industriegebiet möglich wird. Das Kino bekomme dafür Ausgleichsflächen.

Gute Zusammenarbeit beider Kommunen

Hoh verwies in diesem Zusammenhang auf die bisherige Zusammenarbeit der beiden Kommunen, die zudem einer gemeinsamen Allianz angehören. Auch beim Bau des Mainfrankenparks selber hatte es eine Zusammenarbeit gegeben, so befindet sich die Kläranlage für den Mainfrankenpark auf Biebelrieder Gemarkung.

Der Mainfrankenpark soll im Süden angebaut werden, zumindest hofft das die Gemeinde Biebelried, auf deren Grund der Industriepark entstehen soll.
Foto: Frank Weichhan | Der Mainfrankenpark soll im Süden angebaut werden, zumindest hofft das die Gemeinde Biebelried, auf deren Grund der Industriepark entstehen soll.

Dass diese Zusammenarbeit auch weiter Bestand hat, steht für beide Seiten außer Frage. Allein beim Namen "Mainfrankenpark II" legte Dettelbach ein Veto ein, um Verwechslungen zu vermeiden. Die Dettelbacher schlugen deshalb bereits im Vorfeld "Mainfrankenpark Süd" vor.

Bevor die Angelegenheit wegen der Grundstücksangelegenheiten in den nichtöffentlichen Teil wanderte, signalisierten die Dettelbacher Stadträte prinzipiell Gesprächsbereitschaft. Klar wurde aber auch: Es gibt noch viel zu klären und zu regeln, die Mitbenutzung des Mainfrankenparks gibt es nicht zum Nulltarif. Hermann Göb hatte das so auf den Punkt gebracht: "Und was kriegen wir von Ihnen?"

Kein Großinvestor geplant

Bürgermeister Roland Hoh betonte im öffentlichen Teil der Sitzung zudem, dass es diesmal "keinen Großinvestor" geben werde. Es gebe immer wieder Anfragen von Kleingewerbe, das auf der Suche nach neuen Flächen sei. Genau darum gehe es diesmal – um Handwerksbetriebe.

Für Biebelried, das direkt an der A 3 liegt, wäre es das erste große Gewerbegebiet. In dem Ort und seinen beiden Ortsteilen gibt es etwa zehn Betriebe, hatte Bürgermeister Hoh kürzlich gegenüber dieser Zeitung nachgerechnet. Entsprechend karg fällt die Gewerbesteuer aus. Trotz der guten Verkehrslage und trotz großer Flächen von 22,7 Quadratkilometern steht in Biebelried bis heute die Landwirtschaft im Mittelpunkt. Etwa 15 Landwirte gibt es laut Bürgermeister in den drei Orten noch. Lediglich am Ortsausgang war zuletzt an der B 8/KT 22 ein kleines Gewerbegebiet mit einer Tankstelle entstanden. Das nun geplante Andocken an den Mainfrankenpark könnte der Beginn eines grundlegenden Wandels sein.

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