Schwarzach

Brüchiges Gewölbe unter Parkplatz eingestürzt

Das Gewölbe des Mühlbachs unter der Asphaltschicht vor dem Kloster Münsterschwarzach ist so brüchig, dass es bei Baggerarbeiten eingestürzt ist.
Foto: Peter Pfannes | Das Gewölbe des Mühlbachs unter der Asphaltschicht vor dem Kloster Münsterschwarzach ist so brüchig, dass es bei Baggerarbeiten eingestürzt ist.

Die Neugestaltung des Platzes vor dem Torhaus der Abtei Münsterschwarzach wird die Gemeinde rund 100 000 Euro mehr kosten als ursprünglich veranschlagt. Gründe für die Kostenmehrung sind der Einsturz des Bachgewölbes, das unter dem Parkplatz liegt, sowie die kostenintensive Entsorgung des alten, stark teerhaltigen Asphalts. Bei einem Ortstermin vor der Ratssitzung am Dienstag besichtigten die Mitglieder des Marktgemeinderats die Baustelle im Ortszentrum von Münsterschwarzach.

Bürgermeister Volker Schmitt erläuterte das Unfallgeschehen. Als ein Baggerfahrer die Asphaltschicht abtragen wollte, stürzten Teile des darunter liegenden Bruchsteingewölbes zusammen. "Der Arbeiter hatte echt Glück, dass nicht mehr passiert ist", so Schmitt. Der Baggerfahrer trage keinerlei Schuld an dem Schaden. Der Asphalt habe quasi das aus dem 17. Jahrhundert stammende Gewölbe noch zusammengehalten.

Gewölbe wird durch Betonteile ersetzt

Einstimmig beschloss das Gremium, das Gewölbe auf einer Länge von 15 Metern durch Betonteile im Untergrund zu ersetzen. Die Denkmalschutzbehörden hätten aufgrund der besonderen Situation grünes Licht gegeben, sagte der Bürgermeister. Die Mehrkosten von 100 000 Euro müssen als außerplanmäßige Ausgabe verbucht werden. Die Neugestaltung des Platzes war ursprünglich mit 320 000 Euro veranschlagt.

Bei einem Ortstermin am Dienstag erläuterte Bauleiter Dieter Blass (rechts) dem Schwarzacher Gemeinderat die Probleme und die Gründe für die Mehrkosten am Parkplatz vor dem Torhaus der Abtei Münsterschwarzach.
Foto: Peter Pfannes | Bei einem Ortstermin am Dienstag erläuterte Bauleiter Dieter Blass (rechts) dem Schwarzacher Gemeinderat die Probleme und die Gründe für die Mehrkosten am Parkplatz vor dem Torhaus der Abtei Münsterschwarzach.

Wie geht es jetzt weiter? Laut Bauleiter Dieter Blass muss die Schadensstelle zunächst wasserfrei gelegt werden, um überhaupt die Arbeiten beginnen zu können. Das Gewölbe des Mühlbachs unter dem angrenzenden Gebäude der Abtei, in dem die Klostermetzgerei untergebracht ist, sei in einem ordentlichen Zustand, so Blass. Hier seien keine Maßnahmen notwendig. Der Bauleiter der Firma Strabag rechnet mit Mehrkosten für die Gewölbereparatur von 76 000 Euro. Durch die Mehrarbeiten und die Lieferzeiten für die Betonrohre verzögert sich die gesamte Baumaßnahme um etwa drei Wochen. Blass rechnet mit dem Abschluss der Verschönerungsmaßnahme Ende September.

Mehrkosten von 25 000 Euro gibt es auch durch den abgetragenen Asphalt. Man habe nicht mit einer solch teerhaltigen Menge gerechnet, sagte Bürgermeister Schmitt. Die veranschlagten Kosten für die Entsorgung des Problemabfalls sei eine Höchstschätzung, die im schlimmsten Fall eintreten könne. Das Ratsgremium ermächtigte den Ortschef, in den Sommerferien den Auftrag für die Entsorgung des Teermaterials an den günstigsten Anbieter zu vergeben.

Kein Corona-Zuschuss für Vereine

Eine Anfrage des SV DJK Schwarzenau auf einen Zuschuss wegen der Corona-Pandemie lehnte das Ratsgremium mit 10:5 Stimmen ab. Dabei entwickelte sich eine rege Diskussion. Bürgermeister Schmitt würde die Vereine gerne unterstützen, hat aber in Zeiten von Corona Bauschmerzen mit weiteren freiwilligen Leistungen. "Zuerst müssen wir unsere Pflichtaufgaben wahrnehmen, wie Schule und Feuerwehren."

Das Problem: Alle Vereine müssten gleichbehandelt werden. Thomas Grimmer erinnerte daran, dass nicht nur die Sportvereine, sondern auch alle anderen Vereine Einbußen zu verzeichnen haben. Er befürchtet Folgeanträge. Hartmut Ratz war die Anfrage des SV DJK wegen Corona-Pandemie zu pauschal. Auch er befürchtet, alle anderen Vereine "finanziell bedienen zu müssen".  Georg Ruhsert meinte: "Wir müssen in den nächsten Jahren auf jeden Cent schauen." Max Hegler ist als einziger für einen Zuschuss für die Sportvereine. Er schlug 1500 Euro je Sportverein vor. "Ich glaube, das kann der Markt Schwarzach verschmerzen", betonte er. Maria Fieber suchte einen Kompromiss als "ein Zeichen an die Sportvereine" mit 200 Euro, was im Rat auf wenig Gegenliebe stieß.

Riesig ist laut Schmitt die Nachfrage nach den 40 Bauplätzen im Neubaugebiet Etterswasen 2 in Gerlachshausen: 187 Interessierte insgesamt, davon 59 Einheimische.

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