Albertshofen

Fastnacht: Das Höpper Prinzenpaar trotzt der traurigen Corona-Zeit

Was macht ein Faschingsprinzenpaar ohne Fasching? Es leidet. Doch das Albertshöfer Prinzenpaar Anke Plömpel und Ralf Kraus hat ein Mittel gegen den Schmerz im Narrenherz.
Da war die Faschingswelt noch in Ordnung: Anke Plömpel und Ralf Kraus sind seit 2019 das Prinzenpaar des Höpper Elfers.
Foto: Carina Koch | Da war die Faschingswelt noch in Ordnung: Anke Plömpel und Ralf Kraus sind seit 2019 das Prinzenpaar des Höpper Elfers.

Prinzessin Anke leidet. Sehr. So sehr, dass sie manchmal die Orden aus dem Gästezimmer holt, sie anschaut und an die gute alte Zeit denkt. So alt ist die noch gar nicht. Gerade mal ein Jahr her. Anke Plömpel ist die Faschingsprinzessin des Höpper Elfers, ihr Lebensgefährte Ralf Kraus der Prinz.

Im November 2019 wurden sie als Albertshöfer Prinzenpaar vorgestellt und dann war der Terminkalender auch schon voll. "Nur im Dezember war eine Pause", erzählt Plömpel und blättert gedankenversunken in ihrem alten Kalender. Über 40 Termine hatten sie in der vergangenen Session. Sie haben gesungen, geschunkelt, gewunken, getanzt und gelacht. Über 1000 Orden und kiloweise Süßigkeiten haben sie und ihr Prinz verteilt. "Es war schon geil", erinnert sich Kraus. Die Nächte waren kurz und "das Puderluder öfter im Einsatz". "An manchen Tagen mussten wir in die Maske, weil wir sooolche Augenringe hatten", sagt Plömpel und lacht. 

Auftritt mit Michl Müller

Diese Session sollte der Spaß weitergehen. Pustekuchen. Corona hat den Narren einen ganz dicken Strich durch die Rechnung gemacht. "Wir Narren leiden schon sehr", sagt Kraus (58). Bis zum Schluss hat der Höpper Elfer gehofft, dass der Fasching nicht ganz ins Wasser fällt. Doch als die Inzidenz im Oktober stieg und stieg, war auch Plömpel und Kraus klar: "Das wird nichts."

Umso mehr haben Anke I. und Ralf I. ihren Auftritt mit Comedian Michl Müller genossen. Anfang Oktober wurde im Kitzinger Fastnachtmuseum das Video zu seinem Faschingshit "Die längste Polonäse auf der Welt" gedreht. Mit dabei: Das Prinzenpaar und ihr Albertshöfer Hofstaat. "Das war schon toll", sagt Plömpel. "Sicher einer der Höhepunkte in unserer Amtszeit." Seitdem hängt ihr schickes rotes Kleid wieder im Schrank.

Video

Anke Plömpel hofft sehr, dass sie es wenigstens in der nächsten Session wieder anziehen kann. Von Corona und den widrigen Umständen wollen sich die 58-Jährige und ihr Prinz nicht unterkriegen lassen. "Wir machen weiter", sagen sie unisono und es wird deutlich: Die beiden leben und lieben ihr Amt. Dabei standen am Anfang erst einmal Zweifel. "Bin ich dafür nicht schon zu alt?", war Plömpels Gegenfrage auf die Frage ihres Prinzen, ob sie seine Prinzessin werden wolle. Doch für Faschingshoheiten gibt es keine Altersbeschränkung und die Betriebswirtin hatte einen Traum: "Einmal wollte ich die Höpper Prunksitzung von der Bühne aus sehen." Wunsch erfüllt. 

Das Winken klappt noch: Prinzessin Anke I. und Prinz Ralf I. sind  auch in der Corona-Faschingssession das Prinzenpaar des Höpper Elfers.
Foto: Julia Lucia | Das Winken klappt noch: Prinzessin Anke I. und Prinz Ralf I. sind  auch in der Corona-Faschingssession das Prinzenpaar des Höpper Elfers.

Die Sitzungen fehlen ihr dieses Jahr genauso wie die vielen Begegnungen. "Wir haben so tolle Menschen kennengelernt", sagt Plömpel und zeigt auf eine Prinzessin auf einem Ordnen. "Die ist bei der NASA und kann ganz viele Sprachen." Ein anderes Prinzenpaar hat einen Professor für Herzchirurgie als Fahrer. So bunt wie die Narren sind auch die Faschingsprinzen und ihre Prinzessinnen. "Alt und jung, unterschiedliche Berufe, da ist wirklich alles dabei", sagt  Kraus. "Es sind viele Freundschaften entstanden." Über eine Whatsapp-Gruppe bleiben die fränkischen Prinzenpaare in Kontakt. Die Treffen und die gemeinsame Narretei ersetzt die Gruppe nicht, aber: "Es ist noch keiner aus der Gruppe ausgetreten."

Das Zepter ist in Quarantäne

So bleiben dem Prinzenpaar in dieser Session die Orden und die Geschichten dazu. Dankbar sind Plömpel und Kraus für den Besuch der Redakteurin: "Schön, dass der Fasching nicht ganz vergessen wird",  sagen sie zur Begrüßung – natürlich standesgemäß im roten Kleid, mit Krönchen und der Narrenkappe mit den langen Fasanenfedern. Nur das Prinzenzepter fehlt. "Das ist in Quarantäne", scherzt Plömpel. Es gehört dem Verein und ist deshalb bei Präsident Elmar Gimperlein. Er ist die Seele des Höpper Elfers. "Die Unterstützung von ihm und dem ganzen Verein ist gigantisch", sagt Kraus, der im wahren Leben Malermeister ist.

Fürs Prinzenpaar organisiert Gimperlein Termine, Fahrten und alles, was zu den hoheitlichen Pflichten gehört. Ist Amtshilfe nötig, können sich Plömpel und Kraus auf ihren Präsidenten verlassen. So auch bei der Frage, warum der Prinz ranghöher als die Prinzessin ist. Ein Anruf genügt: "Prinz und Prinzessin sind natürlich gleich gestellt; nur hat der Mann mehr zu sagen." Gimperlein lacht laut. Kraus grinst, Plömpel verdreht lachend die Augen.

Bis zur nächsten Session gibt's da wohl noch was zu klären.

Anke Plömpel und Ralf Kraus haben viele Orden bekommen. In der Corona-Zeit holt Plömpel die Orden immer wieder mal raus und erinnert sich.
Foto: Julia Lucia | Anke Plömpel und Ralf Kraus haben viele Orden bekommen. In der Corona-Zeit holt Plömpel die Orden immer wieder mal raus und erinnert sich.
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