DETTELBACH

Der Bischof und sein Hasen-Teller

Das ist rekordverdächtig: Alle vier Bischöfe der Diözese Würzburg weilten innerhalb einer Woche in Dettelbach. Den Beginn machte Weihbischof Ulrich Boom zur Altarweihe, es folgten Bischof Friedhelm Hofmann und Alt-Weihbischof Helmut Bauer bei der Vorpremiere des Filmes „Francesco“ im Mainfrankenpark.
Gang durch die Ausstellung: Paul-Werner Scheele (Mitte) mit Walter Sauter (Diözese Würzburg), Bürgermeister Reinhold Kuhn sowie den Ausstellungsmachern Armin Mosandl und Reinhard Worschech (von links).
Foto: Hanni Mosandl | Gang durch die Ausstellung: Paul-Werner Scheele (Mitte) mit Walter Sauter (Diözese Würzburg), Bürgermeister Reinhold Kuhn sowie den Ausstellungsmachern Armin Mosandl und Reinhard Worschech (von links).

Zur Eröffnung der Sonderausstellung „Osterbräuche“, zu der er auch die Schirmherrschaft übernommen hat, kam nun Alt-Bischof Paul-Werner Scheele in das KuK Dettelbach.

Als Leihgabe stellt er einen selbstgemalten „Drei-Hasen-Teller“ mit dem so genannten Hasenmotiv des Fensters aus dem Paderborner Dom zur Verfügung, heißt es in einer Pressemitteilung des KuK. Bereits als Weihbischof von Paderborn und später als Bischof von Würzburg hatte Scheele die Hasen in sein Wappen aufgenommen. Ein geschickter Steinmetz hat Anfang des 16. Jahrhunderts dieses Wahrzeichen der Stadt gemeißelt. Das Besondere daran: „Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei“, so lautet der Vers, der in knapper Form das Drei-Hasen-Fenster beschreibt.

Seit 2008 besteht das Museum Pilger & Wallfahrer im KuK Dettelbach. Nach nunmehr fast drei Jahren initiierte ein Kreis von Museumsführern die Sonderausstellung „Osterbräuche – Kartage & Osterfest“. Federführend für die Gestaltung und Durchführung dieser Ausstellung sind Dr. Reinhard Worschech, früherer Bezirksheimatpfleger und jetzt wohnhaft in Mainsondheim, und Dr. Armin Mosandl. Zusammen mit Mathias Weissmann haben sie Fotos und Leihgaben aus dem gesamten Stadtgebiet von Dettelbach zusammengetragen. Die Objekte stammen aus dem Franziskanerkloster oder sind in Privatbesitz und waren teilweise noch nie zu sehen.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Osterzeit und beginnend am Palmsonntag mit Osterbuschbinden zeigt die Ausstellung einen Querschnitt durch diese: Karfreitag, Osternacht, Auferstehung. Vom Schweigen der Glocken, die nach Rom geflogen sind, bis zu den gehaltvollen Speisen an Ostern.

Das Ei ist zum Symbol für Ostern geworden. Aber warum bringt ein Hase die Eier? Dazu gibt es unterschiedliche Erklärungen, die in der Ausstellung gelüftet werden.

Seit 1983 pflegt die Stadt Dettelbach die Partnerschaft mit der Heimatgruppe Haslau und Umgebung, einer Vertriebenengemeinschaft aus dem Egerland. Auch im Egerland hörte man von Gründonnerstag bis Karsamstag die lärmenden Geräusche der „Ratschenbuben“, man pflegte den Brauch des Eier-„Ditschens“ oder stellte eine Osterkrippe auf, die in der Ausstellung zu sehen sein wird.

Dr. Reinhard Worschech bedauerte in seiner Einführung, dass Bräuche teilweise nicht mehr gepflegt würden und damit unwiederbringlich seien. Auch werden sie nicht mehr verstanden oder missgedeutet. Er wies darauf hin, dass Bräuche auch in unserer heutigen modernen Zeit ihren Sinn und ihre Bedeutung hätten. Ohne Traditionen würde die Menschheit verkümmern. Bräuche sollten auch weiterhin an die Kinder und Enkel weitergeben werden, denn sie seien gleichzeitig immer auch Höhepunkte im Jahr.

Am Karsamstag kommt der Osterhase höchstpersönlich in die Ausstellung. Von 14 Uhr bis 15.30 Uhr zeigt er sein Leben in einem Bilderbuchkino, lädt Kinder zum Basteln ein und sucht mit ihnen Ostereier, die im Haus versteckt sind.

Geöffnet ist die Ausstellung vom 11. April bis 26. Juni immer Montag bis Samstag von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, Sonntag und Feiertag von 10 bis 13 und 14 bis 16 Uhr. Der Eintritt (inkl. Museumsbesuch) kostet zwei Euro, Kinder und Ermäßigte ein Euro. Jeden Besucher erwartet eine österliche Überraschung. Führungen durch die Ausstellung und das Museum sind auch außerhalb der Öffnungszeiten auf Anfrage unter www.dettelbach.de oder Tel. (09 3 24) 35 60 möglich.

Von Bischofs Hand: selbstgemalter „Drei-Hasen-Teller“ von Alt-Bischof Paul-Werner Scheele.
Foto: Hanni Mosandl | Von Bischofs Hand: selbstgemalter „Drei-Hasen-Teller“ von Alt-Bischof Paul-Werner Scheele.
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