Iphofen

Der Schwanberglauf geht neue Wege

Kein Massenstart, kein Publikum, aber ganz ausfallen soll der beliebte Volkslauf in diesem Jahr nicht. Die Veranstalter haben sich ein krisenfestes Konzept ausgedacht.
Statt wie üblich in Massen zu starten, soll sich beim diesjährigen Schwanberglauf jeder selbst auf den Weg machen.
Foto: Robert Haaß | Statt wie üblich in Massen zu starten, soll sich beim diesjährigen Schwanberglauf jeder selbst auf den Weg machen.

Auch der Schwanberglauf kommt in Zeiten von Abstandsgebot und Hygieneregeln nicht umhin, neue Wege zu gehen. Die 36. Auflage des größten und ältesten Volkslaufes im Landkreis Kitzingen muss deshalb in diesem Jahr ohne Massenstart, ohne Publikum und ohne Siegerehrung auskommen. Abgesagt ist der Lauf zwar nicht. Er wird in der Corona-Krise aber standesgemäß ausgetragen: in Kleingruppen oder gänzlich allein und somit als eine Art Selbsterfahrung.

Der Schwanberglauf hat in den vergangenen fast vier Jahrzehnten immer wieder strahlende Sieger und neue Rekorde hervorgebracht. Aber als reines Rennen auf Zeit war er nie angelegt. Immer ging es auch um einen Wettlauf nach Spenden. Das war die Idee, die Franz Brosch umtrieb, als er den Lauf 1983 in seiner Heimatstadt Iphofen ins Leben rief. Im Laufe der Jahre kamen auf diese Weise Zehntausende Euro an Spenden zusammen, vergangenes Jahr etwa 3800 Euro, die an den Förderverein der Klinik Kitzinger Land, die Lebenshilfe Kitzingen und andere soziale Einrichtungen gingen.

Mehr als zehn Kilometer durch pure Idylle

Inzwischen hat Brosch sich aus der Organisation zurückgezogen, andere sind in die Bresche gesprungen. Seit dem Jahr 2014 kümmert sich eine Troika, bestehend aus Anja Sebastian, Dominik Heilmann und Axel Girreser, maßgeblich um den Lauf. Wenig geändert hat sich in den vergangenen Jahrzehnten am Streckenverlauf. Vom Startplatz Rödelseer Tor geht es über breite Weinbergswege in raues Gelände, enge Pfade führen den Berg hinauf und dann in leicht abschüssiger Bahn aufs Ziel in Castell zu. 10,4 Kilometer pure Idylle. Im Casteller Schlosspark angekommen, steht eine aufgekratzte Menge den Läufern im Normalfall Spalier. Jeder Teilnehmer – in Spitzenzeiten waren es mehr als 1000 – darf sich dort über einen vom Fürsten spendierten Schoppen freuen.

Eine Tradition wie diese lässt man – auch in Krisenzeiten – nicht einfach sterben. Deshalb haben sich die Veranstalter entschlossen, das Rennen als virtuellen Lauf zu veranstalten und die "Geschichte des Klassikers" fortzuschreiben, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Eingeladen sind alle Laufbegeisterten, sich allein auf den Weg zu machen – nicht zwingend auf der Originalstrecke, wie sie schreiben, aber über die geläufige Distanz von 10,4 Kilometern. Die selbst gemessene Zeit kann dann zusammen mit der Anmeldung auf der Homepage zum Schwanberglauf hochgeladen werden, gerne mit Foto von sich selbst. Das Domänenamt Castell spendiert jedem erfolgreichen Teilnehmer einen Mini-Bocksbeutel.

Die Teilnahme am virtuellen Schwanberglauf ist kostenlos, die Veranstalter bitten allerdings um eine Spende unter dem Stichwort "SBL 2020" auf das Konto IBAN DE29 7905 0000 0048 29332 03 bei der Sparkasse Mainfranken Würzburg. Das eingesammelte Geld soll dem Förderverein der Klinik Kitzinger Land zugute kommen.

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