Segnitz

Entsetzen über Heckenschnitt

Zuviel des Guten waren die Pflegeschnitte in der Segnitzer Flur, meint Gemeinderat Achim Volkamer. Er beantragte, zerstörte Hecken und Bäume nachzupflanzen.
Foto: Achim Volkamer | Zuviel des Guten waren die Pflegeschnitte in der Segnitzer Flur, meint Gemeinderat Achim Volkamer. Er beantragte, zerstörte Hecken und Bäume nachzupflanzen.

Wie weit darf ein Pflegeschnitt in Hecken und Sträuchern gehen? Wo hört die sogenannte Verkehrssicherung auf und wo beginnt der Schutz von Artenvielfalt? Diese Frage beschäftigte am Mittwoch den Segnitzer Gemeinderat. Anlass dafür war ein Antrag von Gemeinderat Achim Volkamer, den dieser zu Beginn der Sitzung vorlegte und der per Abstimmung auf die Tagesordnung gehievt wurde.

"Mit Entsetzen" habe Volkamer Pflegeschnitte in der Segnitzer Flur festgestellt, die seiner Meinung nach zum Teil nicht sachgerecht und vor allem schädlich für Pflanzen und Tiere vorgenommen wurden. Er fordert, zerstörte Bäume durch Neupflanzungen zu ersetzen und nicht sachgerechte Rückschnitte von Profis ausbessern zu lassen. Auch Hecken, die sich nicht mehr regenerieren, sollen nachgepflanzt werden. Außerdem will er das "für die Natur fatale Mulchen" durch maßvolles Mähen nach der Blütezeit und nur dort, wo es nötig ist, ersetzen. Ausdrücklich nimmt er Maßnahmen zur Verkehrssicherung von seinen Forderungen aus.

Bürgermeister geht es vor allem um Sicherheit

Bürgermeister Peter Matterne nahm den Antrag zur Kenntnis, hätte ihn aber lieber erst in der nächsten Sitzung behandelt, um sich vorbereiten zu können. Er erklärte, zusammen mit Bauhofmitarbeiterin Heike Bergner und Gemeinderat Herbert Müller die fraglichen Stellen begutachtet zu haben. Dabei sei festgelegt worden, wo geschnitten werden müsse. Ihm ging es dabei vor allem um Sicherheit. Einige betroffene Wege werden von großen Fuhrwerken befahren, denen herunterhängende Zweige schlicht im Weg waren. Der letzte Schnitt dieser Art sei vier Jahre her, es sei also an der Zeit gewesen. Und "das wächst doch wieder nach!"

Der Segnitzer Gemeinderat tagt während der Pandemie im Saal des Dorfgemeinschaftshauses.
Foto: Regina Sterk | Der Segnitzer Gemeinderat tagt während der Pandemie im Saal des Dorfgemeinschaftshauses.

Herbert Müller legte ebenfalls Wert darauf, dass es vor allem um das Zurückschneiden starker Einwachsungen gegangen sei. Die von Volkamer vorgeschlagene Vorgehensweise beim Mähen befindet er für sinnvoll, aber sehr kostenintensiv. Christian Wunder fand auch, dass zu viel geschnitten wurde. Vom Ratstisch aus sei es aber schwer, jetzt eine Entscheidung zu treffen. Seinem Vorschlag, sich vor Ort zu treffen und über weitere Schritte zu entscheiden, folgten die Räte.

Fahnenmasten und Mitfahrbänke

Für eine Förderung durch die Interkommunale Allianz ILE MainDreieck hat zweiter Bürgermeister Christian Lauck Projektidee gesammelt. So sollen zum einen Fahnenmasten am Dorfgemeinschaftshaus aufgestellt werden, außerdem sind Mitfahrbänke in der Sulzfelder und Mainstraße geplant. Die Kosten veranschlagt er mit rund 3900 Euro für die Masten und etwa 6500 Euro für die Bänke. 80 Prozent der Summe können gefördert werden. Außerdem hat Renée Fröhlich ein Projekt für das Museum Segeum eingereicht.

Das Ingenieurbüro Horn, das bisher die Kanal-TV-Befahrung für die Gemeinde koordiniert hatte, möchte die Vorgehensweise dabei verändern. So sollen nicht wie bisher die Kanäle je nach Alter und letzter Befahrung in Teilstücken inspiziert werden, sondern alle fünf oder zehn Jahre komplett. Dazu müsste der Ort zunächst einmal komplett befahren werden, die Daten würden digitalisiert, um einen einheitlichen Stand zu haben. Die Kosten dafür liegen deutlich über dem, was die Gemeinde bisher für Kanalarbeiten im Haushalt hatte. Bürgermeister Matterne erklärte, ihm seien das zu wenige Informationen, um eine Entscheidung zu treffen. Er möchte die Angelegenheit zunächst auf VG-Ebene besprechen und wenn nötig auch Vergleichsangebote einholen.

Dauerthema Hundekot: Beutel nicht in die Flur werfen

Das Dauerthema Hundekot kam ebenfalls wieder auf den Tisch. Der Bürgermeister erklärte, dass er die Bauhof-Mitarbeiter angewiesen habe, Hundebesitzer zu fragen, ob sie denn Hundesteuer für ihren Vierbeiner entrichten. Er ist sicher, dass nicht alle Hunde, die in der Gärtnergemeinde gehalten werden, auch erfasst sind: "Auf der Liste stehen 61 Hunde und man kennt die meisten Leute ja, da passt etwas nicht." Von Herbert Müller erging der heftige Appell, gefüllte Kotbeutel nicht in die Flur zu werfen, sondern ordentlich zu entsorgen. Peter Matterne merkte dazu an, dass er solches Verhalten inzwischen konsequent anzeige, wenn er es mitbekomme.

Aus den Reihen der Zuhörer frage Petra Eder nach, ob der Gemeinderat nicht die Gebührenordnung für das Dorfgemeinschaftshaus überdenken möge. Für eine Familienfeier mit bis zu 30 Personen müsste sie mehr als 400 Euro zahlen, für einen halben Samstag. Dazu kämen noch Hausmeisterkosten. "Da ist es in der Gastronomie billiger und ich habe keine Arbeit", meinte sie und stieß damit grundsätzlich auf offene Ohren. Der Bürgermeister sagte zu, das Thema in der nächsten Sitzung zu besprechen: "Das liegt mir auch im Magen. Die Leute sollen das Haus ja nutzen – sobald das wieder geht."

Bild 1-3: Zuviel des Guten waren die Pflegeschnitte in der Segnitzer Flur, meint Gemeinderat Achim Volkamer. Er beantragte, zerstörte Hecken und Bäume nachzupflanzen. Bild: Achim Volkamer
Foto: Regina Sterk | Bild 1-3: Zuviel des Guten waren die Pflegeschnitte in der Segnitzer Flur, meint Gemeinderat Achim Volkamer. Er beantragte, zerstörte Hecken und Bäume nachzupflanzen. Bild: Achim Volkamer
Bild 1-3: Zuviel des Guten waren die Pflegeschnitte in der Segnitzer Flur, meint Gemeinderat Achim Volkamer. Er beantragte, zerstörte Hecken und Bäume nachzupflanzen. Bild: Achim Volkamer
Foto: Regina Sterk | Bild 1-3: Zuviel des Guten waren die Pflegeschnitte in der Segnitzer Flur, meint Gemeinderat Achim Volkamer. Er beantragte, zerstörte Hecken und Bäume nachzupflanzen. Bild: Achim Volkamer
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