Volkach

Erlebnisreise im Ökowein-Paradies

Der Obstgarten der Vogelsburg lud am Rande der Weinberge zu einem weinseligen Spaziergang in Frankens Ökowinzerkeller ein. Die Sonne strahlte – und aufgrund der großen Resonanz die Biowinzer auch.
Foto: PETER PFANNES | Der Obstgarten der Vogelsburg lud am Rande der Weinberge zu einem weinseligen Spaziergang in Frankens Ökowinzerkeller ein. Die Sonne strahlte – und aufgrund der großen Resonanz die Biowinzer auch.

Festlich gedeckt war die Probierstube der fränkischen Ökowinzer an Mariä Himmelfahrt. Unzählige Weinliebhaber gönnten sich bei strahlendem Sonnenschein das Open-Air-Vergnügen im grünen Obstgarten der Vogelsburg. Zum zehnten Mal luden die fränkischen Ökowinzer zu einer informativen Weinreise unter freiem Himmel ein. 23 Weingüter, die sich dem biologischen Anbau ihrer Reben verschrieben haben, servierten die Schätze aus ihren Weinkellern.

„Unsere Mitgliedsbetriebe haben sich zu hundert Prozent auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt“, betonte Klemens Rumpel. Der Vorsitzende der Fränkischen Ökowinzer freute sich darüber, dass mittlerweile 34 Betriebe rund 200 Hektar Weinberge in Franken biologisch bewirtschaften. „Mit 17 Betrieben haben wir vor 25 Jahren begonnen“, erinnerte sich Rumpel.

Die kleine Erfolgsgeschichte kommt nicht von ungefähr, schließlich verzichten die Ökowinzer laut Rumpel konsequent auf Herbizide, chemische Pflanzenschutzmittel und Insektizide. 2016 sei für den biologischen Anbau allerdings kein leichtes Jahr gewesen. Die vielen Niederschläge hätten den Öko-Pflanzenschutz immer wieder abgewaschen. Schwerstarbeit also für die Ökowinzer, die Rumpel zufolge mit kleinen Verlusten rechnen müssen.

Auf der anderen Seite habe die Wärme die Trauben groß werden lassen, so dass der Vorsitzende der Ökowinzer mit einem Minus von etwa zehn Prozent rechnet. Nach seinen Schätzungen beginnt die Hauptlesezeit in diesem Jahr Ende September.

Für die Fränkische Weinkönigin Christina Schneider war die Ökowein-Präsentation ein Muss in ihrem Terminkalender. Sie nahm sich viel Zeit um mit den Standbetreibern Fachgespräche zu führen und die Geselligkeit zu pflegen.

Die Weinhoheit besuchte auch den Weinstand des Volkachers Hermann Dumbsky. Der Inhaber des Bio-Weingut Marienhof, der seinen Betrieb vor fünf Jahren auf Biowein umstellte, beteiligte sich zum ersten Mal an der Präsentation. „Ein wunderschönes Ambiente hier“, schwärmte der Neuling. Er war positiv überrascht von der großen Resonanz. „Die Besucher haben großes Interesse am ökologischen Weinanbau und stellen viele Fragen“, so Dumbsky.

Auch Kellermeisterin Kristin Zwiener nutzte die Gelegenheit, hinter die Kulissen des ökologischen Weinanbaus zu blicken. Sie arbeitet in einem „Normal“-Winzerbetrieb in Fahr und wohnt in einem Biobetrieb in Astheim. Ihre Beweggründe für die Biotour auf der Vogelsburg: „Man muss immer am Puls der Zeit bleiben und schauen, was die anderen machen.“ Besonders gut gefiel ihr der Veranstaltungsort mit den Schatten spendenden Bäumen auf grüner Wiese. „So lässt es sich an einem Feiertag aushalten.“

Für ihren Winzerkollegen Dieter Wolfahrt stand die angebotene Weinvielfalt im Vordergrund. Als Biowinzer weiß er die Pionierarbeit der Vogelsburg-Schwestern, die vor 50 Jahren mit dem Ökoweinanbau begannen, zu schätzen. „Ich hole mir heute die Rebschutzhinweise im Laufe der Saison vom Ökofax. Die Schwestern waren damals auf sich allein gestellt und mussten alles ausprobieren.“

In den vergangenen zehn Jahren hat sich beim Öko-Weinanbau besonders viel getan. „Das Niveau der Weine ist deutlich gestiegen“, zeigte sich Rumpel sehr zufrieden mit der Arbeit der Öko-Winzer und der Beliebtheit bei Weingenießern.

Die Vogelsburg wird auch im nächsten Jahr wieder Austragungsort der Weinpräsentation sein. Sie ist für Rumpel „die Keimzelle des biologischen Weinbaus. Nachhaltigkeit kann nirgends besser präsentiert werden als hier“. Er freut sich derweil schon auf die nächste große Veranstaltung. Die fränkischen Ökowinzer und -weingüter feiern ihren 25. Geburtstag mit einer Biowein-Party am 10. September auf dem Gelände der Bürgerbräu in Würzburg.

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