Kitzingen

Herausragender Lokaljournalismus: Eike Lenz erhält Ralf-Dahrendorf-Preis

Main-Post-Redakteur Eike Lenz wurde für seine Recherche zu einem Schneeball-System um verkaufte Bahnhöfe in Deutschland und undurchsichtige Investoren ausgezeichnet.
Bei einem Festakt der Badischen Zeitung in Freiburg erhielt Eike Lenz (Zweiter von rechts), Redakteur der Main-Post in Kitzingen, den Ralf-Dahrendorf-Preis für engagierten Lokaljournalismus aus den Händen von Chefredakteur Thomas Fricker, Schirmherrin Christiane Dahrendorf und BZ-Geschäftsführer Wolfgang Poppen (von links).
Foto: Thomas Kunz | Bei einem Festakt der Badischen Zeitung in Freiburg erhielt Eike Lenz (Zweiter von rechts), Redakteur der Main-Post in Kitzingen, den Ralf-Dahrendorf-Preis für engagierten Lokaljournalismus aus den Händen von ...

Die dubiosen Machenschaften um 36 Bahnhöfe in der Hand eines undurchsichtigen Privatunternehmens hat Main-Post-Redakteur Eike Lenz in einer Artikelserie recherchiert und aufgearbeitet. Dabei kam er einem System auf die Spur, mit dessen Hilfe in ganz Deutschland Bahnhöfe gekauft werden, um sie scheinbar zu sanieren. Doch tatsächlich bleiben die wichtigen Verkehrszentren dann leerstehend und für die Öffentlichkeit nicht nutzbar.

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Für seine akribische Recherche um "Das Rätsel der vergessenen Bahnhöfe" erhielt Lenz nun bei einem Festakt in Freiburg den renommierten Ralf-Dahrendorf-Preis für herausragenden und vorbildlichen Lokaljournalismus, verliehen von der Badischen Zeitung. Zuvor hatte der Autor dafür schon den Sonderpreis beim Journalistenwettbewerb Bahnhof bekommen.

Schneeball-System aufgedeckt

Wie der Kitzinger Redakteur der Main-Post, ausgehend vom Verkauf des Kitzinger Bahnhofs, einem Schneeball-System von nicht gehaltenen Versprechungen nachging, gehört nach Ansicht von Juror und Laudator Werner D’Inka, ehemaliger Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", "in jedes Lehrbuch journalistischer Recherche".

Nach dem Motto "Vertrauen ist gut - genau hinschauen ist besser" habe der 50-jährige Lenz in drei Beiträgen akribisch Fakten zusammengetragen.

So sah noch im August 2020 der Haupteingang des Kitzinger Bahnhofs aus: Das Unkraut wucherte und das Empfangsgebäude stand lange leer.
Foto: ArchivEike Lenz | So sah noch im August 2020 der Haupteingang des Kitzinger Bahnhofs aus: Das Unkraut wucherte und das Empfangsgebäude stand lange leer.

Erst mit seinem Recherchefleiß und seiner Beharrlichkeit habe der Autor der Leserschaft den Blick auf die Zusammenhänge verschafft und "Licht in diesen Tunnel gebracht". Am Ende kaufte die Stadt Kitzingen ihren Bahnhof selbst, um ihn zu sanieren und wieder öffnen zu können.

5000 Euro Preisgeld

Der Jury, die mit Journalistinnen und Journalisten verschiedener Medienhäuser besetzt ist, war die Arbeit des Main-Post-Redakteurs den ersten Preis und damit 5000 Euro wert. Den zweiten Preis und jeweils 3000 Euro erhielten Alexander Roth vom Zeitungsverlag Waiblingen und Benjamin Schmidt von der Freien Presse Chemnitz mit Beiträgen über zunehmende Gewalt und Bedrohungen gegen Lokalpolitiker.

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Der dritte Preis mit 2000 Euro wurde Sven Wagner von der Südthüringer Zeitung zugesprochen. Er hatte den Weg eines Bürgermeisters in die Querdenker-Szene verfolgt.

Der Ralf-Dahrendorf-Preis wird nach Worten von Thomas Fricker, Chefredakteur der Badischen Zeitung, alle zwei Jahre in Erinnerung an den verstorbenen Politiker, Sozialwissenschaftler und Journalisten Lord Dahrendorf für "exzellenten Journalismus" verliehen, der eine informierte Öffentlichkeit herstellt und damit die Demokratie stärkt und erhält. Schirmherrin ist Lady Christiane Dahrendorf, die Witwe des Preis-Namensgebers.

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