Dettelbach

Hornsches Spital in Dettelbach mit einem dicken Fehlbetrag

Das Hornsche Spital Dettelbach fuhr nach zwei trubeligen Jahren zuletzt größere Verluste ein, die von der Stadt ausgeglichen werden.
Foto: Ottmar Deppisch | Das Hornsche Spital Dettelbach fuhr nach zwei trubeligen Jahren zuletzt größere Verluste ein, die von der Stadt ausgeglichen werden.

Das Hornsche Spital hat in Dettelbach eine Sonderstellung. Über 500 Jahre Tradition kommen hier zusammen: Das Spital wurde 1481 von den Gebrüdern Horn, einer angesehenen und wohlhabenden Dettelbacher Familie, gegründet. Seit dieser Zeit dient das Haus als Heim für ältere Dettelbacher. Der prägende Bau in der Altstadt wird seit geraumer Zeit als Alten- und Pflegeheim geführt. Das Haus hat einen besonderen Stellenwert. Das zeigt sich auch darin, dass die Stadt in letzter Konsequenz für die soziale und gemeinnützige Einrichtung aufkommt – was mitunter richtig ins Geld gehen kann.

Als am Montag die Jahresabschlüsse 2018 und 2019 des Hornschen Spitals im Haupt- Personal- und Finanzausschuss im Dettelbacher Alten Rathaus auf der Tagesordnung standen, spielte das Geld diesmal eine besonders große Rolle: Es liegen zwei unschöne Jahre hinter dem Haus, wie Barbara Dill zusammenfasste. Die Sachgebietsleiterin Vermögens- und Stiftungsverwaltung bezeichnete gerade 2018 als Horror-Jahr, in dem sich ein Fehlbetrag von 230 000 Euro aufgebaut hat. Im Jahr darauf machte man 62 Prozent weniger Miese, das Minus lag aber immer noch bei 86 800 Euro. Die fehlenden knapp 320 000 Euro übernimmt die Stadt, so der einstimmige Beschluss. 

Fremdpersonal geht ins Geld

Die Gründe für den großen Fehlbetrag seien vielfältig gewesen, so Dill. Es gab Wechsel bei der Heim- und Pfelegedienstleitung, teilweise musste Fremdpersonal für viel Geld eingekauft werden. Allein das habe 2018 um die 231 000 Euro verschlungen. Mit mehr eigenem Personal würde das 31-Betten-Haus jetzt wieder in ruhigeren Fahrwassern unterwegs sein und auch günstiger fahren. Mehr Geld in die Kassen spülen werde künftig zudem eine neu angebotene Tagespflege. Klar sei aber auch, so Dill, dass es eine dauerhafte Kostendeckung so nicht mehr geben werde. Und: Ende März steht der nächste Wechsel an, dann gibt der bisherige Heimleiter sein Amt ab.

Die Sachgebietsleiterin verwies auf den guten Ruf des Hauses: Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei groß, eine Umfrage unter den Bewohner habe zudem eine glatte Eins ergeben.  Es gibt auch weitere gute Nachrichten aus dem Heim: Bisher spielte Corona keine Rolle, es gab keinen einzigen positiven Test. Wie Bürgermeister Matthias Bielek zudem auf Nachfrage betonte, wurde am Dienstag in dem Haus auch die Zweitimpfung abgeschlossen. Insgesamt hätten sich 25 von 31 Bewohnern impfen lassen.

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