Wiesentheid

In Wiesentheid entsteht ein Waldkindergarten

Idyllischer Spielort: In Nähe des künftigen Waldkindergartens in Wiesentheid plätschert der Sambach. Ulrike Schwanfelder von den Kindergärten und Bürgermeister Klaus Köhler schauten sich das Waldstück an.
Foto: Andreas Stöckinger | Idyllischer Spielort: In Nähe des künftigen Waldkindergartens in Wiesentheid plätschert der Sambach. Ulrike Schwanfelder von den Kindergärten und Bürgermeister Klaus Köhler schauten sich das Waldstück an.

Am Ortsrand von Wiesentheid, in Richtung Untersambach, entsteht ein Waldkindergarten. Es ist der der damit sechste im Landkreis Kitzingen, in Wiesentheid ist es neben den bestehenden St. Mauritius, dem Hortus Mariae und dem Kinderhaus St. Benedikt die vierte Einrichtung. „Der Waldkindergarten ist keine Konkurrenz, sondern eine weitere Möglichkeit für die Kinder, eine richtig gute Alternative“, sagt Ulrike Schwanfelder. Sie ist die Bereichsleiterin, die vom Träger, dem Elisabethenheim Würzburg, für alle Einrichtungen in Wiesentheid zuständig ist.

Bereits ab September diesen Jahres soll eine Gruppe, also bis zu 25 Kinder, im Wald starten. Angestoßen wurde das Projekt vom Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen, sowie von naturbegeisterten Eltern. Wiesentheids Bürgermeister Klaus Köhler (Bürgerblock) zeigte sich sofort für die Idee aufgeschlossen. „Ich stehe voll dahinter“, sagte er. Auch der Gemeinderat unterstützt das Ganze, entsprechendes Interesse der Eltern vorausgesetzt.

Standort wurde bereits festgelegt

Kürzlich wurde das Ganze via Internet den Eltern vorgestellt, um deren Interesse an einem solchen Projekt festzustellen. „Die Resonanz war super, wir hatten über 60 Teilnehmer, die sich eingeschaltet haben. Seit dem Info-Abend haben wir auch schon verbindliche Anmeldungen“, berichtet Schwanfelder. In einer Präsentation hatte sie dabei vorgestellt, was es mit dem Waldkindergarten und der Erziehung in der Natur auf sich hat.

Dem Vorhaben steht eigentlich nichts mehr im Weg, auch der Standort wurde schon festgelegt. Beim Termin in dem Waldstück zeigten sich Ulrike Schwanfelder und Bürgermeister Köhler begeistert von der Auswahl. Kein Wunder, richtig idyllisch ist es dort, nicht zu abgelegen und leicht erreichbar ist der Platz.

Der Kindergarten Hortus Mariae in der Kolpingstraße in Wiesentheid.
Foto: Andreas Stöckinger | Der Kindergarten Hortus Mariae in der Kolpingstraße in Wiesentheid.

Zwei weitere habe man sich angesehen, doch hier passe vieles einfach, meinten auch die Fachleute. Das Gelände ist nicht zu feucht, obwohl sich der Sambach in der Nähe vorbei schlängelt und sich für Exkursionen der Kleinen anbietet. Platz zum Spielen, Höhlen bauen, zum Beobachten der vielfältigen Natur, bietet sich jede Menge.

Details wurden vor Ort besprochen

„Wir sind noch relativ ortsnah, Spielfläche haben die Kinder hier jede Menge. Die Ecke ist auch bei feuchter Witterung relativ trocken“, hob Bürgermeister Köhler weitere Vorteile heraus. Die Gemeinde werde das Vorhaben unterstützen, wo es nötig ist, sicherte er zu. Einige wenige dürre Bäume werden noch entfernt, etwas abgegrenzt werden soll der Bereich um die Hütte mit Holz. Weitere Details, wie kleine Hocker aus Holzstämmen für die Kinder, sollen noch hinzu kommen.

Vor Ort sprachen Schwanfelder und Bürgermeister Köhler noch manches Detail an. Gedacht ist, dass die Kinder jeweils früh mit den Erzieherinnen hoch laufen, etwa vom Parkplatz am Sportzentrum aus. „Die Kinder brauchen das Ankommen, die Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung“, erläuterte es die Erzieherin.

Bis das Ganze fertig ist, will die Gemeinde ihre Arbeit machen. Bürgermeister Köhler ist zuversichtlich. „Bis September muss sich das realisieren lassen. Erstes Ziel ist die Hütte, die haben wir bereits in Auftrag gegeben.

Waldkindergarten löst keine Platzprobleme

Voraus geplant hat Bereichsleiterin Schwanfelder was das Personal betrifft. Ein Waldkindergarten sei intensiver, man brauche geeignete und eigens dazu geschulte Kräfte. Zwei Erzieherinnen habe man bereits für das Projekt, eine dritte werde noch hinzu kommen.

Das Angebot des Waldkindergartens ab September löst allerdings die Platzprobleme der Wiesentheider Kindergärten nicht, das wissen Bürgermeister Köhler und Ulrike Schwanfelder natürlich.

Der Kindergarten Hortus Mariae in der Kolpingstraße in Wiesentheid.
Foto: Andreas Stöckinger | Der Kindergarten Hortus Mariae in der Kolpingstraße in Wiesentheid.

Rund 200 Kinder gilt es derzeit zu betreuen. Das geschieht in zwölf Kindergartengruppen. Dazu bestehen fünf Krippengruppen in den drei Einrichtungen der 4850-Einwohner-Gemeinde. Immer wieder wurde und wird vergrößert. So wird gerade das erst im Februar 2019 eröffnete Krippenhaus im Seeflur mit rund 600 Quadratmetern Nutzfläche verdoppelt.

Am Mauritius-Kindergarten steht ein Container, um die Raumsituation zu entschärfen. Die Genehmigung dafür ist zunächst befristet. Zusätzlich wird ab dem Herbst eine Gruppe aus Wiesentheid im alten Kindergarten in Abtswind ihren Betrieb aufnehmen. Bürgermeister Köhler hat bereits die Suche nach einem neuen Standort aufgenommen.

Waldkindergarten

Fünf Waldkindergärten sind derzeit im Landkreis Kitzingen in Betrieb, in Hüttenheim, Iphofen, Kitzingen, Rödelsee und Volkach.
Das Konzept der Waldkindergärten stammt aus Dänemark. In Deutschland entstand der erste 1993 in Flensburg, aktuell gibt es rund 2000 in Deutschland, davon etwa 300 in Bayern.
Quelle: ast
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