Volkach

Jürgen Wagenhäuser hat Ideen für Volkachs Zukunft gesammelt

Als Außendienstler ist er viel gereist, nun will Jürgen Wagenhäuser die guten Ideen aus anderen Orten den Volkachern erklären. Und zwar als deren neuer Bürgermeister.
Jürgen Wagenhäuser geht als parteiloser Kandidat für die SPD ins Rennen um das Volkacher Bürgermeisteramt. Von seinem Lieblingsplatz aus hat man einen tollen Blick über die Weinberge auf Obervolkach.
Foto: Barbara Herrmann | Jürgen Wagenhäuser geht als parteiloser Kandidat für die SPD ins Rennen um das Volkacher Bürgermeisteramt. Von seinem Lieblingsplatz aus hat man einen tollen Blick über die Weinberge auf Obervolkach.

Reißerisch sein, das möchte Jürgen Wagenhäuser nicht. Das ist nicht seine Art und der bleibt er treu – auch als einer von fünf Kandidaten im Rennen um Volkachs Chefposten. Doch bei einem Thema wird der 56-Jährige sehr deutlich: "Der mobile Empfang wird bei mir verbessert!" Als er das im Büro seines Hauses in Obervolkach verspricht, liegen seine beiden Handys am Fenster. Nur dort hat er überhaupt eine Chance, mit ihnen zu telefonieren. Obwohl der Funkmast schon so lange versprochen ist. "Da wird zu viel geredet", ärgert sich Wagenhäuser.

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Bei vielen anderen Themen ist es aber genau das, was in seinen Augen in Volkach in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen ist. "In mir ist eine Unzufriedenheit, wie die Stadt in vielen Dingen ihre Bürger übergeht", begründet der Handelsfachwirt seine Entscheidung, bei der Kommunalwahl am 15. März als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Zwar für die SPD, aber nicht als Parteimitglied, wie er betont. Er möchte lieber unabhängig sein.

Bessere Lösung für die Mainlände

Das Thema mangelnde Information und Kommunikation sei ihm immer wieder begegnet. Sei es beim per Bürgerentscheid abgelehnten Stelzenhotel ("Ausverkauf der Landschaft") oder aktuell bei den Bauplänen des Kanuverleihs Waterwalker: "Das Thema ist nicht gut gelöst, für niemanden." Er habe eine bessere Lösung für die Mainlände, will diese vor dem Wahlforum am 19. Februar aber noch nicht preisgeben.

Überhaupt habe er bei seinen vielen beruflichen Reisen als Außendienstler gute Ideen gesammelt, die sich ähnlich in Volkach verwirklichen ließen. Dazu zählt er unter anderem neue Wege beim Wohnungsbau. Tiny- und Mehrgenerationen-Häuser fallen da als Schlagworte. Ein neues Baugebiet zu erschließen, wenn noch so viele Bauplätze frei sind, ist für den Obervolkacher der falsche Weg. Entscheidend sei, immer wieder auf die Eigentümer ungenutzter Grundstücke und Häuser zuzugehen. Sogar einen Bauzwang bringt er ins Spiel, auch wenn dieser bekanntermaßen sehr schwer durchzusetzen sei.

"Wenn Du da rein durftest, warst Du der King."
Jürgen Wagenhäuser will das Freibad mit drei Becken erhalten

Ihm ist klar, dass er mit dieser Meinung nicht überall gut ankommt. Ebenso strittig dürfte der SPD-Vorschlag sein, das Freibad in seiner vollen Größe mit drei Becken zu sanieren. "Da stehe ich voll dahinter", sagt Wagenhäuser. Das müsse zu schaffen sein. In dem Moment verschwindet kurz der analytische Blick, mit dem der Vater von zwei Kindern bislang während des Gesprächs auf Volkachs Stadtpolitik geschaut hat. Seine Familie hatte einen Acker gegenüber des Freibads, auf Astheimer Seite. Während er dort als Bub beim Zwetschgenpflücken half, klangen von der anderen Mainseite Gelächter und Durchsagen aus dem Bad herüber. Seine Erinnerung: "Wenn Du da rein durftest, warst Du der King." Das Bad sei damals unter wirtschaftlich schwierigeren Bedingungen gebaut. Der Erhalt müsse zu schaffen sein.

Bierdeckel mit Wahlslogan und Zeichnung des Volkacher SPD-Bürgermeisterkandidaten, Jürgen Wagenhäuser.
Foto: Repro Barbara Herrmann | Bierdeckel mit Wahlslogan und Zeichnung des Volkacher SPD-Bürgermeisterkandidaten, Jürgen Wagenhäuser.

Heute findet Jürgen Wagenhäuser Entspannung bei Reisen mit dem Wohnmobil. Die Fläche, die in Volkach an der Mainlände angeboten wird, nennt er "einen Saustall, aber keinen Stellplatz". Bei Regen stünden die Leute in der Brühe. Gerade für die Kurzparker habe er konkrete Verbesserungsvorschläge. Denn diese bringen, im Gegensatz zu den Dauerparkern, das Geld in die Stadt. Für sie sollte man die Anzahl der Wohnmobil-Stellplätze sogar erhöhen. "Aber muss das an der Mainlände sein?"

Tourismus in richtige Bahnen lenken

Wagenhäuser ist kein Gegner des Tourismus. "Man hat ihn viele Jahre gerufen, heute ernten wir die Früchte." Wichtig sei, diesen in die richtigen Bahnen zu lenken. Entscheidend auch hier: die Kommunikation mit dem Bürger. "Alle überzeugen kann man nicht, aber Du musst es allen erklären."

Als klaren Vorteil bezeichnet er dabei den unverstellten Blick von jemandem, "der schon viel gesehen hat auf der Welt". Seine fehlende kommunalpolitische Erfahrung ist für Jürgen Wagenhäuser im Fall Volkachs ein Plus. Mit Blick auf die Konkurrenz sagt er: "Wenn einer so viele Jahre schon alles mit abgenickt hat, was verändert sich dann?"

Jürgen Wagenhäuser
Jürgen Wagenhäuser
Foto: Barbara Herrmann | Jürgen Wagenhäuser
Geboren: 1963
Partei: parteilos, tritt für die SPD an
Wohnort: Obervolkach
Beruf: Handelsfachwirt im Außendienst
Ehrenämter: Vorsitzender des Gesangvereins Astheim
Familie: verheiratet, zwei Kinder
Hobbys: Singen, Radfahren und Reisen mit dem Wohnmobil
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