Kitzingen

Kitzinger Jugenddiakon Klaus Raab geht in den Ruhestand

Dekanatsjugendreferent Klaus Raab prägte die evangelische Jugendarbeit im Dekanat Kitzingen wie kein anderer. Gerne nimmt er noch einmal in seiner Lieblingsecke im Besprechungsraum Platz. Denn die Worte 'Ich will Dich segnen. Und Du sollst ein Segen sein' bedeuten ihm viel.
Foto: Gerhard Krämer | Dekanatsjugendreferent Klaus Raab prägte die evangelische Jugendarbeit im Dekanat Kitzingen wie kein anderer. Gerne nimmt er noch einmal in seiner Lieblingsecke im Besprechungsraum Platz.

Er ist eine Institution in der evangelischen Jugendarbeit im Dekanat Kitzingen. 24 Jahre wirkte der 58-Jährige dort und ist damit, so sagt es Dekanin Kerstin Baderschneider, der wohl am längsten in der Jugendarbeit tätige Diakon Bayerns. Derzeit räumt er, schon mit viel Wehmut, sein Büro in der Glauberstraße auf und aus, denn zum 1. Oktober geht er in den Ruhestand.

Klaus Raab im Ruhestand? Eigentlich unvorstellbar. Ja, bei der Dekanatssynode vergangene Woche sei er auch gefragt worden, auf welche Stelle er denn wechsle, erzählt er und lacht dabei. Das gehört zu ihm. Seinen Humor hat er all die Jahre nicht verloren. Trotz Parkinson. Die heimtückische Krankheit ist bei ihm vor zwölf Jahren diagnostiziert worden. Deshalb geht er nun auch in den Ruhestand. Die ersten Monate suchte er noch nach Ausreden ob der Symptome, doch dann entschied er sich, offen damit umzugehen.

Umgehen konnte Klaus Raab von Anfang an gut mit Kindern und Jugendlichen. Schon in seiner Heimatgemeinde Hofstetten, zwischen Aschaffenburg und Miltenberg gelegen, hatte er Erfahrungen in der Jugendarbeit gesammelt. Durchwegs positive. Er absolvierte die Jugendleiterausbildung, leitete Gruppen. So war in ihm der Entschluss gereift, dies hauptberuflich zu machen. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", erzählt der 58-Jährige.

Jugendliche immer ernst genommen

Er wurde Rummelsberger Diakon. Sein 40. Diakon-Jubiläum durfte er vergangenen Sonntag in Rummelsberg mit der Gemeinschaft feiern. Nach dieser Ausbildung arbeitete er von 1985 bis 1992 in Uffenheim als Dekanatsjugendleiter, bevor er nach Senden (bei Neu-Ulm) als Gemeindediakon gesandt wurde. Vier Jahre war er dort für Kinder- und Jugendarbeit zuständig. Doch es zog ihn wieder nach Franken zurück, seit 1996 wirkt er in Kitzingen. "Es ist selten für einen Jugenddiakon, in der Funktion als Dekanatsjugendreferent auch in Ruhestand zu gehen", sagt er.

Eines wird ihm auf alle Fälle in Erinnerung bleiben: "Die tollen Mitarbeiter, die ich hatte. Man sage ja, dass jeder die Mitarbeiter bekomme, die er verdiene, fügt Raab schmunzelnd hinzu. Er habe stets zuverlässige und kompetente Ehrenamtliche an der Seite gehabt, die zum Teil über einen sehr langen Zeitraum dabei waren.

Dekanatsjugendreferent Klaus Raab geht zum 1. Oktober in den Ruhestand.
Foto: Gerhard Krämer | Dekanatsjugendreferent Klaus Raab geht zum 1. Oktober in den Ruhestand.

Vielleicht lag es an seinem Motto: "Wer Anteil hat, ist motiviert, Verantwortung zu übernehmen." Sein Credo lautete, Jugendliche ernst zu nehmen, ihnen Verantwortung zu übertragen, denn dann engagierten sie sich auch. Gemeinsam habe man Konzepte erarbeitet, die Aufgaben aufgeteilt, die dann auch selbstständig und eigenverantwortlich ausgeführt worden seien. So hätten sich die Jugendlichen wiedergefunden, weil es halt auch ein Stück von ihnen gewesen sei.

Harte Feldbetten sind kein Problem

Für sein letztes Dienstjahr hatte er viele Pläne. "Corona habe ich wirklich nicht gebraucht", ist er ein Stück weit traurig, hatte er sich doch sehr auf sein letztes Zeltlager gefreut. Die Kinderzeltlager an Pfingsten gehen auf seine Initiative zurück. Seit 2004 gibt es derer zwei, zeitweise mit einem Teenie-Camp sogar drei. Die Freizeitarbeit habe ihm sehr viel Spaß gemacht und er freut sich, dass sich seine Begeisterung auch auf die Mitarbeitenden und Kinder übertragen hat. Wobei einige Kollegen meinten, wie man in seinem Alter noch auf Feldbetten im Zelt schlafen könne. Er kann. Nur Corona trübte heuer Corona seine Freude auf die Freizeiten.

Jetzt freut er sich auf seinen Ruhestand. Wenngleich bei ihm das sprichwörtliche lachende und weinende Auge zutrifft. Zusammen mit seiner Frau wird er in Fröhstockheim wohnen. "Wir haben da einen kleinen Garten", erzählt er. Dann will er seine 30 Jahre alten Dias digitalisieren, mit dem Fahrrad fahren, sich zu Spieleabenden treffen. Mit ernster Miene fügt er aber hinzu, dass man mit Parkinson keine großen Fünf-Jahres-Pläne mache. Denn es gibt Phasen, in denen er Ruhe braucht. Das schöne am Ruhestand sei, dass er die guten Stunden nun für sich nutzen könne. So hält er es privat mit Karl Valentin: "Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch."

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