Markt Einersheim

Klingen im Landtag: Zwischen Sachpolitik und verbalen Ausfällen

Mal zurückhaltend, mal laut. Mal sachorientiert, mal polemisch. Mal rechts, mal davon distanziert: AfD-Abgeordneter Christian Klingen gibt im Landtag ein uneinheitliches Bild ab.
Christian Klingen, AfD-Abgeordneter aus Markt Einersheim, protestiert im Landtag mit seiner Fraktion gegen Corona-Maßnahmen. 
Foto: AfD | Christian Klingen, AfD-Abgeordneter aus Markt Einersheim, protestiert im Landtag mit seiner Fraktion gegen Corona-Maßnahmen. 

Christian Klingen gehört zur politisch immer wieder gerne polternden AfD-Fraktion. Ursprünglich intern eher dem Rechtsaußen-Flügel zugeordnet, gehört er inzwischen zu der Gruppe innerhalb der AfD-Fraktion, die die Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner und den Parlamentarischen Geschäftsführer Christoph Maier – bislang erfolglos – entmachten wollen. Ebner-Steiner macht aus ihrer Nähe zum völkischen AfD-Lager um den Thüringer Landeschef Bernd Höcke kein Geheimnis.

Vor allem mit ihr scheint sich Klingen nicht nur inhaltlich, sondern auch persönlich überworfen zu haben. Welche Motive für seine Gegnerschaft zur aktuellen Führungsspitze in der AfD-Fraktion stärker wiegen, ist von außen schwer zu beurteilen. „Er mag vor allem keinen Führerkult“, kann man im Landtag von Leuten mit Einblick in die Rechtsaußen-Partei hören. Und auch wenn er nach außen vergleichsweise ruhig erscheint: Intern könne Klingen „sehr deutlich werden“, wenn im etwas gegen den Strich geht. Ein Strippenzieher, wie etwa sein unterfränkischer Fraktionskollege Richard Graupner für das Rechtsaußenlager in der Fraktion, ist Klingen aber sicher nicht.

Inhaltlich ist Klingen im Landtag als Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Tierschutz und Verbraucherthemen sowie als Medienrat auch für die Medienpolitik zuständig. Gleich zu Beginn der Wahlperiode sorgte er im Landtag mit der Leugnung eines „menschengemachten Klimawandels“ bayernweit für Schlagzeilen.

FFP-2-Maskenpflicht infrage gestellt

Auch beim Thema Rundfunkgebühren und öffentlich-rechtlicher Rundfunk zeigte sich Klingen nicht zimperlich: Dieser betreibe „öffentlich-unrechtliche Gehirnwäsche“ und erhebe „linken Moralfetischismus zum Dogma“, ätzte Klingen etwa im Februar 2019. Und wer seine Rundfunkgebühren nicht bezahle, spüre eine Härte des Rechtsstaats, „die man so manches Mal bei illegal eingewanderten Vergewaltigern und Totschlägern sträflich vermissen lässt“.

Zuletzt arbeitete sich Klingen an der FFP-2-Maskenpflicht ab. Die Masken seien unwirksam, wenn nicht gar gefährlich und würden nur vorgeschrieben „weil unfähige Politiker zu viele und zu teure Masken eingekauft haben". Intern sei Klingen dagegen bei der Bewertung der Corona-Maßnahmen „weniger kritisch als viele andere in der Fraktion“, so ist zu hören.

Auch Abgeordnete anderer Fraktionen gestehen Klingen zu, etwa im Umweltausschuss durchaus zuverlässig und vorbereitet zu sein. „Ich denke, er wäre eigentlich gerne ein ganz normaler Abgeordneter“, erklärt ein Ausschussmitglied. Denn Klingen sei an Sacharbeit interessiert: „Es ist bei ihm aber immer ein ganz schmaler Grat zwischen sachlich-inhaltlicher Argumentation und verbalen Ausfälligkeiten.“

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