SULZFELD

Kunst aus der Cockpit-Perspektive

Wie ein Gemälde: Herrenhäuser-Gärten in Hannover, zu bewundern in Sulzfeld.
Foto: Gerhard Launer | Wie ein Gemälde: Herrenhäuser-Gärten in Hannover, zu bewundern in Sulzfeld.

Er ist der Mann für den professionellen Blick von oben: Gerhard Launer, Pilot und Fotograf aus Rottendorf (Lkr. Würzburg) und in der Main-Post so etwas wie ein guter Bekannter. Ein gutes Jahrzehnt lang belieferte er die Lokalausgabe Kitzingen dieser Zeitung mit seinen Luftbildern von Städten und Dörfern.

Die faszinierenden Blicke auf Dachlandschaften und Kirchtürme sind jedoch nur eine Seite im fotokünstlerischen Schaffen des 62-Jährigen. Unter dem Titel „Deutschland – Entdeckung von oben“ widmet sich Launer in seinem eben erschienenen gleichnamigen Bildband (Verlag Frederking & Thaler; 49,95 Euro) dem Blick auf die Kunstwerke der Natur und die des Menschen. Einen Teil der Fotos kann man auf ein bis zwei Meter breiten Abzügen derzeit in der Sulzfelder Galerie Papiushof betrachten.

Für Launer ist es eine „Faszination, aus der Vogelperspektive Bilder sichtbar zu machen, die vom Boden aus niemand so erkennen könnte“, schreibt Galeristin Angelika Müllner-Pianka im Begleittext zur Ausstellung. Tatsächlich reibt man sich als Betrachter die Augen: Die Herrenhäuser-Gärten in Hannover werden auf Launers Fotos beinahe zu einem historischen Tapetenmuster, eine Watt-Struktur bei Borkum zum entlaubten Baum.

„Natur- und Kulturlandschaften verlieren ihre Gegenständlichkeit und werden zu Ornamenten.“

Gerhard Launer über seine Fotografie

Launers neueste Bilder gehen somit übers „sachliche Fotografieren“ weit hinaus, öffnen den Blick für die unglaublichen Schönheiten der Landschaften. „Natur- und Kulturlandschaften verlieren ihre Gegenständlichkeit und werden zu Ornamenten, Schraffuren und abstrakten Gebilden“, sagt Launer über seine Kunst.

Die Bilder aus „Deutschland – Entdeckung von oben“ stammen überwiegend aus den vergangen vier Jahren und wurden mit einer digitalen Hasselblad mit 39 Millionen Pixel aufgenommen und noch während des Flugs auf den Laptop überspielt, damit der Fotograf sofort das Ergebnis sehen und bewerten kann.

Anstelle des Copilotensessels steht in Launers Flugzeugen ein kräftiges Stativ mit einer hochwertigen Luftbildkamera. Die Copilotentüren seiner beiden Cessnas – jedes Flugzeug ist mit einem Set für analoge und digitale Fotografie ausgerüstet – besitzen Objektivöffnungen. Damit Launer – das Auge am Sucher, die eine Hand am Steuerknüppel, die andere am Kameraauslöser – auf Motivsuche gehen kann.

Auf diese Weise hat der Fotograf neue Lieblingsorte in Deutschland entdeckt, wie eben das Naturwelterbe „Wattenmeer“ an Deutschlands Nordseeküste: „ Denn dort zwischen Ebbe und Flut bekommen Sie niemals ein Motiv zweimal.“

1996 errang er mit seinen beiden Kalendern „Strukturen“ und „Wind, Wasser und Wellen“ auf der Frankfurter Buchmesse einen 1. und 2. Preis, vergeben durch den Börsenverein des deutschen Buchhandels. Im Fernsehen ist Launer mit verschiedenen Beiträgen häufig Gast.

2004 erschien im Knesebeck-Verlag sein erstes Buch mit dem Titel „Deutschland von oben – Tag für Tag“, weitere Bände folgten. Nach zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Magazinen und Fotofachzeitschriften im In- und Ausland wurde Launers Werk in der Illustrierten Stern und im Magazin Focus mit der Veröffentlichung seiner Bilder journalistisch gewürdigt.

Die Ausstellung „Deutschland – Entdeckung von oben“ in der Galerie Papiushof mit Bildern von Gerhard Launer läuft noch bis zum 11. Dezember. Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. (09 3 21) 92 20 72.

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