Kitzingen

Leinwand frei für Katzen

red katze1       -  Bilder mit Katze(n) werden in den nächsten Wochen bestimmt ganz viele gemalt. Fotos: Schulze
| Bilder mit Katze(n) werden in den nächsten Wochen bestimmt ganz viele gemalt. Fotos: Schulze

Kitzingen Brigitte Schulze und Dagmar Sigl sind Mutter und Tochter. Allerdings ist das längst nicht das einzige was sie verbindet. Die beiden engagieren sich mit Herzblut im Café Zeitlos in Kitzingen und haben darüber hinaus ein großes Herz für Katzen. Wie sie diese Interessen miteinander vernetzen wollen, verraten Sie im Interview.

Die Besucher im Café Zeitlos bekommen ein buntes Programm geboten. Welche Bedeutung hat dabei das Malen?

Dagmar Sigl: Unsere Besucher haben große Freude daran zu basteln und zu malen. Wir unterstützen sie dabei und leiten sie an. Die Schwierigkeitsgrade wählen wir so, dass jeder mitmachen kann. Mit verschiedensten Methoden und Materialien sind schon die tollsten Bilder entstanden.

So toll, dass sie sogar ausgestellt werden?

Brigitte Schulze: Das ist tatsächlich der Fall. Unsere letzte Ausstellung war dem Insektenschutz und dem Bienenvolksbegehren gewidmet. Als nächstes knüpfen wir ans Thema Umweltschutz an und wenden uns dem Tierschutz zu. Wir möchten gerne aufzeigen, dass es vielen Tieren alles andere als gut geht. Meine Tochter und ich sind seit circa einem Jahr im Katzenhaus des Gnadenhofs Gollachostheim ehrenamtlich tätig. Der Gnadenhof bietet 130 Tieren, die Quälerei und Misshandlung erlebt haben oder verwahrlost aufgefunden worden sind, ein gutes Zuhause und ein würdiges Leben. Die Idee zur neuen Ausstellung kam mir übrigens dort im Katzenhaus. Warum nicht Katzen zu tierischen Botschaftern für die vielen anderen Tiere machen? (www.gnadenhof-gollachostheim.de).

Wie entstehen jetzt in Coronazeiten die Bilder zu dieser Ausstellung?

Dagmar Sigl: Das Zauberwort heißt „Malpappen“. Unsere Gäste malen schon immer sehr gerne Vorlagen aus. Für unsere „Musterschülerinnen“, die sehr gerne malen und geübt sind, erstellen wir detailreiche Vorlagen. Wer nicht mehr so gut mit Stift und Farbe zurecht kommt, bekommt natürlich leichtere, klarere Vorlagen. Jetzt im Lockdown senden wir unseren Teilnehmern die Malvorlagen und passende Stifte kurzerhand per Post zu und sie können sie zu Hause nach Lust, Laune und Können ausmalen. Die Malpappen bestehen aus hochwertigem Karton, der mit Leinwand überzogen ist und haben die Größe A4. Sie sind eine Alternative zu den Keilrahmen, die wir sonst gerne verwenden und bei denen die Portokosten einfach zu teuer wären. Sicher ist: Unsere Bilder werden wieder Anlass zum Schmunzeln und auch zum Nachdenken geben. Man nähert sich schwierigen Themen leichter, wenn sie „nett“ verpackt ist.

Der Arbeitstitel heißt vorerst „Stadt der Katzen“.

Brigitte Schulze: Tatsächlich wäre es toll, wenn einem Leser ein Name für die „Katzenstadt“ einfällt. Dann gerne eine Email schreiben an brigitteschulze343@gmail.com.

Auch die Katzen aus dem Gnadenhof sollen ihre künstlerische Ader ausleben dürfen. Wie ist das gedacht?

Dagmar Sigl: Katzen sind von Natur aus große Künstler, was jeder Katzenbesitzer bestätigen kann. Kaum ist man außer Haus, wird die Wohnung kunstvoll verschönert… Wir stellen uns vor, dass wir von den Katzen Pfotenabdrücke machen, die dann zusammen ein Bild ergeben. Die Katzen werden dazu selbstverständlich nicht mit Farbe bemalt. Sie sollen über ein Kohlepapier laufen und ihre Pfoten sollen sich quasi durchdrücken. Inwieweit das technisch möglich ist, müssen wir noch testen. An einem regnerischen Tag wäre es natürlich leichter an Pfotenabdrücke zu kommen. Man müsste nur ein Blatt Papier hinter die Eingangstür vom Katzenauslauf ins Katzenhaus legen und die Schmutzfüßchen wären verewigt.

Sie haben auch eine besondere Vernetzung zur Jugend?

Dagmar Sigl: Da sich auch das „JungStil“, eine Einrichtung der Jugendarbeit der Stadt, im Stadtteilzentrum befinden, kommt es immer wieder zu Begegnungen. Das ist schön, denn die ältesten Teilnehmer könnten wohl sogar die Ururgroßeltern der Kids sein. Beim Malen sind die Kinder auch immer mit Eifer dabei. Auch diesmal sollen sie eigene Malpappen bekommen, wenn das Stadtteilzentrum wieder geöffnet hat. Wir fügen die fertigen Bilder dann am Ende zusammen und ergänzen eigene – oder eigenwillige – Darstellungen. Und dann freuen wir uns darauf, wenn die Senioren und Kinder ganz stolz sind, wenn ihre Kunstwerke ausgestellt werden.

Wann soll das Projekt losgehen – und wann und wo ist die Ausstellung angedacht?

Brigitte Schulze: Unsere Teilnehmer bekommen die erste Malpappe mit der Aprilausgabe der Zeitlos-Post. Die Ausstellung ist vorgesehen für das erste Quartal 2022 im Stadtteilzentrum.

Auf einen Blick

Was steckt dahinter? Das Café Zeitlos ist ein Hilfsangebot für pflegende Angehörige. Während diese sich mal eine Auszeit gönnen oder Erledigungen machen, überlassen sie ihre Eltern oder Partner für kurze Zeit in der Obhut eines fachkundigen Teams, das den Demenzkranken ein paar schöne Stunden beschert. Gedächtnisspiele, Bingorunden, Musik, Malen, Gymnastik und vieles mehr steht auf dem Programm.

Wer steckt dahinter? Träger des Café Zeitlos ist die Caritas. Petra Dlugosch, die Leiterin der Servicestelle für pflegende Angehörige, hatte die Idee für das Projekt. Neben dem Café in Kitzingen gibt es weitere in Schwarzach und Wiesentheid. Das Angebot in allen Cafés ist offen für jeden. Die Leitung in Kitzingen obliegt der examinierten Altenpflegerin Brigitte Schulze.

Wann? In der Regel öffnet das Café Zeitlos jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr im Stadtteilzentrum in der Siedlung in Kitzingen – aufgrund von Corona pausiert es jedoch bereits seit März 2020.

IMG-20210202-WA0025       -  Bei selbst gebackenem Kuchen von „Renates Kaffeetafel“ lassen es sich die Besucher des Café Zeitlos in normalen Zeiten gut gehen.
| Bei selbst gebackenem Kuchen von „Renates Kaffeetafel“ lassen es sich die Besucher des Café Zeitlos in normalen Zeiten gut gehen.
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