Kitzingen

Müllgebühren steigen – auf den Stand von vor zehn Jahren

Weniger Erlöse, mehr Kosten: Für die Müllentsorgung muss ab 2021 wieder mehr gezahlt werden. Nicht nur die explodierenden Kosten beim Bauschutt treiben den Preis nach oben.
Nach vielen Jahren ohne Erhöhung wird die Entsorgung des Abfalls im Landkreis Kitzingen nun teurer für die Bürger.
Foto: Siegfried Farkas | Nach vielen Jahren ohne Erhöhung wird die Entsorgung des Abfalls im Landkreis Kitzingen nun teurer für die Bürger.

Der Klopapier-Notstand während des ersten Lockdowns im Frühjahr – er trug bekanntlich mitunter seltsame Blüten. Über eine der Folgen wusste  Andreas Matingen, Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft am Landratsamt Kitzingen, im Umweltausschuss des Kreises zu berichten: Für eine Tonne Papier gab es plötzlich statt wie bisher 20 Euro mit einem Schlag 90 Euro.

Dieses Plus war allerdings die Ausnahme, denn ansonsten gilt derzeit beim Thema Abfall: Die Erlöse sinken zunehmend, die Ausgaben dagegen steigen. Was das für die Müllgebühren in den kommenden zwei Jahren bedeutet, ist damit auch klar: Es wird teurer. Das größte Problem sind dabei im Moment die explodierenden Kosten beim Bauschutt. Ein weiterer Kostentreiber ist die Verwertung des Bioabfalls, die den Landkreis künftig pro Tonne über 52 Euro statt wie bisher gut 40 Euro kostet – eine Erhöhung von fast 30 Prozent. 

Hinter den schlechten Nachricht verbirgt sich aber auch eine gute: Bisher waren die Müllgebühren im Landkreis Kitzingen ausgesprochen günstig. In den vergangenen Jahren gab es sogar zwei Senkungen der Gebühren, zuletzt blieben sie immerhin konstant. Was nicht zuletzt auch an den stark gesunkenen Verbrennungsgebühren im Müllheizkraftwerk in Würzburg lag.

Zwei Senkungen am Stück

Beim generellen Blick auf die Müllgebühren sticht das Jahr 2010 heraus:  Damals begann ein neues Zeitalter, ein modernes Abrechnungssystem wurde eingeführt. Mit dem Start wurden die Gebühren gesenkt, zwei Jahre später gab es eine erneute Senkung.  Mit der jetzt für 2021 und 2022 ins Auge gefassten Erhöhung ist man damit exakt wieder bei den Grundgebühren des Jahres 2010 angekommen.

Konkret heißt das: Die 60-Liter-Tonne Rest- und Bioabfall (mit 18 Leerungen Bioabfall und zwölf Leerungen Restabfall) kostete bisher 77,40 Euro und liegt jetzt bei 89,40 Euro. Die 120-Liter-Tonne liegt künftig bei 178,80 Euro statt bisher 154,80 Euro. Die 240-Liter-Tonne schlägt jetzt mit 357,60 Euro statt bisher 309,60 Euro zu Buche. Bricht man das auf die einzelne Tonne herunter, ergibt sich dieses Bild: 60 Liter kosten 1,40 Euro statt 1,35, 120 Liter steigen von 2,70 Euro auf 2,80 Euro und 240 Liter von 5,40 auf 5,60 Euro.

Kleinmengen kostenfrei

Beim Bauschutt bleiben Kleinmengen bis 160 Kilo kostenfrei bei Anlieferung. Bei größeren Mengen werden künftig pro Tonne in der Klasse eins 29 Euro (bisher: 11,80 Euro) fällig und in der Klasse zwei 49,60 Euro statt bisher 33,20. Ein kostendeckender Betrieb ist trotzdem nicht möglich

Die neuen Gebühren gelten diesmal nur zwei Jahre, danach wird wieder neu gerechnet. Die Verkürzung hat laut der Abfallwirtschaft am Landratsamt mehrere Gründe. So gibt es derzeit im Bereich Müll größere Schwankungen, fast schon Achterbahnfahrten. Das angesprochene Altpapier beispielsweise sackte schnell wieder um 70 Euro pro Tonne ab.

Und: Ab 2023 wird sich einiges wieder ändern. So wird der Wertstoffhof des Landkreises auf neue Füße gestellt und ab dann in Eigenregie betrieben. Zudem stehen neue oder verschärfte Vorgaben in verschiedenen Bereichen an, die gerne auch mit Mehrkosten verbunden sind. Weshalb es in den Ausführungen der Verwaltung nicht nur beim Thema Altpapier heißt: "Weitere Entwicklungen sind derzeit seriös kaum abschätzbar." 

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