Kitzingen

Neuer Kindergarten ist gerüstet für den Einzug

In einem Jahr sollen hier die Kinder spielen. Patrick Fischer von der Stadt Kitzingen, Kindergartenleiter Michael Radtke, Pfarrer Gerhard Spöckl, Architekt Reinhold Jäcklein und Christian Stegmann, der Vorsitzende des Trägervereins, freuen sich über den Fortschritt der Bauarbeiten in der Glauberstraße.
Foto: Ralf Dieter | In einem Jahr sollen hier die Kinder spielen. Patrick Fischer von der Stadt Kitzingen, Kindergartenleiter Michael Radtke, Pfarrer Gerhard Spöckl, Architekt Reinhold Jäcklein und Christian Stegmann, der Vorsitzende ...

In der Glauberstraße wird ein neuer Kindergarten gebaut. Nach Schwierigkeiten in der Planungsphase liegt der Bau im Soll. Im September 2021 soll Einzug sein.

Treffpunkt an der Baustelle. Architekt Reinhold Jäcklein ist da, Pfarrer Gerhard Spöckl und der Vorsitzende des Trägers, Christian Stegmann, Patrick Fischer von der Stadt sowie Einrichtungsleiter Michael Radtke. Sie alle blicken auf den eindrucksvollen Baukörper. „Ziemlich kompakt“, sagt Jäcklein und niemand will ihm widersprechen.

Der vorhandene Platz im rückwärtigen Bereich der Glauberstraße wird ausgenutzt – bis auf den letzten Zentimeter, so scheint es. „Der alte Kindergarten war in die Jahre gekommen“, erinnert Pfarrer Spöckl und nennt als Beispiel den Turnraum. „Der war einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Vor vier Jahren habe man deshalb mit der Planung für einen Neubau begonnen, das Projekt europaweit ausgeschrieben. Die größte Schwierigkeit lag seither in einer gemeinsamen Finanzierung. „Ich war zwei- oder dreimal kurz davor, das Projekt abzubrechen“, gesteht Spöckl.

Die Diözese Würzburg muss sparen und zieht sich nach und nach aus Finanzierungen von Einrichtungen zurück. „Im Raum Kitzingen besonders drastisch“, bedauert der Geistliche. Nicht das einzige Problem: Weil das Kitzinger Bauamt unterbesetzt ist, hat es mit der nötigen Baugenehmigung unnötig lange gedauert. Hinzu kamen Kostensteigerungen, die mit den Kostenträgern beraten werden mussten. Laut Architekt Reinhold Jäcklein liegt der Bau aber immer noch im Rahmen der Kostenprognose.

4,3 Millionen Euro wird der Neubau nach derzeitigem Stand der Dinge kosten. Etwa die Hälfte übernimmt der Staat, die Stadt Kitzingen ist mit 1,3 Millionen Euro und die Diözese mit 900.000 Euro dabei. Ende letzten Jahres ist der Kindergarten ins Ausweichquartier in den Marshall-Heights umgezogen. In der ehemaligen Elementary-School haben die Mitarbeiter und die Kinder eine Bleibe gefunden. „Die Stadt hat uns bei der Suche und der Organisation des Umzugs sehr gut unterstützt“, freut sich Christian Stegmann. Drei Gruppen mit 84 Kindern können in den Marshall-Heights betreut werden, im Neubau in der Glauberstraße werden es 56 Kindergartenkinder sein – plus die Krippenkinder. Mehr als im Altbau – aber immer noch gibt es ein großes Defizit. Der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen hat in den letzten Jahren zugenommen.

Die Stadt habe zu wenig und zu spät auf diese Thematik geschaut, bedauert Spöckl. Entgegen anderslautender Prognosen ist Kitzingen in den letzten Jahren gewachsen, hat jetzt rund 22.000 Einwohner. Viele Familien mit Kindern sind unter den Zuzüglern. Das Defizit an Betreuungsplätzen für Kindergartenkinder bezifferte OB Stefan Güntner im Sommer auf 200 bis 230. Eine Überlegung zielt darauf, die Räume in den Marshall-Heights weiter zu nutzen, wenn der Kindergarten St. Johannes wieder ausgezogen ist. Läuft alles nach Plan, sollte das in elf Monaten der Fall sein. Architekt Jäcklein ist diesbezüglich guter Dinge, schließlich lägen die Bauarbeiten im Zeitplan. Im Januar ist der Altbau abgerissen worden, dann ist der Neubau nach und nach hochgezogen worden. Bis Ende des Jahres soll er dicht sein, wie Jäcklein sagt. Will heißen: Dann sollen die Fenster eingebaut sein. Im Süden und Norden des kompakten Baukörpers sollen Freiflächen zum Spielen entstehen. Kindergarten- und Kinderkrippen werden getrennte Bereiche erhalten. Die beiden Krippengruppen werden im Erdgeschoss angeordnet – mit direktem Ausgang ins Freie. Die Kindergartenkinder werden ihre Räume im Obergeschoss erreichen, ohne den Krippenbereich queren zu müssen. Über einen Laubengang und die angeschlossene Außentreppe gelangen die Kinder in ihren Außenbereich. Der Baumbestand konnte erhalten werden, berichtet Jäcklein und ist guter Dinge, dass der neue Kindergarten im September kommenden Jahres in Beschlag genommen werden kann.

Auch wenn der erneute Umzug viel Arbeit machen wird: Michael Radtke freut sich schon auf den Einzug in etwa einem Jahr. Die Mitarbeiter und die Kinder werden dann in modernen Räumlichkeiten untergebracht sein, die gesetzlich vorgeschriebenen zehn Quadratmeter Spielfläche pro Kind werden eingehalten und zwei große Außenbereiche stehen auch zur Verfügung. Der Aufwand wird sich – Stand heute – gelohnt haben.

Ein kompakter Baukörper, mitten in einer bestehenden Wohngegend. Die Kinder sollen dennoch genug Raum fürs Spielen haben – auch im Außenbereich.
Foto: Jäcklein | Ein kompakter Baukörper, mitten in einer bestehenden Wohngegend. Die Kinder sollen dennoch genug Raum fürs Spielen haben – auch im Außenbereich.
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