Kitzingen

OB-Wahl in Kitzingen: Güntner und Paul in der Stichwahl

Die Oberbürgermeister-Wahl in Kitzingen entscheidet sich erst in 14 Tagen. Die beiden Favoriten von CSU und SPD machen das Rennen unter sich aus.
Stichwahl in Kitzingen: Manfred Paul (SPD, links) oder Stefan Güntner (CSU) heißt der neue Oberbürgermeister. Die Entscheidung fällt am 29. März.
Foto: Ralf Dieter | Stichwahl in Kitzingen: Manfred Paul (SPD, links) oder Stefan Güntner (CSU) heißt der neue Oberbürgermeister. Die Entscheidung fällt am 29. März.

Die Wahl des Oberbürgermeisters in der Großen Kreisstadt Kitzingen kennt noch keinen Sieger. Da sich fünf Bewerber um den Amtssessel streiten, kommt es zur Stichwahl. Die beiden Favoriten, Stefan Güntner (CSU) mit 42,9 Prozent und Manfred Paul (SPD) mit 22,6 Prozent, werden das Rennen am Sonntag, 29. März, unter sich entscheiden. Diese Konstellation ergab sich bei der Wahl am ersten Wahltag. Es war auch das Ergebnis, das am ehesten zu erwarten war.

Die Kandidaten Uwe Pfeiffle (FW-FBW), Andrea Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) und Bianca Tröge (ÖDP) sind im ersten Wahlgang ausgeschieden. Allerdings war Pfeiffle seinem Konkurrenten Paul knapp auf den Fersen: Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Stadtrat verbesserte sein Ergebnis im Vergleich zu 2014, als er 7,6 Prozent erreichte, deutlich auf 18,2 Prozent. Dieses Mal holte er mehr als doppelt so viele Stimmen. Dagegen konnten Andrea Schmidt (11,8 Prozent) und Bianca Tröge (3,8 Prozent) nicht mehr maßgeblich in den Machtkampf eingreifen. Die Grüne Schmidt erreichte immerhin einen zweistelligen Achtungserfolg. Tröge kam abgeschlagen auf den letzten Platz.

Favorit Güntner auf Platz 1

Mit Stefan Güntner setzte sich der Favorit bereits im ersten Wahlgang deutlich ab. Güntner ist nicht nur Stadtrat, sondern auch Bürgermeister der Stadt Kitzingen, der den scheidenden OB Siegfried Müller (UsW) schon jetzt bei vielen Terminen vertritt. Schon vor sechs Jahren erreichte Güntner die Stichwahl, unterlag am Ende aber Amtsinhaber Müller. Demzufolge war es keine Überraschung, dass Güntner auch dieses Mal die Endrunde erreichte.

"Das Ergebnis ist für mich ein gutes", sagte Güntner der Redaktion. "Natürlich bin ich zufrieden." Allerdings sei sein 1. Platz "kein Grund für Überheblichkeit oder dafür, die Arbeit einzustellen". Bei der Stichwahl "in 14 Tagen geht alles von vorne los". Die Kitzinger hätten nun die Wahl zwischen zwei "vollkommen unterschiedlichen Kandidaten", erklärte Güntner.

"Extrem bedauerlich" empfand Güntner die geringe Wahlbeteiligung in Kitzingen – und das trotz fünf verschiedener OB-Kandidaten. Auf keiner politischen Ebene hätten die Bürger die Möglichkeit, so direkt mit ihren Ansprechpartnern in Kontakt zu kommen. Eine hohe Wahlbeteiligung sei wichtig für die demokratische Legitimierung der Gewählten.

Paul mit Wahlkampf sehr zufrieden

Manfred Pauls Erfolg ist sicherlich mit darin begründet, dass die Kitzinger in den vergangenen Jahrzehnten öfter ihren OB aus den beiden politischen Lagern der CSU und der SPD wählten. Somit gibt es eine große Anhängerschar für beide Gruppierungen. Außerdem punktete Paul durch seine "Zukunftsforen" mit prominenten Fachleuten zu den brennenden Themen in der Stadt.

Paul selbst glaubt, "einen sehr guten Wahlkampf" gemacht zu haben. Er habe die aktuellen Themen besetzt und damit den Vorteil seiner Konkurrenten, die im Stadtrat sitzen, ausgeglichen. Mit dem Erreichen der Stichwahl sieht er sein erstes Ziel erreicht. "Am 29. März werden die Karten neu gemischt."

Fairer Verlierer

Als fairer Verlierer erwies sich Uwe Pfeiffle (FW/FBW). „Herzlich Glückwunsch an Stefan Güntner und Manfred Paul.“ Das Ergebnis von Güntner bezeichnete er als „grandios und herausragend“. Ob seine Partei ihren Wählern eine Empfehlung für die Stichwahl gebe, will Pfeiffle in Kürze mit seinem Team besprechen. Obwohl er deutlich mehr Prozentpunkte bekam als bei seinem ersten Wahlkampf 2014, wird der 55-Jährige nicht noch einmal antreten. „Das macht ja nur Sinn, wenn ich zwei Perioden als OB arbeiten könnte.“  Entsetzt zeigte er sich über die geringe Wahlbeteiligung und hofft nun, dass mehr Kitzinger bei der Stichwahl zur Urne gehen. Wer dann OB wird? „Ich drücke beiden die Daumen“.

Andrea Schmidt sagte zu ihrem Ergebnis: "Ich bin enttäuscht." Außerdem bedauerte sie, dass die beiden Frauen im OB-Kandidaten-Rennen auf die beiden letzten Plätze gekommen waren. Und das, obwohl Kitzingen einen Frauenanteil von mehr als 50 Prozent habe. Die Grünen hätten außerdem nicht mit der "massiven Werbung" der anderen Parteien mithalten können.

Tröge auf dem letzten Platz

Bianca Tröge bewertete ihr Ergebnis so: "Das war vorhersehbar." Deswegen sei sie nicht enttäuscht. Allerdings wunderte sie sich über den deutlichen Vorsprung ihrer Grünen-Mitbewerberin Andrea Schmidt. Tröge führte das auf den "Hype um die Grünen zurück. Am Abend traf die ÖDP zufällig im "Delphi" auf die Freien Wähler und die UsW, die dort ebenfalls zusammenkamen.

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Feierlaune: Die Kitzinger CSU freute sich am Wahlabend, dass ihr OB-Kandidat Stefan Güntner (Mitte) in die Stichwahl gekommen ist. 
Foto: Ralf Dieter | Feierlaune: Die Kitzinger CSU freute sich am Wahlabend, dass ihr OB-Kandidat Stefan Güntner (Mitte) in die Stichwahl gekommen ist. 
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