Kitzingen

Schwertransport: Zehn riesige Kisten für Asien

Genauigkeit ist gefragt, wenn die Kiste auf den Schwertransporter gestellt wird. Viktor Güntner hat alles genau im Blick.
Foto: Julia Lucia | Genauigkeit ist gefragt, wenn die Kiste auf den Schwertransporter gestellt wird. Viktor Güntner hat alles genau im Blick.

Wir verpacken alles“, sagt Manuel Dombrowski, Verwaltungsleiter der Mugele GmbH in Kitzingen. Ob groß, ob klein – Mugele bekommt alles in Kisten, Kartons oder auf Paletten. Doch so große Kisten wie am Nikolaus-Tag hat auch Mugele nicht jeden Tag.

Sudhaus als Schwertransport

Ein Sudhaus der Firma GEA tritt die Reise nach Asien an. Da dort gerade Regenzeit ist, reichen offene Verschläge nicht aus. Kessel, Maischgefäß und Co. mussten zusätzlich durch Bretter geschützt werden. Dabei sind passgenaue Kisten gefertigt worden, die breiter als sechs Meter sind. „Es sind zwar nicht unsere größten Kisten“, sagt Dombrowski. „Aber schon welche der größeren Sorte.“ Zehn Kisten werden am Knauf-Hafen auf ein Schiff verladen. Sieben fahren als Schwertransport durch das nächtliche Kitzingen, drei sind nicht breiter als drei Meter und können am Tag fahren.

Wochenlang haben Dombrowski, sein Technischer Leiter Viktor Güntner, die GEA-Logistik und das Schwertransport-Unternehmen Gebrüder Markewitsch das Projekt geplant. Sogar die Heinrich-Huppmann-Straße wurde gesperrt, um dort die Schwertransporter zu beladen und aufzureihen bis sie gegen 22 Uhr zum Hafen fahren.

Sichtkontakt ist nicht möglich

Bis dahin haben Güntner und seine Helfer viel zu tun. Zwei Tragegurte müssen um die riesige Kiste gelegt werden, bis sie der 250-Tonnen-Kran auf den Schwertransporter laden kann. Mit Headset ist er mit dem Kranführer in Kontakt. Sichtkontakt ist durch die enorme Kistengröße nicht möglich. „Noch etwas nach unten“, schreit er ins Mikro. Das Seil am 60 Meter langen Kran-Masten fährt langsam nach unten. Die Karabinerhaken klinken ein.

„Das ist heute Routine, aber bei großen Projekten bin ich selbst gerne dabei“, erklärt er. „Ich möchte das Zepter in der Hand halten.“ Seit 13 Jahren ist er bei Mugele. Verpackungen sind seine Leidenschaft. „Je schwerer und größer, desto besser“, sagt er und lacht. Was er am liebsten verpackt? „Es sind tatsächlich Sudhäuser.“ Seine Augen sind konzentriert auf die Kiste gerichtet. „Jetzt langsam nach oben“, ruft er in sein Mikro. Ohne Mühe hebt der Kran die Kiste nach oben.

Schwerste Kiste wiegt zwölf Tonnen

Etwa zwölf Tonnen wiegt die schwerste Kiste. Kein Problem für den Kran. „Damit könnten wir 250 Tonnen auf vier Meter heben“, erklärt Markewitsch-Projektleiterin Laura Husyk. Auch wenn sie sich nicht täglich um solche großen Transporte kümmert, sagte sie: „Ist jetzt nichts alltägliches, aber außergewöhnlich ist es auch nicht.“ Die Transporter-Fahrer seien auf ihrer Fahrt durch Kitzingen mehr gefordert. Läuft alles nach Plan, werden alle zehn Transporter um 2 Uhr am Hafen stehen.

„Langsam“, schreit Güntner ins Mikro. „Einen Zentimeter nach rechts.“ Ruhig senkt sich die Kiste auf den bereitstehenden Transporter. „Passt!“ Das Riesending steht auf der Ladefläche. Der dritte Laster fährt langsam die Heinrich-Huppmann-Straße nach vorne. In vier bis sechs Wochen werden die Kisten in Asien ankommen.

Bleibt zum Schluss noch eine Frage an die Verpackungsexperten: Wer packt denn die Weihnachtsgeschenke ein? Dombrowski grinst: „Ich lasse verpacken.“

Mugele GmbH

Das vor gut 200 Jahre in Iggingen-Brainkofen in Baden-Württemberg gegründete Unternehmen hat insgesamt zehn Standorte, darunter in den USA, Brasilien, Mexiko und Indien und seit 2014 auch in Kitzingen. Die Anfänge liegen in der Produktion von Kisten, die von der Gold- und Silberindustrie in Schwäbisch Gmünd zur Verpackung benutzt wurden.

Das Unternehmen hat sich laut Firmenprospekt im Lauf der Jahre vom lokalen Verpackungshersteller zum global agierenden Anbieter von ganzheitlichen Logistiklösungen gewandelt. Angebot: Verpackungen, Transporte und Logistikdienstleistungen. Rund 350 Angestellte arbeiten in fünf Ländern.

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Foto: Julia Lucia
60 Meter lang ist der Kranenmast, mit dem die Kisten auf die Schwertransporter gehoben werden.
Foto: Julia Lucia | 60 Meter lang ist der Kranenmast, mit dem die Kisten auf die Schwertransporter gehoben werden.
Güntner kontrolliert die Haltegurte. Die Symbole auf der Kiste erklären weltweit, wie damit umzugehen ist.
Foto: Julia Lucia | Güntner kontrolliert die Haltegurte. Die Symbole auf der Kiste erklären weltweit, wie damit umzugehen ist.
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