Kitzingen

Standortfrage geklärt: Tierheim wird Nachbar vom Golfplatz

Es ist vollbracht, das Kitzinger Tierheim kann den geplanten Neubau angehen: Der Bauausschuss sprach sich einstimmig für ein Areal am Golfplatz aus.
Das Kitzinger Tierheim steht auf einer ehemaligen Kalksteingrube und muss deshalb so schnell wie möglich umziehen. Nach langer und kräftezehrender Suche wurde jetzt am Rande der Stadt in der Nähe des Golfplatzes ein neuer Standort gefunden.
Foto: Harald Meyer (Archiv) | Das Kitzinger Tierheim steht auf einer ehemaligen Kalksteingrube und muss deshalb so schnell wie möglich umziehen.

30 Tierfreunde waren am Donnerstagabend voller Hoffnung zur Sitzung des Verwaltungs- und Bauausschusses ins Kitzinger Rathaus gekommen – und sie wurden nicht enttäuscht. Es gibt endlich einen Platz für den geplanten Tierheim-Neubau. Nach vielen kräftezehrenden Monaten und vielen vergeblichen Versuchen ging die Sache jetzt ruck-zuck  über die Bühne: Einstimmig mit 13:0 sprachen sich die Stadträte für den Bereich "Im Lailach" in der Nähe des Golfplatzes aus.

Der Ausschuss fällte zwar eine Grundsatzentscheidung, eine Baugenehmigung ist der Beschluss indes noch nicht. Man könnte auch sagen: Eine erste Hürde ist genommen. Ob es die entscheidende Hürde war, wird sich noch zeigen. Der Weg zum neuen Tierheim ist noch lang, wie Bauamtsleiter Oliver Graumann ausführte. Bis auf dem Areal, das am Rande eines Trinkwasserschutzgebietes liegt, gebaut werden kann, muss noch einiges getan werden: Zu dem eigentlichen Bauantrag werde kommen wohl noch Lärmschutz- und Umweltgutachten.

"Machbarer Standort"

Stadtentwicklungsreferent Thomas Rank sprach von einem "nicht optimalen, aber machbaren Standort". Das Gebiet westlich des Kitzinger Innoparks ist mit 41 000 Quadratmeter üppig und wird wohl nur zu einem Teil benötigt. Den Tierschützern steht das Gelände in Erbpacht zur Verfügung. Die Versorgung könnte über den Innopark laufen. Das muss nun in nächster Zeit ebenso geklärt werden wie die Frage, ob das neue Tierheim womöglich eine eigene biologische Kläranlage bekommt.

Ein wichtiger Punkt war den Stadträten auch die Zufahrt: Die besteht derzeit aus einem drei Meter breiten Betonstreifen mit Asphaltschicht. Dort werde "immens gerast", warnte beispielsweise Stadträtin Astrid Glos. Es sei dort regelrecht "lebensgefährlich", weil die Straße einfach zu schmal sei. Stadtrat Jens Pauluhn merkte an, dass der Weg zudem "stark von Fußgängern genutzt" werde. Oliver Graumann deutete an, dass dies mit Ansiedlung des Tierheims nicht so bleiben müsse: "Ich gehe davon aus, dass die Straße ertüchtigt wird." 

Menche: "Steine vom Herzen gefallen"

Die Standort-Suche hatte sich zuletzt hingezogen und war zu einer Art Hänegpartie geworden. Gerd Menche, durch dessen Kontakte überhaupt erst das neue Grundstück gefunden wurde, zeigte sich nach der Abstimmung erleichtert: Ihm seien die berühmten "Steine vom Herzen gefallen". Von Seiten der Tierfreunde seien bereits "viele Vorarbeiten geleistet" worden. So habe man beispielsweise das Tierheim vorsorglich so konzipiert, dass es auf jedes der eventuell in Frage kommenden Grundstücke passe. Bereits im Vorfeld hatte Menche betont, dass im Falle der Zustimmung im Bauausschuss vielleicht sogar schon im Herbst dieses Jahres der Rohbau stehen könnte. 

Damit scheint sich für das 2,6 Millionen Euro teure Bauvorhaben nach vielen Monaten des Hoffens und Bangens samt vieler Enttäuschungen nun alles zum Guten zu wenden. Die 30 Besucher der Bauausschusssitzung verließen jedenfalls den Sitzungssaal schulterklopfend und mit einem Lächeln, das vom Rathaus bis fast zum Falterturm reichte.

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