Prichsenstadt

Stolperstein für Euthanasieopfer in Prichsenstadt enthüllt

Der Verein Alt Prichsenstadt mit seinem Arbeitskreis 'Stolpersteine – Erinnern und Gedenken' mit dem Vorsitzenden Volker Mehlert (Zweiter von links), Sprecher des Arbeitskreises Wolf-Dieter Gutsch (Mitte) und Pfarrer Martin Voss bei der Enthüllung des Stolpersteins in der Schulinstraße 7 in Prichsenstadt.
Foto: Hans Rössert | Der Verein Alt Prichsenstadt mit seinem Arbeitskreis "Stolpersteine – Erinnern und Gedenken" mit dem Vorsitzenden Volker Mehlert (Zweiter von links), Sprecher des Arbeitskreises Wolf-Dieter Gutsch (Mitte) und Pfarrer ...

Unter dem Schlagwort "Vernichtung lebensunwerten Lebens" wurde Anna Dorothea Maurer, eine nichtjüdische Bürgerin aus Prichsenstadt, von den Nationalsozialisten wegen ihrer psychischen Krankheit im Herbst 1940 ermordet. Zum Gedenken wurde nun ein Stolperstein für Anna Dorothea Maurer vor ihrem damaligen Wohnhaus in der Schulinstraße 7 in Prichsenstadt enthüllt. In der Stadtkirche St. Sixtus fand eine Andacht statt.

Anna Dorothea Maurer war am 21. August 1892 in Prichsenstadt geboren und ging offenbar nach dem Abschluss der Volksschule in Prichsenstadt als Dienstmädchen nach Würzburg. Am 6. April 1916 wurde sie in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck eingeliefert. Entlassen wurde sie am 20. Juli 1927, wie man aber annehmen muss, am 9. Januar 1928 schon wieder eingeliefert. Anlässlich der Auflösung der Anstalt in Werneck kam sie in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein bei Dresden.

Alexandra Martin spendete den Stolperstein

Bürgermeister René Schlehr, stellvertretende Landrätin Doris Paul, MdL Barbara Becker, Karl-Heinz Rebitzer, Vorsitzender der Lebenshilfe Kitzingen, und MdL Volkmar Halbleib sprachen Grußworte und erinnerten an die schlimmste Zeit in der deutschen Geschichte. Dr. Thomas Schmelter aus Würzburg, der lange Jahre am Bezirkskrankenhaus tätig war, hat die Geschichte der Psychiatrie des sogenannten Dritten Reiches in Werneck aufgearbeitet und in einem Kurzvortrag die Vorgehensweise des damaligen Regimes erläutert. Pfarrer Martin Voss sprach bei der Enthüllung des Gedenksteins Gebete, da es beim Ableben der Ermordeten keine Trauerfeier gab. Im stillen Vorbeigehen nahm eine große Gemeinde Anteil am Geschick von Anna Dorothea Maurer.

Schülerinnen der Mittelschule und des Gymnasiums in Wiesentheid trugen den Werdegang von Anna Dorothea Maurer und ihrer Familie vor. Vorbereitet hatte die Feier der Verein Alt Prichsenstadt mit seinem Sprecher des Arbeitskreises "Stolpersteine – Erinnern und Gedenken" Wolf-Dieter Gutsch. Die Spenderin des Stolpersteines ist Alexandra Martin, Dritte Bürgermeisterin der Stadt Prichsenstadt.

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