Abtswind

Trauer um Drittliga-Schiedsrichter Steffen Mix

Entsetzen und Trauer in Abtswind: Fußball-Schiedsrichter Steffen Mix ist am frühen Sonntagmorgen bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg) ums Leben gekommen.
Trauer um Steffen Mix       -  Schiedsrichter Steffen Mix verunglückte tödlich.
Foto: Frank Scheuring | Schiedsrichter Steffen Mix verunglückte tödlich.

Entsetzen und Trauer in Abtswind: Fußball-Schiedsrichter Steffen Mix ist am frühen Sonntagmorgen bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg) ums Leben gekommen. Der 27-Jährige gehörte als einer der talentiertesten Nachwuchsleute zur bayerischen Schiedsrichter-Elite. Er leitete bislang 43 Spiele in der Dritten Liga und wurde als Schiedsrichter-Assistent in der Zweiten Bundesliga eingesetzt. Für sein Hobby war Mix noch am Samstag im Einsatz, als er die Regionalliga-Partie zwischen dem FC Pipinsried und dem TSV Buchbach (0:0) leitete.

Es wurde sein letzter Einsatz an der Pfeife. Nur wenige Stunden später verunglückte er. Laut Polizeibericht war Steffen Mix mit seinem Porsche Cayenne aus bislang ungeklärter Ursache in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Er verstarb während der Reanimation an seinen schweren Verletzungen.

Grindel und Koch bestürzt

Der Deutsche Fußball-Bund drückte seine Bestürzung und Erschütterung aus. Präsident Reinhard Grindel schreibt, dass der deutsche Fußball mit Mix „einen ausgezeichneten Unparteiischen und ein hoffnungsvolles Talent“ verliere. Rainer Koch, der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes (BFV), würdigte Mix ebenfalls. „Er war einer unserer Besten. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden. Danke Steffen für deine großartigen Leistungen als Schiedsrichter, du wirst uns fehlen.“

BVF-Vizepräsident Jürgen Pfau, gleichzeitig Unterfrankens Bezirksvorsitzender, der selbst aus dem Schiedsrichter-Bereich kommt, kannte Steffen Mix seit dessen Anfängen als Unparteiischer im Jahr 2004. Beide gehörten zur Schiedsrichtergruppe Gerolzhofen. „Mir fehlen die Worte“, so Pfau. Er hob die menschliche Seite des Verstorbenen hervor. „Trotz aller sportlichen Erfolge war Steffen immer ein bodenständiger und aufgeschlossener Mensch. Als Schiedsrichter war er beliebt und genoss auch bei den Vereinen eine hohe Akzeptanz.“ Zutiefst betroffen zeigte sich auch Bayerns Verbands-Schiedsrichterobmann Walter Moritz aus Haßfurt.

Ein schwerer Schlag ist der Tod von Steffen Mix für die Bürger seiner Heimatgemeinde, wo der Unternehmer-Sohn als der Vorzeige-Sportler galt, den nahezu jeder kannte und schätzte. „Wir können es nicht glauben. Wir sind tief bestürzt und unendlich traurig. Steffen Mix lebt nicht mehr. Unser Vereinskamerad, Fußball-Schiedsrichter und guter Freund“ ist im Nachruf auf der Internetseite des TSV Abtswind zu lesen. Bei seinen Einsätzen habe er stets den Verein vorbildlich in der gesamten Republik vertreten.

Weiter heißt es dort: „Steffens großer Traum war es, eines Tages in der Bundesliga zu pfeifen. Dass es dazu nicht mehr kommen wird, berührt uns zutiefst. Seit dem gestrigen Sonntag ist für uns nichts mehr, wie es einmal war. Ein wunderbarer Mensch in der Blüte seines Lebens, der auch im eigenen Familienunternehmen ehrgeizige Pläne und Visionen verfolgte, wurde plötzlich und unerwartet im Alter von 27 Jahren aus unserer Mitte gerissen.“

Steffen Mix spielte als Kind und Jugendlicher zunächst selbst Fußball beim TSV Abtswind. Motiviert von einem Freund, begann er als 15-Jähriger im Jahr 2004 seine Schiedsrichter-Laufbahn. Kurz nach der erfolgreichen Prüfung zog er sich einen Schienbeinbruch zu. In der Folge war für ihn Schluss als aktiver Fußballer. Er widmete sich fortan der Tätigkeit als Schiedsrichter.Dort geriet Mix durch gute Leistungen schnell in den Fokus und gehörte bereits 2007 zu den Anwärtern für die Bezirksliga der Herren. Nur wenig später leitete er schon Spiele in der Landesliga. Sein steiler Aufstieg führte ihn 2012 in die Regionalliga. Ein Jahr später pfiff er bereits in der Dritten Liga, wo er bis zu seinem Tod 43 Spiele leitete.

Auch im Beruf schickte sich Steffen Mix an, seinen Weg zu machen. Nach dem Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaft stieg er im Familien-Unternehmen Kräuter Mix in Abtswind ein, das über 300 Beschäftigte hat. Mit seinem Bruder Bernhard schickte sich Steffen Mix an, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Während sein älterer Bruder dort als Prokurist tätig ist, war Steffen Mix als Leiter für den Einkauf verantwortlich.

Schweigeminute bei allen Spielen

In Erinnerung an Steffen Mix wird es im gesamten Bezirk Unterfranken bei allen Begegnungen bis einschließlich des nächsten Wochenendes eine Schweigeminute geben.

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