Volkach

Volkach: Funkmast beschäftigt Bauausschuss zum dritten Mal

Die Deutsche Funkturm GmbH lässt nicht locker. Nach zwei Ablehnungen hat sie erneut den Antrag zum Bau eines Antennen-Mastes gestellt. Im Ausschuss brodelte es deshalb.
Das Symbolbild zeigt einen Funkmast für Mobilfunk.
Foto: Jens Büttner, dpa | Das Symbolbild zeigt einen Funkmast für Mobilfunk.

Im Märchen sind aller guten Dinge meist drei. Wenn ein Anliegen im Bauausschuss zum dritten Mal vorliegt, dann ist damit dagegen normalerweise Ärger verbunden. So auch bei der erneuten Wiedervorlage eines Antrags der Deutschen Funkturm GmbH, die in Volkach einen Mast für Mobilfunkantennen aufstellen möchte.

Der Bauausschuss hat das Vorhaben in der Dr.-Carl-Friderich-Straße 3 bereits im April 2018 und Januar 2020 abgelehnt, indem es die notwendige Befreiung vom dort gültigen Bebauungsplan verweigerte. Geringfügige Änderungen am Erscheinungsbild des 30-Meter-Masts, der einen drei Meter niedrigeren Mast am BayWa-Gebäude ersetzen soll, sowie eine Besprechung im Landratsamt hätten den Antragsteller nun bewogen, den Antrag zum dritten Mal zu stellen, wie Ottmar Böhnlein vom Stadtbauamt den Ausschussmitgliedern vortrug. Sollte der Bauausschuss bei seinem Nein bleiben, könnte das Landratsamt auch die Befreiung vom Bebauungsplan erteilen.

Kornell: "Den Mast braucht kein Mensch"

Für Peter Kornell (Freie Wähler) war es dennoch nicht vollziehbar, weshalb die Verwaltung den Bauausschuss während dessen Sitzung am Montagabend mit dem Vorhaben erneut "belästigt". So drückte er sich zwar nicht direkt aus, doch zwischen den Zeilen war dieser Tenor dennoch gut herauszuhören. Einen solchen Mast am Rand eines Wohngebiets "braucht kein Mensch", meinte Kornell wörtlich. Zukunftsträchtig – und eine Lösung, die im Ausschuss eine Mehrheit finden dürfte – wäre eine Funkversorgung des Stadtgebiets von außerhalb, also ein Mast-Standort in der Peripherie. Ein Standort etwa zwischen Bundeswehrgelände und Umgehungsstraße sei laut Kornell hervorragend geeignet, käme den Funkversorger jedoch teurer als ein Standort in der Stadt.

Einzig Moritz Hornung (Grüne) stimmte letztlich für den Bauantrag. Seine Begründung: Erkundigungen seiner Fraktion beim Landratsamt und beim Innenministerium hätten ergeben, dass ein Funkmast der Daseinsvorsorge diene und so auch ohne Befreiung vom Bebauungsplan errichtet werden kann. Die Belastung durch Funkstrahlen würde auch nicht zunehmen, da schließlich ein bestehender Mast wegfiele. Fraktionssprecherin Andrea Rauch bezeichnete eine Ablehnung des Funkmastes als schädlich für den Volkacher Wirtschaftsstandort.

Bessere Mobilfunkversorgung ja – aber so nicht

Auch Uwe Koßner (CSU) begrüßte grundsätzlich eine bessere Mobilfunkversorgung der Altstadt. Er befürwortete jedoch einen Standort außerhalb der Stadt.

Kornell konnte sich noch einen Seitenhieb in Richtung Grüne nicht verkneifen: Er finde es schon eigenartig, befand er, dass ausgerechnet die Grünen für den Funkmast sind. Er plädierte mit Blick auf vorliegende Unterschriftenlisten gegen den Mast, auf die auch Alfred Weissenseel (Freie Wähler) verwies, doch dafür, "eher das zu machen, was die Bevölkerung für richtig hält".

Einigkeit herrschte im Bauausschuss beim Antrag eines Weinguts aus Obervolkach, das in der Landsknechtstraße ein Gebäude zurück- und eine Scheune umbauen möchte, um in einem neuen Nebengebäude zwei Ferienwohnungen einzurichten. Dem Vorhaben stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

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